Er ist gut, der Junge
Mit der Single “Spare” legt Good Gux Mikesh, der gute Junge aus Leipzig, eine wunderbaren Release vor. Die Vorfreude auf sein am 17. September 2010 erscheinendes Debütalbum steigt…
„To spare something“ bedeutet „etwas entbehren können“. Insofern hat Good Guy Mikesh mit dem Titel der ersten Singleauskopplung seines auf Ki-Records erscheinenden Debütalbums ziemlich tief gestapelt. Denn was der junge Mann aus Leipzig dort in drei Minuten verpackt, mag man bereits nach dem ersten Hören nicht mehr missen. Mikesh beweist mit dieser Single sein kompromissloses Gespür für kontemporäre Club- und Popmusik. Eine verspulte, manchmal recht düstere Bassline trifft auf wunderschön verzerrte Vocals, das Ganze wiederum trifft zielsicher ins Schwarze bei geschmacksversierten Musikfreunden. Sowohl Clubbesucher als auch Radiohörer werden sich glücklich schätzen, dass der Good Guy ihnen diesen Track nicht länger vorenthalten hat.
Srikt nach dem Motto „Spare – let’s share“ ließ Mikesh darüber hinaus auch noch Marbert Rocel, Axel Boman, Christian Löffler und Mano Le Tough ihre Remixkünste auf seinen Track anwenden.
Marbert Rocels Remix ist die verspielte Variation des Originals mit teils discoiden Elementen. Er belässt die Vocals in ihrer ursprünglichen Form, ergänzt aber ein Saxophon, das einen Hauch von Free-Jazz durch das Soundkonstrukt flirren lässt.
Axel Boman schielt mit seiner Version von „Spare“ ganz klar gen Tanzfläche und zaubert einen Deep-House-Schieber par excellence. Er entzerrt die Bassline des Originals in feine Snippets, unterlegt den Track mit clubtauglichen Sounds und erzeugt damit einen Spannungsbogen „ready for the floor“.
Der Melancholiker unter den Technoproduzenten Christian Löffler trägt mit seiner Version des Mikesh-Tracks dazu bei, dass auf dem Dancefloor neben Schweiß auch mal ein paar Tränchen fließen können. Sein Remix entwickelt eine emotionale Tiefe, die den Hörer in die Klangwelten des löfflerschen Soundkosmos entführt: hier erklingen ein paar Glocken, dort breitet sich eine wundervolle Fläche aus. Und über allem entfalten sich die Vocals aus dem Original in ihrer ganzen Pracht.
Mehr retrospektivische Reminiszenz denn Remix ist Mano Le Toughs Version von „Spare“. Er verzichtet auf die düstere Bassline und fügt vorher nicht dagewesene Synthesizer Lines und Chords hinzu, die den Remix gleichermaßen Home-Listening als auch Clubkompatibel machen.
Frederike Ebert & Michael Kastens

