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	<title>Kulturen &#187; Anne Waak</title>
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	<description>Das Online-Magazin der Kulturjournalisten an der UdK Berlin</description>
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		<title>Der Geräuschemacher</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Jun 2010 23:49:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anne Waak</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>

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		<description><![CDATA[Helmut Kowanda hat 40 Jahre als Geräuschemacher gearbeitet und unter anderem die Filme der Olsen-Bande vertont. Ein Besuch in seinem Atelier.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Helmut Kowanda hat 40 Jahre als Geräuschemacher gearbeitet und unter anderem die Filme der Olsen-Bande vertont. Ein Besuch in seinem Atelier.</p>
<div id="attachment_1434" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-1434" title="Helmut Kowanda" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2010/06/IMG_4860-300x200.jpg" alt="Helmut Kowanda" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Helmut Kowanda</p></div>
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		<title>Die Pantoffelmacher</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Jun 2010 23:48:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anne Waak</dc:creator>
				<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Handwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Pantoffeln]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Jünemanns betreiben Berlins letzte Pantoffelmanufaktur. Ein akustischer Werkstattbesuch


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Jünemanns betreiben Berlins letzte Pantoffelmanufaktur. Ein akustischer Werkstattbesuch</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-1272" title="Günter und Reno Jünemann" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2010/04/IMG_4717-300x200.jpg" alt="Günter und Reno Jünemann" width="300" height="200" /></p>
<p><span id="more-1348"></span></p>
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		<title>Die wohlerzogene Jungsklasse &#8211; 10 Jahre Dial Records</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Apr 2010 12:15:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anne Waak</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berliner Plätze und ihre Rituale]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Tanz]]></category>

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		<description><![CDATA[»Er muß schick sein, nicht zu dick sein, mit viel Zaster, keine Laster, schön solide, nicht zu müde, kurz und klein: Er muß ein Engel sein«, schreibt die Titanic in ihrer aktuellen Ausgabe über den potentiellen Gast der Berliner »Top-Disko« Berghain.
Die Schlange der Menschen, die auf Einlass warten, misst an diesem Samstag im März 150 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>»Er muß schick sein, nicht zu dick sein, mit viel Zaster, keine Laster, schön solide, nicht zu müde, kurz und klein: Er muß ein Engel sein«, schreibt die Titanic in ihrer aktuellen Ausgabe über den potentiellen Gast der Berliner »Top-Disko« Berghain.</strong></p>
<p>Die Schlange der Menschen, die auf Einlass warten, misst an diesem Samstag im März 150 Meter. Das entspricht in der hier geltenden, von der geläufigen Rechnung abgelösten Zeit: zwei Stunden des Wartens.</p>
<p><strong>Eine Dekade Klarheit</strong></p>
<p>In Bauch des Clubs, in dem auf die Dauer von mindestens zwölf Stunden ausgedehnten Zwischenweltkorridor von Samstagabend bis Sonntagmittag, sind in der Tat ein paar allzeit schicke und wache Menschen zu Gange: Das Hamburger Label Dial, bekannt und geliebt für eleganten Minimal- und Intelligent-Techno feierte seine zehnjährige Existenz.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-1282" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2010/04/20080924-_DSC20472-300x201.jpg" alt="Dial Allstars" width="247" height="166" /></p>
<p>Eine Dekade Klarheit stand auf dem Programm, die Liste der Künstler aus dem Artist-Roster des Labels war lang: Efdemin, John Roberts, Lawrence, Rndm und Carsten Naujoks, des Weiteren DBX, Pawel und der befreundete Microhouse-Produzent Isolée mit Live-Sets.</p>
<p>Der Abend ist weit entfernt davon, sich nach corporate sound anzuhören: Label-Co-Betreiber David Lieske a.k.a Carsten Jost spielt klassische House Music, Efdemin ganz entgegen des reduzierten Sounds seines eben veröffentlichten Albums »Chicago« hartholzige Technobretter.</p>
<p><strong>Selbstvergessenes Herumschlingern</strong></p>
<p>Die Dial-Allstars eint, wenn nicht unbedingt ihr Sound, so denn ihr Habitus, in dessen Rahmen sie sich untereinander offensiv in Stil und Gesten zitieren – ein mit liebevollem und unheiligem Ernst ausgetragenes adaptives Spielen, dessen Ziel es ist, exakt so zu sein, auszusehen und zu klingen wie jemand anderes. Ihr Charme ist der einer wohlerzogenen Jungsklasse präadoleszenter Richkids, die, von einer geschmackssicheren Mutter nach Vorbild eines Hochglanzmodemagazins gegen ihren halblaut geäußerten Widerstand in gedecktfarbenes Tuch gekleidet und mit übergroßen Basecaps behütet, beim Auflegen selbstvergessen mitsingend vor den Plattenspielern herumschlingern.</p>
<p>Der modernistisch-romantische Versatzstückler Christian Naujoks bespielt die Panorama Bar mit einem unbekümmert-eklektizistischen Set von minimalen Tuba-Stampfern bis zum Jazz-Pop von Steely Dan. Die Nostalgie-Radio-Kandidaten klingen in diesem Kontext nur auf den ersten Blick unpassend: der Bandname bezeichnet einen eisernen Dildo. Von den Wänden herab beschaut die Großfotografie Wolfgang Tillmans &#8211; darauf die Rosette eines jungen Mannes &#8211; wohlwollend das Geschehen.</p>
<p>Kontrastiv derweil ein Stockwerk weiter unten: Das Live-Set Isolées klingt dank Industrial-Anleihen wie gemeint für genau diesen Ort: Der Geruch der stählernen Innenarchitektur klebt an den Händen, Muskeln im dichten Nebel, beleuchtet von kaltweißen Strobo-Blitzen, Hitze. Draußen brüllen die Vögel die Dämmerung herbei. Vor der Tür: unverändert 150 Meter Einlasswillige.</p>
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		<title>Das Prinzip GaGa</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Feb 2010 21:47:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anne Waak</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Pop]]></category>

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		<description><![CDATA[Die 23-jährige Lady GaGa ist einer der illustresten Stars der Gegenwart. Über die Sängerin ist bereits eine Menge geschrieben worden. Beim Lesen bereits erschienener Artikel sollte sich daher ein umfassendes Bild ergeben. Ein Portrait in Presse- und Selbstaussagen.
Als eines der ersten portraitierte sie das US-amerikanische W-Magazine im Oktober 2007 unter dem Titel &#8220;Going GaGa for [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die 23-jährige Lady GaGa ist einer der illustresten Stars der Gegenwart. Über die Sängerin ist bereits eine Menge geschrieben worden. Beim Lesen bereits erschienener Artikel sollte sich daher ein umfassendes Bild ergeben. Ein Portrait in Presse- und Selbstaussagen.<span id="more-1071"></span></strong></p>
<p>Als eines der ersten portraitierte sie das US-amerikanische <em>W-Magazine</em> im Oktober 2007 unter dem Titel &#8220;Going GaGa for Lady Gaga&#8221;. Darin erwähnt die damals noch brünette und bis dahin ausschließlich zu lokaler Berühmtheit gelangte New Yorkerin ihre früheren Tätigkeiten als Strip-Tänzerin und Songschreiberin für Britney Spears und die Pussycat Dolls.</p>
<p>Auch von ihrem Hang zum  bloßen Tragen von Unterwäsche statt stoffreichen Hosen, der ihr bereits eine polizeiliche Vorladung wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses einbrachte, ist hier erstmals Rede. Bis heute gibt Stefani Joanne Angelina Germanotta (so ihr wohlklingender bürgerlicher Name) Hot Pants, knappen Bodies und Strumpfhosen den Vorzug vor züchtigeren Beinkleidern.</p>
<p><strong>„Die heimliche Tochter von Doris Day und dem Terminator“</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Die <em>Bild</em>-Zeitung bietet erwartungsgemäß kaum nützliche Interpretationshilfen. Das Boulevardblatt arbeitet sich an wenig einfallsreichen Wortspielen mit dem Künstlernamen der Sängerin ab: &#8220;Liebe Lady, wie gaga ist das denn?&#8221;, &#8220;So Gaga ist die Lady wirklich&#8221; und &#8220;Dieser US-Star ist gar nicht «Lady», sondern nur «gaga»&#8221;. Ansonsten zeigt das Blatt, was es &#8211; neben reißerischen Artikelüberschriften &#8211; am besten kann: Schnappschüsse von so genannten Busen-Blitzern während eines Konzerts.</p>
<p>Auch ein Online-Artikel der <em>Frankfurter Allgemeinen Zeitung</em> kann sich das lahme Wortspiel nicht verkneifen, auch wenn man da zu einer etwas differenzierteren Sicht fähig ist: &#8220;Sie ist nicht gaga, sie heißt nur so&#8221;.</p>
<p>Das Klatsch-Heft <em>In</em> hingegen hat eine kreative Sternstunde und erkennt in der Sängerin angesichts ihrer blond gelockten Perücke und des Metallic-Dress &#8220;die heimliche Tochter von Doris Day und Terminator&#8221;.</p>
<p><strong>„Ein Mix aus Christopher Street Day und lebendig gewordenem Feuerwerk“</strong></p>
<p><em>Bilds </em>kleine Berliner Schwester <em>B.Z. </em>hält die Sängerin &#8211; leider nicht ganz so hübsch &#8211; für &#8220;einen Mix aus Christopher Street Day und lebendig gewordenem Feuerwerk&#8221;, hat sich dafür aber ein ganz besonderes Experiment ausgedacht: Sie schickt &#8220;Berlins blinden Pop-Star&#8221; Joana Zimmer auf das Konzert der Kollegin, um zu prüfen, ob es &#8220;auch ohne Optik rockt&#8221;. Das Urteil: &#8220;Wegen ihrer Stimme zum Konzert zu gehen, lohnt sich sicher nicht.&#8221;</p>
<p>Das stimmt sicherlich. Den Reiz machen Lady GaGas Aufsehen erregenden Outfits aus: Da wären z.B. ein mit unzähligen Plüsch-Fröschen besetztes Kleid, ein Mobile  aus sich um ihren Kopf bewegenden Metallringen oder eine stark an die Arbeitskleidung einer Domina erinnernde Gesichtsmaske.</p>
<p><strong>Hypersexualisierte Posen</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Die <em>FAZ </em>bescheinigt Lady GaGa ein Agieren entgegen &#8220;omnipräsenter Stromlinienweiblichkeit&#8221; und: &#8220;Während sie sich bei Shows in extrem sexualisierten Posen windet und spreizt, sorgen ihre Kostüme dafür, dass die ganze Gaga eher einer Festung als einem Objekt der Begierde gleicht. Korsetts aus Plastik, Latexbodys und Glasscherbenkonstruktionen, die sie sich an den Oberkörper montiert, gehören dazu. Höhepunkt ihrer Live-Auftritte ist derzeit ein Trick, mit dem sie aus ihren Brüsten Feuerwerke sprühen lässt. Das ist nicht mehr sexy, das ist aggressiv.&#8221;</p>
<p>Davon abgesehen, dass es streitbar ist, ob hypersexualisierte Posen überhaupt &#8220;nicht mehr sexy&#8221; sein können, ist Lady GaGa da anderer Meinung: &#8220;Ich glaube, ich verändere die Vorstellung dessen, was Leute für sexy halten&#8221;, zitiert sie der US<em>-Rolling Stone</em> und sie erläutert das im <em>SZ</em>-Musikblog: &#8220;Zu Beginn meiner Karriere hat niemand das, was ich anzog, sexy gefunden, sondern eher seltsam. Jetzt, fast zwei Jahre später, wird über mich als sexuelle Person berichtet. Wo ich herkomme und wo ich jetzt bin sind zwei verschiedene Orte, und deshalb denke ich, dass ich die Leute dazu gebracht habe, anders darüber zu denken, was an mir sexy ist.&#8221;</p>
<p>Genau da liegt der feuilletonistische  Irrtum: Es geht Lady GaGa nicht darum, Sexyness als das Paradigma weiblicher Pop-Produktion aus dem Fokus zu rücken, sondern lediglich darum, noch mehr Haltungen, Posen und Outfits als noch sexier gelten zu lassen. Insofern verschiebt sie doch Grenzen, aber nur immer weiter in die bereits sattsam bekannte Richtung.</p>
<p><strong>Bowie, Mercury, Warhol, Rilke, Brâncuşi, Jones</strong></p>
<p>Lady GaGa betont ostentativ, dass sie sich von Stars der Siebziger und Achtziger wie David Bowie, Freddy Mercury und Grace Jones und von Künstlern wie Andy Warhol, R. M. Rilke und Brâncuşi beeinflusst fühlt. &#8220;Ich lebe in einer Art Factory – ganz wie Andy Warhol. Sie heißt Haus of GaGa, das ist als Reverenz an das Bauhaus gemeint&#8221;, gibt sie in der <em>Zeit</em> zu Protokoll. Angesichts der Fülle und Unvereinbarkeit ihrer Vorbilder darf man daran zweifeln, dass es sich bei solcherlei Bekenntnissen um mehr als Ausweise ihrer postmodernen Coolness, Belesenheit und Kunstkenntnis handelt.</p>
<p>Die <em>Süddeutsche Zeitung </em>spielt wohl auf Zeilen wie «I wanna take a ride on your disco stick» an, wenn sie feststellt: &#8220;Die Texte sind leidlich explizit, aber höchstens slapstickhaft anstößig. Und «Just Dance», «Lovegame» und «Poker Face» makellose zeitgenössische Pop-Songs. Grenzen werden hier nicht verschoben.&#8221; Und die <em>Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung</em> diagnostiziert: &#8220;Musikalisch sind ihre großen Hits vielleicht nicht einfallsreich oder bemerkenswert. Lady GaGas Selbst-inszenierung dagegen ist es&#8221;. Und richtig: &#8220;Mich fasziniert der Gedanke, dass das Visuelle die Musik in den Schatten stellen kann&#8221;, wird Lady GaGa im Musikblog des <em>SZ-Magazins</em> zitiert.</p>
<p>Genau das ist es, voran sie mit ganzem Einsatz arbeitet. Der Musik-Newsticker von <em>Zeit</em>-Online meldet mit Berufung auf <em>The Sun</em>: &#8220;Trotz großer beruflicher Erfolge hat die amerikanische Sängerin Lady Gaga nie Geld in der Tasche. »Ich bin schon viermal bankrott gewesen. Mein Manager will mich erschießen. Jeden Dollar, den ich verdiene, stecke ich wieder in die Show», beschreibt die schrille 23-Jährige ihre finanzielle Lage.&#8221;</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Die Verkörperung des Prinzip Pop</strong></p>
<p>Ihre Outfits, die überbordende Bühnenshow, die mit der Projektion eines Videos mit dem anspielungsreichen Namen «Who Shot Candy Warhol» beginnt und mit Pyrotechnik endet – ihren Künstlernamen hat Lady GaGa nicht umsonst dem Song «Radio Ga Ga» entlehnt. »We hardly need to use our ears/ How music changes through the years».</p>
<p>Sie ist die Perfektionierung dessen, was Queen dort betrauern, was aber nicht erst seit der Einführung von MTV Realität ist: Die Fixierung auf die visuellen Aspekte von Pop vor dem Hintergrund der jeweiligen musikalischen Ebene. Es geht schon immer um Körper, Haltungen, Maskierungen und Inszenierung – Lady GaGa spitzt das  Ganze lediglich einmal wieder spektakulär zu.</p>
<p>Lady GaGa ist Pop <em>as pop can</em>. Und somit das Gewächs im Wald aus lauter Bäumen, das das Schild mit der Aufschrift «Baum» nicht nur offen vor sich her trägt, sondern sich sogar damit schmückt.</p>
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		<title>Glaube, Liebe, Tod</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Feb 2010 18:15:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anne Waak</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Bestattung]]></category>
		<category><![CDATA[Escort]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie sich die Wirtschaftskrise in Berlin auf die ganz grundsätzlichen Dinge im Leben auswirkt.
Ein Anruf bei der Berliner Stadtmission. In der Warteschleife singt eine sanfte Männerstimme: „Lasst  uns suchen nach dem Besten der Stadt, nach den Menschen, die Gott auf unser Herz gelegt hat.“ Carmen Behrens ist die Assistentin eines evangelischen Pfarrers, der seit fünf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie sich die Wirtschaftskr</strong><strong>ise in Berlin auf die ganz </strong><strong>grundsätzlichen Dinge im Leben auswirkt.<span id="more-931"></span></strong></p>
<p>Ein Anruf bei der Berliner Stadtmission. In der Warteschleife singt eine sanfte Männerstimme: „Lasst  uns suchen nach dem Besten der Stadt, nach den Menschen, die Gott auf unser Herz gelegt hat.“ Carmen Behrens ist die Assistentin eines evangelischen Pfarrers, der seit fünf Jahren monatliche Gesprächskreise abhält. Die „Frühschicht“ möchte Kontakt herstellen zwischen der Kirche und Menschen, die z.B. in Verbänden und in der Politik arbeiten und die spüren, dass „Arbeit nicht alles ist“, wie Frau Behrens sagt.<strong><a href="http://www.berliner-stadtmission.de/1280.html"><img class="alignnone" src="http://www.berliner-stadtmission.de/uploads/pics/fruehschicht.jpg" alt="" width="170" height="170" /></a></strong></p>
<p><strong>Vom Spüren der Krise</strong></p>
<p>Direkt von den Auswirkungen der Krise betroffen seien diejenigen, mit denen sie in Berührung kommt, nicht. Die Wirtschaftsflaute sei allerdings regelmäßiges Thema der morgendlichen Treffen. &#8220;Momentan kommen jedes Mal zehn bis fünfzehn Leute. Ihrem subjektiven Empfinden nach sind diese Menschen sicher vor Arbeitslosigkeit.“ Eher als dem Zustand der Berliner Wirtschaft, sei es der Arbeit der Kirche zuzuschreiben, dass die Zahl der Teilnehmer wächst.</p>
<p><strong>Lady Isabell und Lady Salina</strong></p>
<p>Grit Schubert von der Escortagentur Charlene spürt die Krise hingegen sehr wohl. Sie gründete den Dienst Anfang des Jahres 2009, weil ihr ursprüngliches  Tätigkeitsfeld, der Internethandel, ihr kein genügendes Einkommen mehr bot. Frau Schubert ist 40 Jahre alt und vermittelt telefonisch Begleitdienste zwischen männlichen Kunden und jungen Frauen im Raum Berlin. Ihre Kunden sind zumeist Geschäftsmänner, die – zu Besuch in der Hauptstadt – das schnelle Abenteuer suchen. „Ich tue das nicht, weil es mir soviel Spaß macht“, betont sie. „Ich möchte einfach Geld verdienen.“</p>
<p>Angesprochen auf die Krise stöhnt sie: „Vergangenen Monat hatte ich vier oder fünf Aufträge. Zwei meiner Mädchen sind zusätzlich bei anderen Agenturen und klagen, dass letztes Jahr noch alles erheblich besser lief.“ Der erotische Service ist nicht ganz billig: Die Stunde mit Lady Isabell oder Lady Salina kostet 250 Euro. Von ihrem jungen Unternehmen leben kann Grit Schubert noch nicht, die Arbeitsagentur bezuschusst den Service.<strong> </strong></p>
<p><strong>Discount-Paket zu 399,-</strong></p>
<p>Die sechsspurige Frankfurter Allee im Bezirk Friedrichshain. Eingeklemmt zwischen einem Internetcafé und einer Pizzeria befindet sich der Bestattungsdiscounter Aeterna. Unter dem blau-weißen Lichtkasten bietet das Schaufenster Sicht auf steinerne Urnen und eine Handvoll aufgebahrter Särge. Der Raum ist mit Schall dämpfenden Teppichen ausgelegt.</p>
<p><a href="http://www.aeterna-bestattungen.de/"><img class="alignnone size-full wp-image-1001" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2010/02/Aeterna.bmp" alt="Aeterna" /></a></p>
<p>Linda Hoppe ist Anfang Dreißig und von Beruf Bestatterin. Sie trägt ihre braunen Haare offen, einen schwarzen Pullover und dunkle Bluejeans. Konkrete Zahlen möchte sie nicht nennen, versichert aber, dass die Anzahl der von ihrem Institut durchgeführten Bestattungen sich im letzten Jahr nicht verändert hat. „Wir haben ja keinen Einfluss auf die Sterbezahlen. Wer zu uns kommt weiß, dass es hier günstig ist.“ Das von Aeterna angebotene Basis-Paket mit Feuerbestattung und anonymer Beisetzung kostet 399 Euro. Gezielt nach den Discount-Angeboten fragen würden aber nur Angehörige, die in keinem guten Verhältnis zu dem jeweils Verstorbenen standen.</p>
<p>Was man gemeinhin über Frau Hoppes Geschäft sagt, stimmt anscheinend: Gestorben wird immer. Luxusdienste wie der von Frau Schubert hingegen scheinen in der Krise verzichtbar zu werden. Und wer der Kirche in sonnigen Zeiten nicht zugeneigt ist, wird auch in trüben nicht fromm. Ob das nun gute Nachrichten sind für eine Hauptstadt in der Krise oder schlechte, das liegt im Auge des Betrachters.</p>
<p align="right">
<p align="right"><strong><br />
</strong></p>
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