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	<title>Kulturen &#187; Diana Ringelsiep</title>
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	<description>Das Online-Magazin der Kulturjournalisten an der UdK Berlin</description>
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		<title>„I like it when the red water comes out…!“</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Jun 2010 00:07:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Diana Ringelsiep</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[  Deutsch meets English. Comedy meets Tragödie. Joker meets Hamlet…   
How spooky is that then?!

In Kooperation mit Studierenden der „Hochschule für Schauspielkunst  Ernst Busch“ inszeniert Hausregisseur Andreas Kriegenburg am Deutschen Theater einen Pop-Art Hamlet mit einem entschiedenen Hang zum Grotesken. Pop-Art definiert sich als künstlerische Reaktion auf ein den Massenmedien entnommenem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong> <strong>Deutsch meets English. Comedy meets Tragödie. Joker meets Hamlet… </strong> <strong> </strong></p>
<p><strong>How spooky is that then?!</strong></p>
<p><span id="more-1495"></span></p>
<p>In Kooperation mit Studierenden der „Hochschule für Schauspielkunst <img class="alignright size-medium wp-image-1496" title="Kriegenburgs &quot;Hamlet&quot; am Deutschen Theater" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2010/06/Hamlet_0343-300x199.jpg" alt="Kriegenburgs &quot;Hamlet&quot; am Deutschen Theater" width="270" height="187" /> Ernst Busch“ inszeniert Hausregisseur Andreas Kriegenburg am Deutschen Theater einen Pop-Art Hamlet mit einem entschiedenen Hang zum Grotesken. Pop-Art definiert sich als künstlerische Reaktion auf ein den Massenmedien entnommenem Motiv. Und genau hat Kriegenburg getan. Sofort fällt auf, dass die Protagonisten allesamt aussehen wie der Batman-Joker aus <em>„The Dark Knight“</em>. Als Heath Ledger 2008 verstarb, grinste einen jene Joker-Fratze an, sobald man die Zeitung aufschlug, den Fernseher anschaltete oder den Web-Browser öffnete. Ihr jedoch in einer Shakespeare Aufführung zu begegnen, damit hat wohl erst einmal niemand gerechnet. Doch damit nicht genug.</p>
<p>Im letzten Jahr machte im Internet ein mehrteiliger, englischsprachiger Comic-Film namens <em>„Salad Fingers“*</em> die Runde. Zu sehen ist eine verstörte Kreatur, die in Gesellschaft von drei Handpuppen in ihrer eigenen Welt lebt, Selbstgespräche führt und sich selbst verletzt, „<em>until the red water comes out“</em>. Kriegenburg hat etliche stilistische Elemente aus diesem Comic übernommen und lässt Guildenstern ganze Passagen in Salat Fingers’ Gruselstimme zitieren.  Überhaupt kommt Guildenstern und Rosencrantz eine ganz besondere Rolle in dieser Inszenierung zu. Am vorderen Bühnenrand sitzend moderieren und kommentieren sie wie zwei Außenstehende das gesamte Stück auf die psychopathische Art und Weise ihres Comic-Vorbildes. Dabei reden sie größtenteils Englisch, gern auch mit Deutsch vermischt: <em>„I’ve lost the roten Faden!“</em>, sagt Guildenstern einmal. <em>„Me too, me too…“</em>, ist Rosencrantz’ Standardantwort.</p>
<p>Der melancholische Hamlet selbst scheint in Kriegenburgs Darbietung die <em>normalste</em> Figur von allen zu sein, wenn er auch das gesamte Stück über auf Schritt und Tritt von einer symbolträchtigen schwarzen Luftballonwolke verfolgt wird. Denn als er kurz nach dem Tod seines Vaters heimkehrt, gleicht der dänische Hof einem Irrenhaus. Seine Mutter Gertrude, die Königin, hat sich offensichtlich um den Verstand gekokst und wenn sie nicht gerade mit den Tampons in ihrer Nase beschäftigt ist, um die Blutungen zu stoppen, fingert sie lüstern an ihrem neuen Gemahl Claudius herum. Die schöne Ophelia dagegen gleicht der Primaballerina aus einem Gruselkabinett. Die marionettenhaften Bewegungen und ihr umnachtetes Grinsen verleihen ihr etwas Irrsinniges. Auch Ophelias Vater Polonius, der nie mehr trägt als eine knappe Union-Jack-Boxershorts und in verschiedensten deutschen Dialekten spricht, macht einen äußerst konfusen Eindruck.</p>
<p>Dazu kommt das außergewöhnliche Bühnenbild, das komplett aus deckellosen Holzkisten besteht. Die Protagonisten sind daher gezwungen, unbeholfen von einer Kiste in die nächste zu steigen oder auf deren Außenwänden zu balancieren. Egal für welche der beiden Möglichkeiten sie sich entscheiden, es unterstreicht stets die Unsicherheit und Verletzlichkeit, die sich durch alle Charaktere zieht.  Neben all diesen exzentrischen Figuren rückt Hamlet selbst vollkommen in den Hintergrund. Hält er einen auch nur <em>etwas</em> längeren Monolog, verdrehen Guildenstein und Rosencrantz bereits gähnend die Augen: <em>„How boring… I have no bock more…“</em> und schlagen auf ihre <em>Halli Galli</em> Glocken, um eine neue Figur in ihrer Holzkiste zum Leben zu erwecken<em>. </em>Vielleicht liegt es auch daran, dass Thomas Halle als Hamlet keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Denn in Kriegenburgs Inszenierung gehen die Hauptrollen eindeutig an die Damen. Die Studentin Maria Wardzinska ist als Ophelia, trotz der Rolle innewohnenden apathischen Abwesenheit, das gesamte Stück über so präsent, dass man den Blick nicht von ihr lassen kann. Auch Aenne Schwarz zieht den Zuschauer in ihren Bann, wenn sie als Rosencrantz in ihrem gruseligen Deutsch-Englisch-Kauderwelsch die Handlung kommentiert: <em>„I love this play!“</em>, murmelt sie verschwörerisch dem Publikum zu, bevor es an die Schlussszene geht, <em>„Everybody will die now… he he he… Enjoooy it!“. </em></p>
<p>Doch das erwartete Gemetzel bleibt aus. Zwei der Schauspieler ziehen sich riesige Masken auf und schlüpfen in die verschiedenen Rollen, um die begangenen Morde lediglich anzudeuten.  Kriegenburgs Hamlet Interpretation ist plakativ, skurril und provozierend. Wer sich darauf einlässt wird einen unterhaltsamen Abend verleben. Wer nicht, wird mit ausreichend Stoff versorgt, um sich zumindest den Rest des Tages darüber aufregen zu können. Guildenstern sagt an einer Stelle kopfschüttelnd: <em>„I don’t like this play. </em><em>It is shit!“</em>, woraufhin Rosencrantz ihm wie üblich zustimmt, <em>„Yes, that’s true, me too, me too… </em><em>It’s shit!“</em>. Doch dann schaut sie noch einmal kurz zur Bühne, das wahnsinnige Grinsen kehrt zurück und man kann sie voller Begeisterung flüstern hören: <em>„…but I like shit!“.</em></p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">*Salat Fingers: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=M3iOROuTuMA">http://www.youtube.com/watch?v=M3iOROuTuMA</a></p>
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		<title>Avatar &#8211; Keine Tiefe trotz 3D</title>
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		<pubDate>Thu, 06 May 2010 12:29:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Diana Ringelsiep</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[James Cameron, Regisseur der Superlative, dreht nach Titanic erneut den teuersten Blockbuster aller Zeiten und verfilmt mit atemberaubender 3D-Technik die langweiligste Story des Jahres.
 
 
 
So beeindruckend es in den ersten Minuten auch ist, den Schauspielern in den realen 3D-Szenen durch ihr futuristisches Büro zu folgen, so schnell ist die Begeisterung darüber auch wieder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>James Cameron, Regisseur der Superlative, dreht nach Titanic erneut den teuersten Blockbuster aller Zeiten und verfilmt mit atemberaubender 3D-Technik die langweiligste Story des Jahres.</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong><span id="more-1331"></span></strong><img class="size-medium wp-image-1332 alignright" title="hr_Avatar_27" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2010/05/hr_Avatar_27-300x168.jpg" alt="hr_Avatar_27" width="300" height="168" />So beeindruckend es in den ersten Minuten auch ist, den Schauspielern in den realen 3D-Szenen durch ihr futuristisches Büro zu folgen, so schnell ist die Begeisterung darüber auch wieder verflogen. Das ist schade, da man deshalb schnell beginnt, sich auf die Geschichte zu konzentrieren und die ist nicht nur bereits <em>tausendfach</em> erzählt worden, sondern wird in diesem Fall noch nicht einmal besonders <em>gut</em> erzählt.</p>
<p><strong>2nd life</strong></p>
<p>Die Menschheit schreibt das Jahr 2154. Die Rohstoffe der Erde sind verbraucht. Ihre Natur zerstört. Auf der Suche nach Alternativen stoßen die Menschen auf einen Planeten namens Pandora, der über ein großes Vorkommen an <em>Unobtanium</em> verfügt. Zu Deutsch müsste dieser kostbare Rohstoff <em>Unbeschaffbarum</em> heißen und genau das ist er auch, da sich die heiligste Stätte des Volkes der Na’vi, genau darüber befindet. Der ehemalige Marine Jake Sully (Sam Worthington) wird schließlich im Zuge eines Avatar-Programms nach Pandora geschickt. Er soll die Einheimischen dort zum Umsiedeln bewegen, um den Weg für den Unobtanium-Abbau zu räumen. Er schlüpft dazu gedanklich in seinen Avatar, eine durch DNA-Kreuzung erschaffene Kreatur, die wie ein Einheimischer der Na’vi aussieht und ohne Sauerstoffmaske auf Pandora atmen kann. Jake, der im wahren Leben im Rollstuhl sitzt, beginnt daraufhin schnell, Gefallen an seinem Avatar-Dasein zu finden.</p>
<p><strong>Farbliche Zumutung </strong></p>
<p>Die dann folgenden animierten Sequenzen im Dschungel von Pandora sind so farbenfroh, dass dem Zuschauer die Augen schmerzen. Neonpinke Blumen, die von orangefarbenen Faltern umflattert werden und bunt aufleuchtender Boden, wann immer die Füße der blauen Na’vi ihn berühren. Bei den 3D-Effekten setzten die Macher, wie bereits bei „Ice Age III“ und „Oben“, hauptsächlich auf Höhen und Tiefen, das Tänzeln am Abgrund und schnelle Verfolgungsszenen. Die schimmernden und fluoreszierenden Landschaftselemente erinnern dabei mehr an das Airbrush-Gemälde eines kanarischen Straßenkünstlers als dass sie den Zuschauer in eine andere Welt entführen. Schwebende Gebirge, von denen unzählige Wasserfälle ins Nichts stürzen, eine Fauna, die einem karibischen Riff gleicht und Lebewesen, die am ehesten einer Mischung aus „Findet Nemo“ und „Jurassic Park“ entsprechen. Und ausgerechnet in dieser neonfarbenen Kitschwelt leben die naturverbundenen Na’vi, bei deren Erschaffung sich Cameron offensichtlich stark an den afrikanischen Massais orientiert hat. Denn zwischen den beiden Naturvölkern gibt es verblüffende Ähnlichkeiten: Beides sind im Einklang mit ihrer Umwelt lebende Stämme, bestehend aus stolzen, großgewachsenen Kriegern und spirituellen Frauen. Geflochtene, mit roter Erde gefärbte Zöpfe, geweitete Ohrlöcher und Lendenschutz. Zwei Völker, die für ihre Art zu leben von der zivilisierten Welt  belächelt werden. Eine bereits unzählige Male am Bespiel der Indianer verfilmte Kolonial-Geschichte.</p>
<p><strong>Wo die Liebe hinfällt </strong></p>
<p>Die Na’vi sehen in Jake etwas Besonderes, bilden ihn zum Krieger aus und nehmen ihn schon bald in der Gemeinschaft auf. Natürlich kommt es wie es kommen muss. Jake gewöhnt sich an dieses „Second Life“, in dem er laufen kann. Er lernt von den Na’vi, worauf es im Leben wirklich ankommt und verliebt sich zudem auch noch in Neytiri, die bereits einem Anderen versprochene Häuptlingstochter (Zoe Saldana). Natürlich lassen sich das Militär und der Minenboss nicht von ihrem Vorhaben abbringen und rücken schließlich mit Bulldozern an, um diesen paradiesischen Ort der Erde gleich zu machen. Wie einst bei Tarzan und Jane, ist das ungleiche Liebespaar gezwungen, gemeinsam für das zu kämpfen, was die Wissenschaftler nicht zu sehen scheinen. Doch im entscheidenden Moment wacht Jake im echten Leben auf und sein Avatar fällt leblos zu Boden. Die Na’vi sind enttäuscht und sehen in ihm einen Verräter.</p>
<p><strong>Der theatralische Höhepunkt</strong></p>
<p>Ihren Höhepunkt findet die triviale Geschichte als Jake nach Pandora zurückkehrt, die Einheimischen in einer heroischen Rede wieder für sich gewinnt und zum Gegenangriff auffordert. Begleitet von immer lauter werdender Gänsehautmusik überzeugt er nicht nur das Volk und seine geliebte Häuptlingstochter von seinem Vorhaben, sondern auch deren Ex-Verlobten, seinen Erzfeind, der ihn von da an nur noch „Bruder“ nennt und an seiner Seite kämpft. Das Ganze erinnert stark an die Präsidentenrede in „Independence Day“, nur dass hier die Menschen die Aliens sind.</p>
<p><strong> Krieg der Welten</strong></p>
<p>Es folgt eine gigantische Schlacht um das heilige Land. Wie in der griechischen Mythologie um Pandora, bricht das Übel über den sonst so friedlichen Ort herein. Das Aufeinandertreffen der grauen und  schroffen Welt der Menschen mit der bunten und friedlichen Welt der Na’vi. Maschinengewehre gegen Pfeil und Bogen. Soldaten in futuristischen Kampfhubschraubern gegen die auf Flugdinosauriern reitende <em>Blue Men Group</em>. Doch damit nicht genug. Der von Narben entstellte Oberbösewicht Colonel Miles Quaritch (Stephen Lang) setzt dem Ganzen mit Macker-Sprüchen wie: „Kommt zu Daddy!“ und „Ladies, macht ihnen die Hölle heiß, Papa will zum Abendessen zu Hause sein!“, immer wieder die Krone auf und strapaziert die Geduld der Zuschauer.</p>
<p><strong>Klischeehaftester  Blockbuster aller Zeiten</strong></p>
<p>Die offensichtlichen Anspielungen auf die Militäreinsätze im nahen Osten und auf die Klimakatastrophe, die der Ausbeutung unseres Planeten folgen wird, können die Story leider  auch nicht retten. Die klischeehaften Charaktere treiben die vollen 161 Minuten an der Oberfläche. Jede ihrer Taten und jede Wendung der Geschichte ist vorhersehbar. Der Film kritisiert den „Höher-Schneller-Weiter-Größenwahn“ unserer Gesellschaft, bricht aber selbst alle Rekorde. Avatar ist eine visuelle Sensation, die großartig vermarktet wurde. Sie richtet sich an Blockbuster Fans und schafft es, durch die gesellschaftspolitischen Anspielungen auch die ins Kino zu locken, deren Genre normalerweise ein anderes ist. Allerdings werden diese enttäuscht. Denn was soll man davon halten, wenn es ausgerechnet der teuerste Film aller Zeiten ist, der die Profit-Gier der Menschheit anprangert?</p>
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		<title>Berlin, ick lieb&#8217; dir!!</title>
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		<pubDate>Thu, 06 May 2010 12:06:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Diana Ringelsiep</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[„Berlin ist arm, aber sexy!“, so sieht das zumindest der amtierende Bürgermeister Klaus Wowereit. Doch wie sieht es der Rest der Welt, wie sehen es die Berliner selbst? 

Dass in der Hauptstadt der Bär los ist, ist allgemein bekannt, das war auch schon vor Knut so. Pilgerten in den 1990ern noch über eine Million Menschen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>„Berlin ist arm, aber sexy!“</em>, so sieht das zumindest der amtierende Bürgermeister Klaus Wowereit. Doch wie sieht es der Rest der Welt, wie sehen es die Berliner selbst? </strong></p>
<p><span id="more-1316"></span></p>
<div id="attachment_1318" class="wp-caption alignright" style="width: 255px"><img class="size-medium wp-image-1318" title="800px-Berlinale2007" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2010/05/800px-Berlinale2007-300x201.jpg" alt="Quelle: www.wikipedia.de" width="245" height="164" /><p class="wp-caption-text">Quelle: www.wikipedia.de</p></div>
<p>Dass in der Hauptstadt der Bär los ist, ist allgemein bekannt, das war auch schon vor <em>Knut</em> so. Pilgerten in den 1990ern noch über eine Million Menschen Richtung Siegessäule, um auf der größten Techno-Party der Welt zu tanzen, so waren es zur WM 2006 mindestens genauso viele Fußballfans und vor zwei Jahren dann sogar Politikinteressierte, die den amerikanischen Präsidentschaftskandidat Barack Obama während seiner einzigen Rede in Europa wie einen Popstar feierten.</p>
<p><strong>Die Glamour Seite der Hauptstadt</strong></p>
<p>Doch nicht nur die breite Masse, sondern auch die Prominenz lässt sich in Berlin gerne sehen. Schauspieler auf der <em>Berlinale</em>, Models und Designer auf der <em>Berlin Fashion Week</em> und Musiker bei der <em>Echo</em> Verleihung und im vergangenen Jahr dann sogar bei den <em>MTV Europe Music Awards</em>! Doch auch abseits der roten Teppiche scheinen sich Stars in der einst geteilten Metropole wohl zu fühlen.</p>
<p><strong>Prominenz jenseits des roten Teppichs</strong></p>
<p>Denn man kann sie hier und da dabei beobachten wie sie ganz alltägliche Dinge tun. Heike Makatsch bei der Gepäckaufgabe am Check-In-Schalter Tegel, Ben Becker beim Zigaretten kaufen im Supermarkt nebenan und Daniel Brühl zwischen ganz normalen Studenten auf der Tanzfläche eines Clubs. Auch „Brangelina“ – das Hollywood Traumpaar Brad Pitt und Angelina Jolie – macht kein Geheimnis aus der Liebe zu Berlin und bewohnte während der Dreharbeiten zu &#8220;Inglorious Bastards&#8221; für mehrere Monate eine Villa am Wannsee.</p>
<p><strong>Düstere Zahlen</strong></p>
<div id="attachment_1319" class="wp-caption alignright" style="width: 151px"><img class="size-medium wp-image-1319" title="arbeitslosenzahlen_ub1" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2010/05/arbeitslosenzahlen_ub1-227x300.jpg" alt="Quelle: www.spreeradio.de" width="141" height="188" /><p class="wp-caption-text">Quelle: www.spreeradio.de</p></div>
<p>So sexy ist die Hauptstadt also. Eine Metropole, der sich niemand entziehen kann. Was macht da schon eine Pro-Kopf-Verschuldung von 16.783 Euro oder eine zeitweilige Arbeitslosenquoten von bis zu 18,1%? Dazu äußert sich Herr Wowereit nicht so gern.</p>
<p><strong>Abenteuer Supermarkt</strong></p>
<p>Ebenfalls eher unsexy sind zum Beispiel Orte wie Supermärkte in den U-Bahn-Stationen. Um hinein zu kommen, muss man meist an einer Ansammlung betrunkener, schnorrender Obdachloser vorbei und hat man dies erst einmal geschafft, erwartet einen im Inneren meist alles andere als ein Einkaufsparadies. Immer wieder trifft man auf  überforderte Mütter, die ihre Kinder anschreien, weil sie die Tafel Schokolade oder das Überraschungsei, das diese in den Wagen gelegt haben, „von dem bisschen, beschissenen Hartz IV!!!“ nicht bezahlen können. An manchen Tagen kann man sogar einen Blick auf das ein oder andere Nagetier erhaschen, das fiepend durch den Laden rennt.</p>
<p><strong>Kundenservice</strong></p>
<p>Der wohl einzige Ort, wo noch auf den Kunden zugegangen wird, ist die Hasenheide. In dem 50 Hektar großen Neuköllner Park ist von der Servicewüste Deutschland keine Spur: „Pssst… Haschisch? Marihuana?“, „Heyyy wissu Gras kaufen?“, „Cocain? Heroin?“ Alles was das Herz begehrt. Sofern man drogenabhängig ist.</p>
<p><strong>S-Bahn-Slang</strong></p>
<div id="attachment_1320" class="wp-caption alignright" style="width: 168px"><img class="size-medium wp-image-1320 " title="multiteaser_knallhart_05" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2010/05/multiteaser_knallhart_05-300x155.jpg" alt="Filmszene aus Knallhart - Quelle: www.einsfestival.de" width="158" height="81" /><p class="wp-caption-text">Filmszene aus Knallhart - Quelle: www.einsfestival.de</p></div>
<p>Man muss auch kein Lehrer der Rütli-Schule sein, um festzustellen, dass mit der Berliner Jugend etwas nicht stimmt, zumindest mit ihrer Sprache. Besonders in der S-Bahn muss man nicht lange warten, um Dialogen wie dem folgenden lauschen zu können: <em>„Ey Alta, ich hab’ Mathe heute so voll nich’ gecheckt Alta…“, „Boah Alta, das is’ weil du so voll das Opfer bist und so… Alta!“</em></p>
<p><strong>Ich bin schizophren &#8211; Ich auch</strong>!</p>
<p>Während ein solches Gespräch noch recht unterhaltsam sein kann, sind die überall anzutreffenden, leicht schizophrenen Gestalten dagegen oft sehr anstrengend. Glaubt man auf dem Weg zur Arbeit zum Beispiel anfangs noch, sich neben eine „nette, alte Dame“ gesetzt zu haben, kann diese jedoch schon bald zu dem Schluss kommen, dass es sich bei dem Kind gegenüber um ihren trinkenden Ex-Mann handelt: <em>„Eyyy du Arschloch!! Du hast mich doch betrooogen, hast du! Gefickt hast du sie!!“</em> Noch kurioser kann es dann nur noch werden, wenn sich das Kind dadurch nicht einmal gestört fühlt.</p>
<p><strong>Nichts zu verlieren</strong></p>
<p>Doch ist diese Stadt so einfach in eine Schublade zu stecken? Wahrscheinlich ist es gerade die <em>Kombination</em> der Extreme, die Berlin zu dem macht, was es ist. Wo es kein Glamour-Image zu verlieren gibt, stört sich auch niemand an Prominenten in Jogginghosen. Wo kein seriöser Ruf herrscht, kann ein Banker auf dem Heimweg in der Straßenbahn auch mit gelockerter Krawatte ein Bier trinken. Wo kuriose Gestalten zum Straßenbild gehören, ist es auch nichts Besonderes, wenn ein Punk im Bus einer Oma seinen Platz anbietet.</p>
<p><strong>Berlin ist sexy!</strong></p>
<div id="attachment_1321" class="wp-caption alignright" style="width: 214px"><img class="size-medium wp-image-1321" title="ViewFotoCommunity-1184132" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2010/05/ViewFotoCommunity-1184132-300x196.jpg" alt="Quelle: www.view.stern.de" width="204" height="134" /><p class="wp-caption-text">Quelle: www.view.stern.de</p></div>
<p>Es ist nicht alles rosig in der Hauptstadt, doch der Punkt ist, dass das auch nie jemand behauptet hat. Der Berliner hält nichts vom „Schönreden“. Denn wo hässliche Details nicht weggelassen werden, muss man sich auch selbst nicht verstellen und verteidigen. Die Frage war eben nie: Ist Berlin arm <em>oder</em> sexy? Die Frage war: <em>„Macht Geld sexy?“</em> und die Antwort des Bürgermeisters lautete: <em>„Nein. Das sieht man an Berlin. Wir sind zwar arm, aber trotzdem sexy.“</em></p>
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		<title>Broilers &#8211; The Anti Archives (dvd)</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 20:24:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Diana Ringelsiep</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[(People Like You Records/VÖ: 23.10.2009)
Warum die Broilers Angst vor Skinheads hatten und selber welche werden wollten und was das Christkind mit der Gründung der damals jüngsten oi! Band Deutschlands zu tun hatte…

Die Broilers haben ein Baby bekommen. Einen ganz schön dicken Brocken, aber wunderschön anzusehen. Die &#62;&#62;Broilers – The Anti Archives&#60;&#60; Doppel DVD kommt in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(People Like You Records/VÖ: 23.10.2009)</p>
<p><strong><em>Warum die Broilers Angst vor Skinheads hatten und selber welche werden wollten und was das Christkind mit der Gründung der damals jüngsten oi! Band Deutschlands zu tun hatte…</em></strong></p>
<p><span id="more-1213"></span></p>
<div id="attachment_1215" class="wp-caption alignright" style="width: 229px"><img class="size-medium wp-image-1215" title="broilersdvd" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2010/04/broilersdvd-219x300.jpg" alt="Doppel DVD &quot;The Anti Archives&quot; zum 16-jährigen Jubiläum" width="219" height="300" /><p class="wp-caption-text">Doppel DVD &quot;The Anti Archives&quot; zum 16-jährigen Jubiläum</p></div>
<p>Die Broilers haben ein Baby bekommen. Einen ganz schön dicken Brocken, aber wunderschön anzusehen. Die &gt;&gt;Broilers – The Anti Archives&lt;&lt; Doppel DVD kommt in einer limitierten Edition mit über sechs Stunden Videomaterial, 44 Seiten Booklet und einer 3D Brille im schicken Pappschuber daher.</p>
<p><strong>Drei Stunden Live-Material </strong></p>
<p>Was darauf zu sehen ist, übertrifft alle Erwartungen. Das fast 3-stündige live Material schlägt einem mit voller Wucht um die Ohren und wird fast zur Qual, wenn man spätestens beim zweiten Lied lieber mittendrin stehen würde als auf dem Sofa zu hängen. Die Aufnahmen stammen aus dem <em>Conne Island</em> in Leipzig, das die Band im Mai 2008 beinahe zum Platzen brachte und natürlich aus der Heimatstadt Düsseldorf, wo sie einen Tag später vor 2000 Leuten das <em>Stahlwerk</em> überkochen ließen. Einziges Manko: DVD 1 hängt bei Song Nr. 26 „Meine Sache“. Deshalb muss über diese Stelle hinweg geskippt werden.</p>
<p><strong>Die Band Doku – Plaudern aus dem Nähkästchen</strong></p>
<p>Die zweite DVD überrascht mit einer 90-minütigen Band Dokumentation, die einen so nah dabei sein lässt, dass man am Ende glaubt, selbst dazuzugehören. Rotwein trinkend plaudern die Bandmitglieder aus dem Nähkästchen, schwelgen in Erinnerungen und charakterisieren sich gegenseitig, während Freunde (u.a. von Loikaemie, Volxsturm und The Generators) einzelne Epochen aus ihrer Sicht schildern.</p>
<p><strong>Unterwegs nach Disneyland und andere Anekdoten</strong></p>
<p>Doch es kommt noch besser, denn als hätten sie geahnt, dass es irgendwann einmal jemanden interessieren könnte,</p>
<div id="attachment_1214" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-1214" title="Broilers_2" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2010/04/Broilers_2-300x225.jpg" alt="Broilers - Punkrock aus Düsseldorf" width="300" height="225" /><p class="wp-caption-text">Broilers - Punkrock aus Düsseldorf</p></div>
<p>wurden bereits die frühesten Anfänge auf Video festgehalten. So kann man die damals 11 und 12 Jahre alten Freunde Andi und Sammy nach Disneyland begleiten und erfährt, dass „Monchichi Skinhead“ Sammy sich bereits im zarten Alter von 14 für „den geistigen Kopf der Band“ hielt. Die Freude am Filmen ging ihnen zum Glück nie verloren, so dass dem Zuschauer nichts, aber auch gar nichts verborgen bleibt! Wer also wissen will, warum alle Bandmitglieder Tussis sind, außer Ines, wo genau die Verbindung der Broilers zur Mafia liegt und weshalb Christians Gehirn manchmal aussetzt, der kaufe das gute Stück und mache sich selbst ein Bild!</p>
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		<item>
		<title>Die Frau des Zeitreisenden</title>
		<link>http://kulturen.b3at.de/archives/1104</link>
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		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 23:51:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Diana Ringelsiep</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Erstlingswerk von Audrey Niffenegger machte die amerikanische Kunstprofessorin über Nacht zu einer gefeierten Bestseller-Autorin. Seit der Erstveröffentlichung 2003 wurde ihr Roman bereits in 20 Sprachen übersetzt. Doch was ist das für eine Geschichte, die wie aus dem Nichts kam und eingeschlagen ist wie eine Bombe?

Aus dem Nichts scheint auch Hauptprotagonist Henry De Tamble zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Erstlingswerk von Audrey Niffenegger machte die amerikanische Kunstprofessorin über Nacht zu einer gefeierten Bestseller-Autorin. Seit der Erstveröffentlichung 2003 wurde ihr Roman bereits in 20 Sprachen übersetzt. Doch was ist das für eine Geschichte, die wie aus dem Nichts kam und eingeschlagen ist wie eine Bombe?</strong></p>
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<p><img class="alignright size-medium wp-image-1105" title="Audrey Niffeneggers Erstlingswerk" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2010/02/Niffenegger_FraudesZeitreisenden-196x300.jpg" alt="Audrey Niffeneggers Erstlingswerk" width="196" height="300" />Aus dem Nichts scheint auch Hauptprotagonist Henry De Tamble zu kommen, wenn er plötzlich splitternackt irgendwo auftaucht und nicht weiß, in welcher Zeit er sich befindet. Er leidet an einem seltenen Gen-Defekt, dem „Chrono-Syndrom“, das ihn urplötzlich verschwinden und zu einem anderen Zeitpunkt in seinem Leben wieder zu sich kommen lässt. Als die Liebe seines Lebens, Clare Abshire, ihm in genau einem solchen Moment erstmals begegnet, ist sie sechs und Henry 36 Jahre alt.</p>
<p><strong>Eine Schicksalhafte Begegnung</strong></p>
<p>Nach anfänglicher Skepsis gegenüber dem fremden, nackten Mann im Gebüsch, wirft sie ihm ihr Badehandtuch zu und lässt sich seine Geschichte erzählen. Henry kennt Clare bereits, denn in der Zeit, aus der er kommt, ist sie 28 Jahre alt und seine Frau. Doch das behält er für sich. Von diesem Tag an ist Clares Schicksal bestimmt. Sie wartet. Immer wieder kehrt er zu ihr zurück, um wieder zu verschwinden. Aus Warten wird Vermissen. Vermissen wird zur Sehnsucht. Zwischen dem Mädchen und dem Mann entsteht eine Freundschaft, die einer Seelenverwandtschaft gleicht.</p>
<p>Vierzehn Jahre später kommt es zu einer zweiten „ersten Begegnung“, als die 20-jährige Clare in einer Bücherei plötzlich dem 28-jährigen Henry gegenübersteht. Er sieht sie im chronologischen Verlauf seines Lebens dort zum ersten Mal und weiß nicht, wen er vor sich hat. Von nun an aber haben sie sich in der echten Zeit gefunden und sind ein Paar. Eine Beziehung die, besonders für Clare, nicht immer einfach ist.</p>
<p><strong>Wunderbar verwirrende Unterhaltung</strong></p>
<p>Was hier wahrscheinlich eher verwirrend als unterhaltsam klingt, ist in Wahrheit eine Geschichte, die den Leser in sich hineinzieht und nicht wieder loslässt. Die Erzählperspektive wechselt von Kapitel zu Kapitel zwischen den beiden Hauptprotagonisten und auch die Reihenfolge ist nicht chronologisch aufgebaut. So passiert es hin und wieder, dass eine Szene in ein völlig neues Licht gerückt wird, wenn man zu einem späteren Zeitpunkt die Wahrnehmung und die derzeitigen Umstände des anderen erfährt.</p>
<p>Während des Lesens kommt es immer wieder zu Überraschungen und Aha-Erlebnissen. Damit das Ganze nicht zu verwirrend wird, besteht eine Kapitelüberschrift stets aus Datum und derzeitigem Alter der beiden Hauptakteure. Der darunter stehende Name kündigt außerdem an, aus wessen Perspektive man die folgenden Ereignisse erleben wird.</p>
<p><strong>Fern von jedem Genre</strong></p>
<p>Trotz allem gibt es zwei Gründe, die zu Fehlkäufen und enttäuschten Lesern führen könnten, denn zum einen ist der sehr an Science Fiction erinnernde Titel etwas irreführend, zum anderen handelt es sich bei der Geschichte von Henry und Clare auch nicht um die „sehnsüchtigste Liebesgeschichte des Jahres“ wie es auf der Rückseite des Buches verkündet wird.</p>
<p>„Die Frau des Zeitreisenden“ ist <em>anders</em>, doch weder das Eine noch das Andere. So nimmt der Leser zum Beispiel schnell hin, dass manche Menschen durch die Zeit reisen müssen. Raum für Unheimliches und Spekulationen über die Ursache bleibt kaum. Auch Fans der klassischen Liebesromane werden wahrscheinlich eher nicht auf ihre Kosten kommen.</p>
<p>Audrey Niffenegger hat es geschafft, dem Leser durch die ständigen Zeitsprünge und Perspektivwechsel selbst das Gefühl gegeben, durch die Zeit zu reisen. Denn er muss sich vor jedem neuen Kapitel wieder kurz ins Gedächtnis rufen, was zu dem folgenden Zeitpunkt bereits geschehen ist, was noch geschehen wird und welcher Protagonist was bereits weiß.</p>
<p><strong>Die Liebe zum Detail</strong></p>
<p>„Die Frau des Zeitreisenden“ ist ein so gut durchdachter Roman, dass ich manches Mal kopfschüttelnd da saß und nicht fassen konnte, dass ein zuerst selbst noch so belanglos erscheinendes Detail zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgegriffen und wie ein Puzzleteil zum großen Ganzen hinzugefügt wird. Außerdem bekommt man durch den Wechsel der Sichtweisen einen tollen Einblick in die Hauptcharaktere, ihre innersten Ängste, Sorgen und Bedürfnisse.</p>
<p>Der Schleier von Melancholie, der die Geschichte von der ersten Seite an begleitet, lässt sich mit dem Buch kaum weglegen. Es gehört zu der Sorte, die man am Ende mit Tränen in den Augen zur Seite legt. Zum einen weil es so traurig ist, zum anderen weil es zu Ende ist.</p>
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