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	<title>Kulturen &#187; Annabelle Seubert</title>
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	<description>Das Online-Magazin der Kulturjournalisten an der UdK Berlin</description>
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		<title>Beliebtheitsfaktor Lachen</title>
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		<pubDate>Thu, 14 May 2009 20:09:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Annabelle Seubert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lachen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Magazin]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer kennt sie nicht, die Menschen, die einem auf Anhieb sympathisch sind. Die sich nie darum kümmern müssen, Freunde zu finden, denn die Freunde finden sie. 

Auf jeder Party sind sie zu finden, immer von einer Traube Menschen umringt, die sie mit erbietungsvollen Blicken würdigen. Mit einer Leichtigkeit strahlen sie derartig viel Lebensfreude aus, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wer kennt sie nicht, die Menschen, die einem auf Anhieb sympathisch sind. Die sich nie darum kümmern müssen, Freunde zu finden, denn die Freunde finden sie. </strong></p>
<p><span id="more-441"></span></p>
<p>Auf jeder Party sind sie zu finden, immer von einer Traube Menschen umringt, die sie mit erbietungsvollen Blicken würdigen. Mit einer Leichtigkeit strahlen sie derartig viel Lebensfreude aus, dass selbst der größte Zyniker resigniert ein „Charmebolzen“ knirscht.</p>
<p>Ein herzhafter Lacher hier, ein freundliches Lächeln da, und man sitzt bereits in der Falle. Unfreiwillig und erfrischend ehrlich bedienen sich diese Menschen einer Waffe, der sich niemand entziehen kann: Humor. Wer viel strahlt, grinst oder schmunzelt, gilt als unkompliziert, geistreich und liebenswürdig. Das war nicht immer so.</p>
<p><strong>Lachen als Drohgebärde</strong></p>
<p>Ursprünglich wurde Lächeln als Drohgebärde eingesetzt. Vor rund sechs Millionen Jahren wussten Männer mit einem gesunden Gebiss ihren Feind einzuschüchtern. Zähne zeigen symbolisierte Kraft, Stärke, Angriffslust. Schallendes Gelächter habe sich ebenfalls aus dem Kampf ums Überleben herausgebildet, meinen zahlreiche Evolutions-forscher. Sie vertreten die These, Lachen sei eine grundlegende Kommunikationsform, die der Sprachentwicklung deutlich voraus ging. Als Beweis führen sie einen anatomischen Aspekt an: Lachen wird in einer Gehirnregion verursacht, die weitaus älter ist als das Sprachzentrum des Menschen. Zwar konnte sich der Urmensch tagsüber mittels Gestik verständigen. Nachts war er jedoch auf Geräusche angewiesen. Jene Laute sollen die Anfänge dessen sein, was wir heute ganz selbstverständlich „Lachen“ nennen: Einen enorm aufwändigen körperlichen Prozess.                                                                                                                                                                                                                               Wenn sich unsere Augen verengen, unsere Nasenlöcher weiten, die Mundwinkel zucken. Wenn der Atem schneller geht, sich das Zwerchfell rhythmisch bewegt, sich die Bein- und Blasenmuskulatur entspannt. Und wenn sich 17 Muskeln im Gesicht anspannen; 80 am gesamten Körper betätigt werden, Luft mit bis zu hundert Stundenkilometern durch unsere Lungen schießt und 500 Schwingungen unserer Stimmbänder &#8211; pro Sekunde &#8211; gezählt werden können.</p>
<p><strong>„Lachen ist gesund“</strong></p>
<p>Kaum verwunderlich also, dass zwanzig Sekunden Lachen etwa der körperlichen Leistung von drei Minuten schnellem Rudern entsprechen. Oder dass ein heftiger Lachanfall kurzzeitig ähnliche Empfindungen wie die Einnahme von Kokain hervorrufen kann.                                                                                                                                                            Lachen ist gesund: Es bildet Abwehrstoffe, verringert dagegen Stresshormone im Blut; stärkt die Funktion der Lunge, regt die Durchblutung an, fördert die Verbrennung von Cholesterin und kräftigt das Herz-Kreislauf-System. Sogar gegen Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen soll es Wundermittel sein.</p>
<p>Ist uns zum Lachen zumute, schüttet unser Körper außerdem Endorphine aus. Darum ist Lachen auch für unsere Seele „die beste Medizin“. Einsetzendes Wohlbefinden mindert Aggressivität, Angst oder Trauer. Auf zwischenmenschlicher Ebene mildert es so Konflikte, besänftigt und harmonisiert. Lachen signalisiert gegenseitiges Einverständnis und erleichtert das Zusammenleben &#8211; natürlich nur dann, wenn es „ernst“ gemeint ist. Tatsächlich ist es eine dem Menschen angeborene Fähigkeit, den echten vom falschen Lacher zu unterscheiden. Über die Authentizität urteilen verschiedene Parameter, die unterbewusst auf uns einwirken: Dynamik der Augen, Blickrichtung, Lachdauer und Mundöffnung.</p>
<p><strong>Wir lachen gerne mit</strong></p>
<p>Lacht man aber einmal kräftig und ausgelassen, stimmen andere meist mit ein. Egal, wie variantenreich Humor ist, er steckt nun einmal an. Schon das Geräusch lachender Menschen veranlasst unser Gehirn, die Gesichtsmuskeln automatisch aufs Mitlachen vorzubereiten &#8211; selbst, wenn der Grund für die Heiterkeit unbekannt ist.</p>
<p>Weil wir vom Fröhlichsein profitieren, mögen wir Menschen, die uns häufig Grund dafür geben. Daher sind einem Leute, die viel lachen, sofort sympathisch. Sogar dem Zyniker. Insgeheim, versteht sich.</p>
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		<title>Außenseiter-Sonnenkinder</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Feb 2009 11:37:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Annabelle Seubert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[

Wo Pflanzen aus Kühen wachsen, Bier blau ist und sich Menschen in Form von Pfauenfedern die Hand geben, verwundert es kaum, dass Geruchsorgane und Blumen den Titel einer Kunstausstellung formen. Nasen riechen Tulpen, zu bewundern vom 18. Juni bis 2. November 2008 im Museum Würth in Künzelsau.

„Nasen riechen Tulpen“ stellt einer kleinen Auswahl von Werken [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="entry-content">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-outline-level: 3;"><strong><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana;"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-395" title="00156442_m" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2009/02/00156442_m-150x150.jpg" alt="00156442_m" width="150" height="150" /></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-outline-level: 3;"><strong><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana;">Wo Pflanzen aus Kühen wachsen, Bier blau ist und sich Menschen in Form von Pfauenfedern die Hand geben, verwundert es kaum, dass Geruchsorgane und Blumen den Titel einer Kunstausstellung formen. <em>Nasen riechen Tulpen</em>, zu bewundern vom 18. Juni bis 2. November 2008 im Museum Würth in Künzelsau.<span id="more-207"></span></span></strong><strong></strong></p>
<p><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana;"></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-outline-level: 2; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;">„Nasen riechen Tulpen“ stellt einer kleinen Auswahl von Werken „arrivierter Künstler“ die „Außenseiterkunst“ von Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung gegenüber. Die  - rund siebzig Arbeiten der Würtheigenen Sammlung, ergänzt durch einige, die im Rahmen eines Wettbewerbs der Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V. hervortraten &#8211; gewährt einen tief reichenden Einblick in die kreative Gedankenwelt geistig Behinderter.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-outline-level: 2; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; mso-outline-level: 2; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana; mso-bidi-font-family: Arial;"><strong>Gar nicht damenhaft</strong></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana; mso-bidi-font-family: Arial;">Zwei Beine, die in roten Hosen stecken und in braune Schuhe münden, sind in heftigen Pinselstrichen pastos auf weißen Hintergrund gemalt. „Da fehlt noch was!“ Frau Claudia Scheller &#8211; Schach, Kunsthistorikerin, wendet sich vom Titelbild am Eingang der Ausstellung ab und einer Gruppe elf Kunstinteressierter zu. „Aber da kommen wir später drauf zurück.“</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana; mso-bidi-font-family: Arial;">Damit richtet sie das Augenmerk auf ein Gemälde von Jean Dubuffet. La dame blanche (1952) klingt feiner, als es aussieht. In einem großen, beigefarbenen Kreis deutet eine ungleichmäßige, grobe Linienführung Augen, Mund und Nase an. Naivität und Kindlichkeit des Werks sind bewusste Provokation.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana; mso-bidi-font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span><strong>Art brut</strong></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana; mso-bidi-font-family: Arial;">Dubuffet hatte den Blick für die Kunst von Außenstehenden und sorgte seinesgleichen durch eine einfache, primitive Kunst für Furore. „Er wollte, wie er selbst sagte, mit Schlamm arbeiten, rau malen“, erklärt Frau Scheller &#8211; Schach, „Eine rohe, ungeschönte Art brut sollte es sein.“</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana; mso-bidi-font-family: Arial;">Zwar formte Dubuffet diesen Begriff 1945 und legte damit den Grundstein für den „Durchbruch“ von Volkskunst, Kinderzeichnungen, Kunst von Autodidakten, psychisch Kranken und gesellschaftlich Unangepassten. Outsider Art wurde aber auch von anderen Künstlern geschätzt.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana; mso-bidi-font-family: Arial;">Picasso beispielsweise verwies auf den Ursprung der Kreativität, als er sagte: „Als Kind ist jeder ein Künstler. Die Schwierigkeit liegt darin, als Erwachsener einer zu bleiben.“</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana; mso-bidi-font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span><strong>Fantasievolle Künstlerin, Fantastische Gestalten</strong></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana; mso-bidi-font-family: Arial;">Birgit Ziegert hat damit keine Schwierigkeiten. „Sie ist ein echtes Talent, ob handwerklich oder malerisch, ob Groß- oder Kleinformat.“ Die Führerin macht Halt vor einem imposanten Werk der Vierundvierzigjährigen, die am Down &#8211; Syndrom leidet.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana; mso-bidi-font-family: Arial;">Vor einer pink verputzten Wand stehen zahlreiche, in schwarz und weiß gehaltene Figuren auf einem kleinen Podest. Außergewöhnliche Wesen zwischen Tier und Mensch lachen die Betrachter mit schiefen Mündern und eckigen Zähnen an. Birgit Ziegerts Fantasiegestalten &#8211; „Trolle“, wie die Künstlerin sie bezeichnet &#8211; haben breite Nasen, schielende Augen und verzerrte Gliedmaßen.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana; mso-bidi-font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span><strong>&#8220;Dubuffet wäre begeistert!&#8221;</strong></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana; mso-bidi-font-family: Arial;">Ob „trollig“ oder gruselig anzuschauen vermag die Gruppe nicht zu entscheiden. Stichworte wie „amüsant“ und „schockierend“ fallen. Allgemeine Zustimmung findet jedoch der Kommentar eines älteren Herren, der sich von der markanten Bildsprache beeindruckt zeigt: „Dubuffet wäre begeistert.“</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana; mso-bidi-font-family: Arial;">Begeistert, weil an den Figuren nichts zueinander zu passen scheint, jede einzelne aber im Gesamteindruck stimmig, echt ist. Ein Blick auf einen in die gegenüber liegende Wand eingelassenen Fernseher verrät, dass es Birgits Lebhaftigkeit ist, die diese Empfindung hervorruft.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana; mso-bidi-font-family: Arial;">Eine Filmszene zeigt die geistig behinderte Künstlerin bei ihrer Arbeit. Sie wälzt sich auf dem Boden, um dann aufgeregt in einem alten Biologiebuch zu blättern. Sie studiert die darin abgebildeten Tiere, rutscht auf allen Vieren an eine weiße Wand und malt hastig breite Linien mit schwarzem Edding darauf. Dabei lacht sie laut auf.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana; mso-bidi-font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span><strong>Körpereinsatz für die Kunst</strong></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana; mso-bidi-font-family: Arial;">Die nächste Episode zeigt Christa Sauer. „Auch eine Frau, die ihre Kunst mit Leidenschaft und vollem Körpereinsatz ausführt“, meint Scheller &#8211; Schach. Mit einem dicken Pinsel malt Christa einen kräftigen Kreis &#8211; ihr Erkennungszeichen &#8211; auf eine Leinwand. Sie versteckt sich hinter ihrem Gemälde, lugt vergnügt hervor.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana; mso-bidi-font-family: Arial;">„Ihre Kreise wirken dynamisch und strahlen durch ihre In &#8211; Sich &#8211; Geschlossenheit dennoch Ruhe aus.“ Die Kunstführerin zeigt auf einen Sessel und einen Paravent, die Christa hintergründig orange und rosa, vordergründig mit roten Kreisen bemalt hat.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana; mso-bidi-font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span><strong>Harmonische Mehrfarbigkeit</strong></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana; mso-bidi-font-family: Arial;"> „Eine Farbkombination, die ja eigentlich gar nicht geht“, flüstert eine Frau ihrem Mann zu.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana; mso-bidi-font-family: Arial;">Tatsächlich müssten dem Betrachter bei einer derartigen Polychromie die Augen schmerzen, doch wiederum wirkt die Arbeit harmonisch. Selbst im Kontrast zur Installation Christos, die genau entgegen gesetzt angebracht ist. Seine Verfremdung in Sessel, Stuhl und Tisch verpackt (1995) besticht in seiner Reduktion gleichermaßen wie Christa Sauers Wohnensemble in seiner Vielfarbigkeit.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana; mso-bidi-font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span><strong>Kreative und soziale Gleichberechtigung</strong></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana; mso-bidi-font-family: Arial;">„Ziel der Ausstellung ist es, die Gleichberechtigung und Integration der Kunst von Behinderten zu fördern“, resümiert die Kunstgelehrte, während ihre Gefolgschaft an unzähligen Bildern vorbeizieht, die durch ihre Buntheit, Natürlichkeit und Freundlichkeit auffallen.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana; mso-bidi-font-family: Arial;">Obwohl keiner der ausgestellten Maler, Bildhauer und Graphiker je eine künstlerische Ausbildung absolviert hat, reihen sich ihre Kunstwerke in die wenigen Arbeiten, die von Künstlern mit akademischer Laufbahn gefertigt wurden, mühelos ein.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana; mso-bidi-font-family: Arial;"><em>Nasen riechen Tulpen </em>bietet Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung eine Quelle für die Anerkennung ihrer Begabung, Persönlichkeit und Mitgliedschaft in unserer Gesellschaft. Kreative Leistungsfähigkeit und soziale Eingliederung stehen im Mittelpunkt.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana; mso-bidi-font-family: Arial;">Nicht zuletzt räumt die Ausstellung daher mit dem Vorurteil auf, Behinderung sei mit Tristesse und Hoffnungslosigkeit gleichzusetzen.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana; mso-bidi-font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span><strong>Kunst, die gute Laune macht</strong></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana; mso-bidi-font-family: Arial;">„’Wird man den Künstlern gerecht?’, habe ich mich gefragt.“ Claudia Scheller &#8211; Schach gibt zu, sie habe anfangs Bedenken gehegt, eine solche Museumsführung zu leiten. „Es gibt so wenig Daten und Fakten.“</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana; mso-bidi-font-family: Arial;">Doch mindert dies die Hochwertigkeit der „Kunst von besonderen Menschen“ nicht. „Aber es funktioniert. Weil es wirklich gute Werke von enormer Qualität sind.“ Und weil einen die zu spürende Freude der Künstler an ihrer Arbeit „fast beschwingt aus der Ausstellung gehen lässt.“</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana; mso-bidi-font-family: Arial;">Die Kunsthistorikerin steht wieder vor dem Titelbild von Nasen riechen Tulpen. Diesmal ist es allerdings am Ausgang positioniert &#8211; und nicht allein. Zwei weitere, darüber befindliche Gemälde bilden ab, was den Beinen zuvor fehlte: Körper und Kopf.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana; mso-bidi-font-family: Arial;">Es ist Micky Maus, eine Farbpalette und einen Malerpinsel in der Hand haltend. Sie lacht.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 11pt; color: black; font-family: Verdana; mso-bidi-font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p> </p></div>
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