Frida Kahlo – Starke Augenbrauen, wie ein weit schwingender Vogel im Flug
Am 30. April wird die Retrospektive der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo im Martin-Gropius-Bau in Berlin eröffnet.
Frida Kahlo gilt als eine der wichtigsten Künstlerinnen des frühen 20. Jahrhunderts. In ihren Bildern beschreibt sie die Kultur ihrer Heimat Mexiko und ihre innersten Gefühle und Gedanken. Dabei entstanden meist kleinformatige, surreal-wirkende Selbstportraits, welche in ihrer Kraft und inneren Größe noch heute jeden Rahmen sprengen. Wie keine Andere transportierte Frida Kahlo ihr Leben und ihre Emotionen in ihrer Kunst. Ihre Bilder scheinen stets koloriert von einer Mischung aus Ölfarbe und ihrem Seelenblut. Dabei waren drei Momente und Passagen ihres Lebens für ihr künstlerisches Schaffen wichtige Quellen der Inspiration.
Ein farbenfroher Kampf gegen den Schmerz
Die als auffallend, bezaubernd und fröhlich beschriebene Frida Kahlo erkrankt mit elf Jahren an Polio und lebt als Folge der Erkrankung mit einem verkürzten und schwachen rechten Bein. Es folgt mit 19 Jahren ein schwerer Busunfall, wobei sie sich am Rücken und am Uterus verletzt. Von diesem Tag an war die Künstlerin häufig an ihr Bett gefesselt. Gedrängt in enge Korsagen hatte sich ein Leben ohne Schmerzen weit von ihr entfernt. Zusätzlich prägte sie ihre turbulente und leidenschaftliche Liebe zu dem mexikanischen Künstler Diego Rivera. Während dieser Achterbahn der Gefühle, nahm die sonst so starke Frau oft die Rolle der Unterlegenen ein. Im Laufe ihres Lebens lernt sie mit ihrer Liebe umzugehen, wie mit den Leiden: „All is all and also one. Pain and anguish and pleasure and death are only a process for existing. Revolutionary struggle in this process is an open door to intelligence.”
Retrospektive einer großen Künstlerin
So trotzt die Künstlerin auch bis kurz vor ihrem Tod, mit 47 Jahren, ihren Leiden. Sie weigerte sich, sich der Bettlägerigkeit weiter zu ergeben und demonstrierte lieber im Sinne ihrer politischen Gesinnung und dem Frieden. Sie stirbt als starke und sichere Persönlichkeit und hinterlässt ein großes Werk. Im Gedenken an das Leben der Frida Kahlo wird ihr Werk ab dem 30. April im Martin-Gropius-Bau in Berlin der Öffentlichkeit gezeigt. Circa 150 Arbeiten machen aus dieser Retrospektive die umfassendste Werkschau Frida Kahlos. Die zwei größten Kahlo Sammlungen, werden durch wertvolle Leihgaben aus mexikanischen und nordamerikanischen Privatsammlungen und Museen ergänzt. So kann man in der Ausstellung mit bekannten Meisterwerken der Künstlerin rechnen, aber es wird auch unbekannte Stücke zu sehen geben, welche bisher fast unbekannte Facetten der Frida Kahlo offenlegen.
Frida Kahlo – Retrospektive
Martin-Gropius-Bau, Berlin
30. April bis 9. August 2010
