Die Gerechtigkeit siegt
Hastig bewegen sich die bunten Lichtstrahler durch die gesamte Arena. Der Beat der Musik wummst im Brustkorb. Und dann kommt er: Batman. Gewohnt mit Flatterumhang, stählerner Brust und schwarzer Fledermausmaske fliegt er über die Bühne der Berliner O2 World.
Es ist Batmans erster Auftritt in Deutschland, doch keine Anzeichen von Lampenfieber. Gekonnt landet der Retter von Gotham City auf der Bühne und beginnt gegen das Böse zu kämpfen. Mit einem völlig neuem Konzept kommt die „Batman Live Tour“ nun auf Deutschlandtournee. Dabei gibt sie vor kein Musical und keine Theateraufführung zu sein, sondern eine angepriesene 3D-Live-Show. Ersehnte Lichtinszenierungen, die durch das Publikum hinweg die Specialeffekts erzeugen, lassen jedoch leider auf sich warten. Dafür aber eine große elektronische Leinwand, die im Sekundentakt neue Bühnenbilder erzeugt. So wird das Publikum binnen kürzester Zeit von einer Szenerie in die nächste gerissen: vom Zirkuszelt in Haly’s Circus bis in die dunklen Regionen von Arkham Asylum, von der glitzernden Eisberg-Lounge des Pinguins zu den unterirdischen Wundern im Batcave.
Wie in den erfolgreichen DC Comics auch, werden Bruce Waynes Eltern nach einem Kinobesuch von einem Räuber überfallen und ermordet. Nur der kleine Bruce bleibt zurück und entwickelt sich im Laufe der Zeit zum Phantom der Gerechtigkeit. Während eines von ihm organisierten Zirkusauftrittes kommen Jahre später bei einem Anschlag auch die Eltern des 15 jährigen Dick Graysons um. Anfangs noch auf der Suche nach Rache, später dann nach Gerechtigkeit, schließt er sich Batman an und gibt sich den Vornamen seines Idols Robin Hood.
Gemeinsam kämpfen die Beiden nun gegen das Böse, die in Gestalt von Catwoman, dem Joker, Penguin, Two-Face und The Riddler auftreten. Den Zuschauer erwartet dabei weder Hally Barry noch Heath Ledger. Trotzdem kommt es immer wieder zu spannenden Kampfszenen, die aufwendig dargestellt sind und immer mit der passenden Musik unterlegt sind. Zuständig hierfür ist James Brett – bekannt durch seine Musik im X-Men-Film. Außerdem müssen an dieser Stelle die aufwendig designten Bühnenoutfits von Jack Galloway erwähnt werden. Farbenfroh und detailgetreu schimmern sie in den Lichteffekten von Patrick Woodroffe – der schon für Konzerte von ABBA und Phil Colins das Licht kreierte.
Enttäuschend hingegen das hoch gelobte Batmobil, das von Formel 1-Designer Gordon Murray eigens für die Show angefertigt wurde und auf Grund von sämtlichen Extras einem James Bond Wagen ähnelt. Erzählt wurde von einem Düsenantrieb, Scheinwerfern die per Knopfdruck zu Raketen werden können – doch gesehen hat das Publikum nur ein schwarzes windschnittiges Auto, das sich auf einer gesteuerten Plattform drehen kann. Die Actionszenen hingegen wurden im Comic-Stil auf der schon erwähnten Leinwand abgespielt.
Das anspruchsvolle Berliner Publikum war trotzdem zufrieden. Durch einige Zwischenrufe, viele Lacher und tosenden Applaus zum Schluss des Stückes zeigten sie der Neuinszenierung von Batman ihre Anerkennung.
Bis zum 15. Januar sind Batman und Robin noch in der Berliner O2 World. Anschließend kämpfen sie in Frankfurt, Wien, Hamburg und Köln noch gegen das Böse. Alle Infos zu den kommenden Veranstaltungen und Tickets gibt es unter www.batmanlive.de
