Kulturen

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Blocklaster

Avatar, das mit neuster 3-D- und Special Effects-Technik ausgestattete Kino-Spektakel von Blockbuster Regisseur und Drehbuchautor James Cameron (Terminator, Titanik) ist ein Trip durch Utopia.

Blaue Mars-, äh Patagonia-Männchen vom Volk der Na‘vi, physisch ausgestattet mit einer Mischung aus westlichen Schönheitsidealen – groß und schlank mit Kulleraugen – und schlechter Mundhygiene leben im Einklang mit der Tierwelt und der Natur.  Bedroht durch die geldgierige Menschheit, die ihren eigenen Planeten nahezu komplett ausgebeutet hat und nun auf die Ressorcen des Naturvolks umsteigen muss, eilt Ihnen der gelähmte Soldat Jack Skully zur Seite. Allein durch seine Gedankenkraft steuert er einen Na‘vi-Avatar, der in der für Menschen giftigen Athmosphäre existieren kann.

Während seiner Abenteuer in der an kitschige Jahrmarkts“gemälde“ erinnernden Fantasia-Welt begegnet er der fluoreszierenden Neytiri. Zwischen ihm und der „Pocahontas auf LSD“ entwickelt sich eine Liebesgeschichte, die der Kinogänger in kleinen Variationen schon hundert Mal gesehen hat.

Und es bleibt nicht bei diesem déjà vu. Schon die Charaktere bedienen sämtliche Stereotype: der geldgierige Firmenboss, der psychopathische Elitesoldat mit markigen Sprüchen, die ideologische Forscherin und der gebrochene Held.

Alles nur geklaut

Auch der Plot, oder besser „die Plots“, kommt einem bekannt vor. Kein Geheimnis, dass James Cameron sich bei sämtlichen Sci-Fi-Geschichten, die ihn seit der Jugend begeistern, bedient hat.

Sci-Fi-Abenteuer, Drama, Liebes- und Katastrophenfilm, dazu noch ein wenig Utopia und Kriegsfilmhandlungen – dies alles gepresst in 160 Minuten. Kann das gut gehen?

Manchmal ist weniger mehr. Und in diesem Fall: weniger mitreißende Geschichten, weniger ausgearbeitete Charaktere, dafür mehr – viel mehr – Technik und Special Effekte.

78 Bilder pro Sekunde für die ausgefeilte 3-D Technik, anstatt der sonst üblichen 24 – (über)fordern das Auge und sind vielleicht der Grund dafür, dass Cameron das Denkzentrum nicht unnötig belastet. So bleibt die volle Gehirnkapazität für die visuelle Verarbeitung.

Denn da ist einiges zu tun. Drachenvögel schlagen einem mit ihren Schwingen fast ins Gesicht, Silberfisch-Hunde schnappen zu und lassen einen auf den Kinositzen zusammen zucken. Selbst in der letzten Reihe ist keine Ruhe zum Knutschen. Wozu nach der Betrachtung von der blauen Pocahontas und Skully bei selbigem wahrscheinlich sowieso keiner mehr die Lust verspürt.

Ein Klischee jagt das nächste

3-D-Nerdbrillen, die vor zwei Jahren noch cool gewesen wären, bringen einen so nah ans / fast ins Geschehen, dass man am liebsten zu Sigourney Weaver rennen möchte und schreien: „Warum??“, wenn sie sich in ihren virtuellen Hippie-Öko-Avatar mit Flecht-Rastas morpht.

Die Klischees machen sogar vor der Musik keinen Halt. Der Auftritt der Na‘vi, deren Kleidung und Schmuck schon sehr etho-lastig ist, wird natürlich mit afrikanischer Trommelmusik begleitet. Wohingegen die Militärhubschrauber mit triumphaler Marschmusik eingeführt werden.

Für James Cameron, den technik-verliebten Erfolgsregisseur, ist Avatar eine Spielwiese der Special-Effects. Nebenher gibt es ein paar laue Storys, die unter anderem die grüne Bewegung und die Anti-Kriegs-Haltung bedienen. Gepaart mit der richtigen und kostenintensiven Marketingstrategie (150 Mio. $, mehr als jeder Film zuvor) soll Avatar sämtliche Zuschauerrekorde sprengen.

(Werbe)technik, die begeistert.

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