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	<title>Kulturen &#187; janelle.dumalaon</title>
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	<description>Das Online-Magazin der Kulturjournalisten an der UdK Berlin</description>
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		<title>Glück Gehabt: Szenen aus einem Leben Die Autobiographie des Georg Hensel</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Apr 2010 16:33:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>janelle.dumalaon</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[„Wenn man über einen Gegenstand nichts weiß, muß man über ihn ein Buch schreiben, dann weiß man alles“.  So schreibt es Theaterkritiker Georg Hensel in Glück Gehabt &#8211; Szenen aus einem Leben, seinem autobiografischen Werk.
Er war Autodidakt, und eigentlich bezieht sich das Zitat auf seinen Selbstkultivierungsprozess.  Für den Kontext, in dem jemand Memoiren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Wenn man über einen Gegenstand nichts weiß, muß man über ihn ein Buch schreiben, dann weiß man alles“.  So schreibt es Theaterkritiker Georg Hensel in Glück Gehabt &#8211; Szenen aus einem Leben, seinem autobiografischen Werk.</strong></p>
<p><strong><span id="more-1221"></span></strong>Er war Autodidakt, und eigentlich bezieht sich das Zitat auf seinen Selbstkultivierungsprozess.  Für den Kontext, in dem jemand Memoiren schreibt, ist es vielleicht auch passend, denn um sich selbst zu thematisieren, ist man zur Introspektion gezwungen.  Irgendwann im Alter, so Hensel, weigert das Gehirn „neue Daten zu speichern, es öffnet stattdessen sein Archiv.“  Das Entpacken dieses von gesammelten Erfahrungen gebildeten Archivs lässt ihn fragen: ,,Ist Flucht nicht das Grundthema meines Lebens? Flucht in die künstlichen Welten der Bücher, Filme, Theaterstücke, Bilder, Musik, Reisen? Bin ich nicht der geborene Eskapist? Die Realität war immer nur die Pflichtübung, und Kunst allein war die Kür.“  Damit erhebt sich die Frage des Lesers: Wovor flüchtete er?</p>
<p><strong>Kindheit, Schule, Hitlerjugend</strong></p>
<p>Die bildliche Vorstellung eines fliehenden Mensches ist immer  jemand der sich von dramatischen Ereignissen, wie Verfolgung oder Katastophen, rasch entfernt. Wie der Titel verrät, Hensel beschreibt  Szenen aus den verschiedenen Abschnitten seines Lebens: Kindheit, Schule, Hitlerjugend, Abitur, Krieg,  sein beruflicher Werdegang als Journalist, Reisen, Alter und schließlich eine Herzkrankheit. Aus seinen Memoiren ist zu erfahren, dass  Hensel, Jahrgang 1923, in Arheilgen,  Darmstadt geboren ist, seine journalistische Karriere beim Darmstädter Echo anfing, und sich 1989 wegen gesundheitlicher Probleme von seiner Tätigkeit als Chefkritiker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zurückzog.</p>
<p><strong>Egon-Erwin-Kisch-Preis</strong></p>
<p>Spielplan, ein  Überblick über die Theaterstücke von der Antike bis zur Gegenwart,  soll sein wichtigstes Werk gewesen, und erschien 1966. Ausgezeichnet wurde er mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis, für sein Werk und Viel Spaß am Leben.  1950 heiratete er Anna Elisabeth Müller, hatte mit ihr zwei Jahre später einen Sohn. Sie blieben bis zu seinem Tod in 1996 ein Paar. Er flüchte also nicht vor irgendetwas Schlimmen. Mit viel Understatement beschreibt er seine Lebensgeschichte, denn stürmisch war sie offensichtlich nicht. Der oben genannte Flucht bezieht sich vermutlich darauf, der Gewöhnlichkeit zu entkommen, und in den Tumult zu reisen, statt anders herum.</p>
<p><strong>Am Ende ist immer der Tod</strong></p>
<p>Wenn sein Leben an sich relativ ruhig war, erlebte er zwischen 1923 bis 1996  zumindest verschiedene Epochen und deren Bewegungen mit. Wie  Konzepte wie Krieg und Kunst, aber vor all allem wie Tod und Sex, im Laufe der Jahre  entdeckt werden könnten, stellt er in fiktiven Erzählungen dar, die zwischen seinen autobiographischen Kapiteln eingefügt sind.  Durch diese Erzählungen wird der Zeitgeist jeder Ära von seinem Leben kontextualisiert, ohne dass er seine eigenen  Erfahrungen übertreiben muss. In diesen Geschichten bildet sein aufgelockerter Erzählstil einen Kontrast zu den dramatischen Geschehnissen die fast immer mit dem Tod enden. Als Beispiel gibt es Ein ziemlich langer Abschied: Die Geschichte vom Tod eines Intellektuellen, wo Hensel  über den Selbstmord des Heinrich von Kleist  schreibt. Diese Geschichten scheinen Produkte seiner Betrachtung des nahenden Todes zu sein.  Eine schlüssige Aussage hat er aber nicht, nur „Altern: die Antworten werden weniger, die Fragen nehmen zu“.  Zwei Jahre nach der Veröffentlichung des Buches starb er.</p>
<p><strong>,,Glück Gehabt—Szenen aus einem Leben“</strong></p>
<p>Als Titel ,,Glück Gehabt—Szenen aus einem Leben“  spiegelt den Schreibstil, sowie das Wesen des Autors wieder: schlicht,  bescheiden und leicht verständlich. „Ich wollte von allen Lesern verstanden werden, und zwar ohne Mühe, eher mit Vergnügen, und ich war schamlos genug, mir das so wünschen“, schrieb er.   Bemerkenswert ist es auch dass im Titel steht  „einem“ statt „meinem“ .  Daraus könnte es sich schließen lassen, dass er sein Leben als ein „normales“ Leben, wie andere Leben, betrachtete. Aber es ist genau sein „normales Leben“, und dessen Zufälle, Gelegenheiten und Freundschaften, das seinen „Flucht“ in die Kunst und seine erfolgreiche, langjährige Karriere als Kritiker  ermöglichte. Hensel lebte kein Leben als Hauptdarsteller &#8211; dafür aber war er ein sensibler, scharfsinniger Zuschauer. Darin bestand sein Glück. Von Glück reden zu können, wünscht sich jeder. In diesem Fall schreibt Hensel darüber, und zwar auf die Weise, die zu sein  Erfolg als Autor führte. ,,Glück Gehabt“ ist ein lesenswerter Text,  dessen Sprache keinen ausgrenzt.<br />
Georg Hensel: Glück gehabt &#8211; Szenen aus einem Leben, Insel Verlag, Frankfurt am Main 1994; 289 S.</p>
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		<title>Same Same, But Different</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 23:07:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>janelle.dumalaon</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>

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		<description><![CDATA[SAME SAME BUT DIFFERENT ist die Verfilmung der wahren Liebesgeschichte des jungen Hamburger Journalisten Benjamin Prüfer und Sreykeo Sorvan, einer HIV-positiven Ex-Prostituierten aus Kambodscha.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Same Same But Different—Eine Rezension </strong></p>
<p>,,Same Same But Different“ ist eine Redewendung, die jeder Backpacker in Ostasien kennt &#8211; im Fall dieses  Filmes ist er in Kambodscha zu hören.  Der Spruch ist etwas (absichtlich) missverständlich und spielt besonders eine Rolle beim Feilschen um Souvenirs.  Imitationen auf dem Marktplatz sind zum Beispiel  ,,same same“ (wie das Original), aber einfach anders.</p>
<p>So ist es eben auch mit <em>Same Same But Different</em>: der Film ist eine reine Liebesgeschichte, wie viele andere. Er beschäftigt sich mit der wichtigsten Frage aller guten Liebesfilme: wie kann ein Paar zusammen bleiben,  trotz allem? ,,Alles“ sind die großen existentiellen Herausforderungen, die für die Einzigartigkeit einer Liebe sorgen &#8211; dadurch ist sie ,,different“. Diese können aus so vielem bestehen und sind immer anders. Der Film bietet sogar eine ganze Reihe solcher Herausforderungen: Krankheit, kulturelle Unterschiede,  Entfernung, Lebenstil und viele mehr.</p>
<p><strong>Auf den ersten Blick</strong></p>
<p>Genau in diesem Kontext kämpfen Sreykeo, eine Prostituierte in Phnom Penh, und Benjamin,  ein junger Abiturient aus Deutschland, für ihre Liebe.  Schon am Anfang des Filmes wird das am schwersten wiegende Problem deutlich: Sreykeo ist HIV-positiv. Danach zeigt der Film die Entwicklung ihrer Beziehung, von der ersten Nacht zusammen, nachdem sie sich in einem Bar kennen lernten und sich ineinander verliebten bis zu der Szene, in der Ben, wieder in Deutschland, die schlechte Nachricht von Sreykeo bekommt. Der Rest  des Filmes geht  um die oben gennante Frage und den Versuch des Liebespaares, sie—unter praktischen Gesichtspunkten&#8211; zu beantworten.</p>
<p><strong>Sreykeo, ihm schmeckt‘s nicht</strong></p>
<p>Es ist interessant, dass das übliche interkulturelle Filmklischee &#8211; der  Hauptcharakter, der sich im fremden Land wie ein Fisch auf dem Trockenen fühlt &#8211; nicht hervorgehoben wird. Ben hat eine ganz andere Haltung  im Vergleich zu Jan aus <em>„Maria, ihm schmeckt‘s nicht“. </em>Während Jan durch eine Reihe von Ereignessen mit den Eigenarten der Kultur und des Familienlebens seiner Verlobten unfreiwillig aber kömodiantisch umgehen muss, übernimmt Ben ganz bewusst die Verantwortung für seine Liebe und dazu die für ihn außergewöhnlichen Bedingungen von Sreykeo<em>s </em>Leben.  Dazu zählt nicht  nur dass sie HIV-positiv ist, sondern auch praktische Erwägungen. So ist ihre Familie finanziell von ihr abhängig und erwartet nun, auch von Ben unterstützt zu werden. Der Vater erkundigt sich sogar nachdrücklich, wann er ein Haus für die Familie zu bauen gedenkt.</p>
<p>Auch wenn es ihm nicht leichtfällt, nimmt er an ihrer Welt teil. Er schickt ihr Geld, hilft ihr mit der Behandlung ihrer Krankheit und fliegt mehrmals zu ihr nach Kambodscha. Dadurch wird klar ausgedrückt:  in erster Linie ist die Liebe eine selbstgewählte Entscheidung,  sein Leben mit jemandem zu teilen.</p>
<p><strong>Ein Film, der nichts außer Liebe thematisert</strong></p>
<p>Was mir an diesem Film besonders gefällt, ist der entschlossene Fokus des Films.  Auf der  <em>Same-Same</em>-Webseite ist das folgende Zitat von Regisseur Detlev Buck zu lesen: &#8220;Seit der Filmhochschule will ich einen Film machen, der nicht nur, wie so oft, ein bisschen Liebe beinhaltet, sondern nichts außer Liebe thematisiert“.  Das wird in diesem Film konsequent umgesetzt. Obwohl Ben und sein mitreisender Freund Ed auf der Suche nach einem Urlaubsabenteuer waren, ist der Film keine Backpacker-Story. Obwohl Sreykeo HIV hat, ist der Film weder eine Aufklärungskampagne über AIDS noch ein Kommentar zum Sex-Tourismus. Diese Elemente bilden nur den Zusammenhang der Geschichte, aber nicht die Geschichte selbst. Diese dreht sich ausschließlich um die Liebe, die „same same“ als universelle Sprache dargestellt ist, die alle Differenzen überbrücken kann.</p>
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