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	<title>Kulturen &#187; Sabrina Waffenschmidt</title>
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	<description>Das Online-Magazin der Kulturjournalisten an der UdK Berlin</description>
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		<title>Der Kunstverein &#8211; Avantgarde in Marburg</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Jun 2010 23:50:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabrina Waffenschmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Marburger Kunstverein liegt im Herzen der hessischen Stadt Marburg. Seit über 50 Jahren werden verschiedene Künstler aus der gesamten Bundesrepublik ausgestellt. Heute ist er ein wichtiger Teil der kulturellen Identität Marburgs.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Marburger Kunstverein liegt im Herzen der hessischen Stadt Marburg. Seit über 50 Jahren werden verschiedene Künstler aus der gesamten Bundesrepublik ausgestellt. Heute ist er ein wichtiger Teil der kulturellen Identität Marburgs.</p>

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		<title>Laute Beats und fliegende Becher</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Apr 2010 17:26:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabrina Waffenschmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[35 Grad, vibrierende Bässe und 25.000 Festivalbesucher. Der Chiemsee Reggae Summer feierte sein 15-jähriges Jubiläum


 
35 Grad, vibrierende Bässe und 25.000 Festivalbesucher. Tausende von jungen Menschen sind wieder einmal mit Zelten, Gummistiefeln und grün-gelb-roten Fahnenstangen im Gepäck ins beschauliche Örtchen Übersee in Südbayern gepilgert, um sich die internationalen Stars der Reggae-Szene in einem Drei-Tages-Event anzuhören. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>35 Grad, vibrierende Bässe und 25.000 Festivalbesucher. </strong><strong>Der <em>Chiemsee Reggae Summer</em> feierte sein 15-jähriges Jubiläum</strong></p>
<p><strong><span id="more-1235"></span><br />
</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_1236" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-1236" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2010/04/Bühne-von-oben-300x200.jpg" alt="Die Hauptbühne von oben" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Die Hauptbühne von oben</p></div>
<p>35 Grad, vibrierende Bässe und 25.000 Festivalbesucher. Tausende von jungen Menschen sind wieder einmal mit Zelten, Gummistiefeln und grün-gelb-roten Fahnenstangen im Gepäck ins beschauliche Örtchen Übersee in Südbayern gepilgert, um sich die internationalen Stars der Reggae-Szene in einem Drei-Tages-Event anzuhören. Der <em>Chiemsee Reggae Summer</em> hat sein 15-jähriges Jubiläum erfolgreich auf und über die Bühne gebracht. Was 1995 mit einem eintägigen Open-Air begann, ist mittlerweile zu einem Kultereignis in der deutschen Festivallandschaft angewachsen.</p>
<p><strong>Ein abwechslungsreicher Soundmix</strong></p>
<p>Bei unermüdlichem Sonnenschein gab es auch in diesem Jahr einen abwechslungsreichen Soundmix aus Roots-Reggae, Hip Hop, Dancehall und Ska. „Es heißt zwar Reggae Summer, aber du darfst hier auch als Hip Hopper auftreten. Es gibt ein bisschen was von allen subkulturellen, schwarzen Musikerzeugnissen &#8211; eben nicht nur Reggae, sondern auch viel Rap und ein bisschen Funk.“, sagt Jan Delay in einem Interview mit <em>Bunch.tv</em> über das Festival. Das Publikum war ähnlich bunt gemischt: Von alteingesessenen Rastafaris über Punks und Metaller konnte man die unterschiedlichsten Menschen und ihre Stile antreffen.</p>
<p><strong>Geld ausgeben fällt nicht schwer</strong></p>
<p>Die Mehrheit der Besucher bildete jedoch die Gruppe der Unter-20-Jährigen, die auf dem Gelände fleißig ihr Geld ausgaben: <em>Becks</em>, <em>Mr. Asia</em>, <em>Marios Pizza</em> und <em>American Spirit</em> an jeder Ecke. Morgens konnte man sich seinen Kaffee direkt am eigenen Zelt einschenken lassen, mittags ein wenig über den Markt flanieren und abends einen Bungee-Sprung aus 60 Meter Höhe wagen. Geld ausgeben fiel nicht schwer.</p>
<p><strong>Das Festival überzeugte mit seinem Line-Up</strong></p>
<p><img class="alignright size-medium wp-image-1237" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2010/04/Jan-Delay-1-300x225.jpg" alt="Jan Delay 1" width="300" height="225" />Auch wenn es nervt, dass der <em>Chiemsee Reggae Summer</em> von Jahr zu Jahr stärker kommerzialisiert wird, bot er auf der anderen Seite ein überzeugendes musikalisches Line-Up. So konnte man mit aktuellen Chart-Reitern wie <em>Jan Delay</em> oder <em>Peter Fox</em> abrocken, sich aber auch von zahlreichen kleineren, häufig deutschen Bands überraschen lassen. <em> </em></p>
<p><strong>Irie Révoltés bringen die Menge zum Tanzen</strong></p>
<p><em>Irie Révoltés</em> ist solch eine Band. Die neun Heidelberger sind vor allem für ihre sozialkritischen französisch- und deutschsprachigen Texte bekannt. Sie richten sich unter anderem gegen Rassendiskriminierung, Chauvinismus, Konsumbetrieb und der noch immer weit verbreiteten Homophobie im Reggae. Auch wenn die beiden Brüder am Mikrofon mit offenem weißen Hemd anfangs wie Sänger einer Boygroup anmuteten, überzeugten sie mit ihrer Authentizität und Energie nach wenigen Takten. Die Menge konnte trotz der gnadenlosen Hitze an diesem Sonntagnachmittag nicht mehr still stehen. Gegen Ende des Konzertes passierte eine weitere Überraschung: Ein junger Mann schaukelte im Schlauchboot über die Hände der tanzenden Masse und sammelte auf Ansage von<em> Irie Révoltés</em> die Pfandbecher der Besucher ein. Die Becher flogen durch die Luft, sodass das Schlauchboot fast überquoll. Wie sich herausstellte, handelte es sich dabei um eine originelle Aktion der jungen Trinkwasserinitiative <em>Viva con Agua</em> (siehe Interview).</p>
<p><strong>Hans Söllner begeisterte trotz homophoben Texten</strong></p>
<p>Keine Überraschung dagegen war der Auftritt des Headliners <em>Hans Söllner</em> am Samstagabend. Wie erwartet lockte der bayerische Liedermacher so viele Besucher vor die Bühne wie kaum ein anderer Künstler. Offenbar sang er sich mit seinen bissigen Mundarttexten und der Forderung nach Legalisierung von Marihuana in die Herzen vieler Zuhörer. Egal wen oder was <em>Söllner</em> verteufelte oder hochpries, die Menge zeigte sich begeistert. Dies verwundert jedoch, da die Mehrheit auch dann jubelte, als in seinen Liedern homophobe Tendenzen hörbar waren. So wirkte <em>Hans Söllner</em> während seines gesamten Auftritts weniger wie ein Revoluzzer, als viel mehr wie ein schimpfender alter Mann.</p>
<p>Neben diesem polarisierenden Auftritt machten die Konzerte von Busy Signal, Mono &amp; Nikitaman und den Ohrbooten zu einem gelungenen Festivalwochende. Schnell war Sonntagabend und das letzte <em>Becks</em> wurde zu einer letzten Pizza von <em>Mario</em> getrunken. Zurück blieben ein niedergetrampeltes Gelände und die Erinnerung an laute Beats, ekstatisch tanzende Massen und fliegende Becher.</p>
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		<title>Schiff Ahoi und Wasser marsch!</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Mar 2010 00:18:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabrina Waffenschmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[

Sie sind jung, sympathisch und kreativ. Sie veranstalten Benefiz-Konzerte mit Künstlern wie Clueso, Fettes Brot oder Makabu und sind 2008 für sauberes Trinkwasser in Nicaragua 39 Tage zu Fuß von Hamburg nach Basel marschiert. Dieses Jahr haben sie mit ihrer Aktion „Gib Viva con Agua Deinen Pfand zurück“ wieder die deutsche Festivalsaison aufgemischt.  Viva [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
</span></strong></p>
<div id="attachment_1155" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-1155" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2010/02/Michael-Fritz-300x225.jpg" alt="Michael Fritz vor dem Viva con Agua Stand" width="300" height="225" /><p class="wp-caption-text">Michael Fritz vor dem Viva con Agua Stand</p></div>
<p><strong>Sie sind jung, sympathisch und kreativ. Sie veranstalten Benefiz-Konzerte mit Künstlern wie <em>Clueso</em>, <em>Fettes Brot</em> oder <em>Makabu</em></strong> <strong>und sind 2008 für sauberes Trinkwasser in Nicaragua 39 Tage zu Fuß von Hamburg nach Basel marschiert. Dieses Jahr haben sie mit ihrer Aktion</strong> <strong><em>„Gib Viva con Agua Deinen Pfand zurück“</em></strong> <strong>wieder die deutsche Festivalsaison aufgemischt</strong>.  <strong><em>Viva con Agua</em></strong> <strong>versteht sich als All-Profit-Organisation und hat sich die nachhaltige Verbesserung der Trinkw</strong><strong>asserversorgung in Entwicklungsländern zur Aufgabe gemacht.</strong> <strong>Am <em>Chiemsee Reggae Summer</em> haben wir mit Michael Fritz, Mitbegründer von <em>Viva con Agua </em>und Mann im Schlauchboot gesprochen.</strong><span id="more-1153"></span></p>
<p><strong>Wie kam es zur Gründung von <em>Viva con Agua</em> und was sind eure Ziele?</strong></p>
<p><strong>Michael Fritz:</strong> Benjamin Adrion war Anfang 2005 als Fußballspieler des FC St. Pauli in Kuba im Trainingslager und hat dort mitbekommen, welche desolaten Zustände an den Schulen und Kindergärten herrschen. Er gründete daraufhin <em>Viva con Agua</em> und innerhalb weniger Monate konnten schon 5.000 Schulen und Kindergärten mit Wasserspendern und damit mit Trinkwasser für 30 Jahre versorgt werden. Bald weiteten wir unsere Projekte auf Afrika, Südamerika und weitere Länder aus  und konnten als Partner die Welthungerhilfe gewinnen. Sie unterstützt uns wunderbar mit ihrer Infrastruktur, ihren Fachleuten und Kontakten. Unser Ziel ist es, die Millenniumsdörfer mit Trinkwasser zu versorgen.</p>
<p><strong>Wie seid ihr organisiert bzw. strukturiert?</strong></p>
<p><strong>Michael Fritz:</strong> <em>Viva con Agua</em> läuft unter e.V., wir sind also ein eingetragener Verein. Wir haben drei Jahre alle komplett hauptberuflich ehrenamtlich in unserem Hamburger Büro gearbeitet. Manche waren Existenzgründer, andere Hartz IV-Empfänger, doch mittlerweile haben wir jemanden gefunden, der die Personalkosten für fünf Mitarbeiter trägt. Wir suchen immer nach Lösungen, um nicht an die Spendengelder ran zu müssen. Wenn du uns was spendest, soll das zu hundert Prozent in unsere Projekte fließen. Deswegen nimmt unser Partner, die Welthungerhilfe, welche die Projekte vor Ort umsetzt, auch keine Verwaltungskosten von uns. Und wir versuchen Spender zu finden, die in die Organisationsstruktur spenden, sodass die Spenden des Einzelnen direkt in die Projekte gehen.</p>
<p><strong>Wie funktioniert euer Projekt hier am Chiemsee Reggae Summer?</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_1156" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><strong><strong><img class="size-medium wp-image-1156" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2010/02/Schlauchboot-2-300x225.jpg" alt="Mit dem Schlauchboot in der Menge" width="300" height="225" /></strong></strong><p class="wp-caption-text">Mit dem Schlauchboot in der Menge</p></div>
<p><strong>Michael Fritz:</strong> Wir versuchen immer Aktionen zu finden, bei denen die Leute einfach mitmachen können. Hier auf dem Chiemsee Reggae Summer haben wir zusammen mit <em>FKP Scorpio</em>, dem Veranstalter der meisten Festivals in Deutschland,  ein spezielles Projekt  am laufen: Wir gehen mit Tonnen und Schlauchboot in die Menge und sammeln leere Pfandbecher von den Festivalbesuchern als Spende für <em>Viva con Agua </em>ein. So einen Becher schmeißt du halt einfach rein. Der kostet einen Euro und wenn das jeder macht, sind das schon 25.000 Euro. Damit kannst du drei Schulen in Burundi (Westafrika) mit Trinkwasser versorgen. Das ist auch das, worum es bei Festivals eigentlich gehen sollte: Eine Masse von Individuen kommt zusammen, um einen gewissen Spirit zu feiern, um Musik zu hören und das Leben zu zelebrieren. Eigentlich ist es das schönste Side Project, das wir machen und man kann damit wirklich ein ganzes Trinkwasserprojekt finanzieren. Gemeinsam mit <em>FKP Scorpio</em> wollen wir in drei Dörfern bzw. Schulen in Burundi Brunnen und Regenwasserzisternen bauen. Die Projektkosten werden sich auf ungefähr 50.000 Euro belaufen und Ziel ist es, diese Summe komplett in der kurzen Festivalsaison einzunehmen.</p>
<p><strong>Wie zuversichtlich seid ihr, dieses Ziel zu erreichen?</strong></p>
<p><strong>Michael Fritz:</strong> Bisher sieht es recht gut aus. Wir haben auf jeden Fall schon über die Hälfte des Geldes zusammen, aber es ist von Festival zu Festival sehr unterschiedlich: Beim <em>Melt</em> bekamen wir nur 600 Becher, beim <em>Hurricane</em> waren es 10.000. Es kommt auch immer darauf an, welche Künstler uns unterstützen. Wenn natürlich <em>Die</em> <em>Ärzte</em> bei einem Konzert eine fette Ansage machen, was sie immer machen, dann fliegen innerhalb einer halben Stunde eben 3.000 Becher auf die Bühne. Das macht einen Haufen Spaß.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Welche Rolle spielen die Künstler, die euch unterstützen für den Erfolg von <em>Viva con Agua</em>?</strong></p>
<p><strong>Michael Fritz:</strong> Der Erfolg hängt eigentlich hauptsächlich von der Kommunikation via Bühne ab. Ich habe selber schon oft Ansagen auf Konzerten gemacht, aber es ist nie das gleiche, als wenn Musiker zum Spenden aufrufen. Den Messages von Musikern wird in unserer Gesellschaft besonderes Gehör geschenkt. Wenn dann eine Band wie <em>Irie Révoltés</em>, die mit ihren sozialkritischen Texten alles anprangert, was ihnen gegen den Strich geht, eine Ansage macht, nehmen das die Leute ganz anders wahr. Gerade unsere Aktion mit dem Schlauchboot; das finden die Leute flashig und das kommuniziert natürlich das Thema. Das ist auch die Art und Weise, wie <em>Viva con Agua </em>auftreten will: Wir wollen positiv was verändern. Deine Sensoren sind so gepolt, dass du auf das unterernährte, afrikanische Kind anspringst. Wenn du aber nach Afrika gehst, wirst du viel Liebe finden, viele tanzende Menschen auf der Straße treffen, wunderschöne Landschaften und Sonnenschein sehen. Es ist nicht alles arm, was arm aussieht. Ich weigere mich zu sagen: Afrika ist ein armer Kontinent. Afrika ist ein reicher Kontinent, nur was mit dem Kontinent passiert,  ist arm und traurig. Dagegen muss man was machen.</p>
<p style="text-align: center"><img class="aligncenter size-large wp-image-1161" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2010/02/Irie-Révoltés-und-Viva-con-Agua-1024x768.jpg" alt="Irie Révoltés und Viva con Agua" width="614" height="461" /></p>
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		<title>Polke und die Siebziger</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 22:29:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabrina Waffenschmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Sex, Drugs und Rock’n’Roll an der Alster: Die Hamburger Kunsthalle zeigt einen völlig neuen Sigmar Polke 
Betritt man das 2. Obergeschoss der Galerie der Gegenwart, tönt durch die Räume eine fröhliche Melodie. Das „Falari, falara“ eines altbekannten Wanderlieds dringt immer wieder von der gegenüberliegenden Seite zum Eingangsraum durch. Gleichzeitig wird man von den intensiven Farben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><strong>Sex, Drugs und Rock’n’Roll an der Alster: Die Hamburger Kunsthalle zeigt einen völlig neuen Sigmar Polke <span id="more-1036"></span></strong></strong></p>
<div id="attachment_1048" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-1048" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2010/02/CIMG06763-300x200.jpg" alt="Sigmar Polke: Schweineschlachten" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Sigmar Polke: Schweineschlachten</p></div>
<p>Betritt man das 2. Obergeschoss der Galerie der Gegenwart, tönt durch die Räume eine fröhliche Melodie. Das <em>„Falari, falara“ </em>eines altbekannten Wanderlieds dringt immer wieder von der gegenüberliegenden Seite zum Eingangsraum durch. Gleichzeitig wird man von den intensiven Farben<span style="color: #000000;"> der Werke des ersten Raumes, dem Herzstück der Ausstellung, mitgerissen. Es zeig</span>t eine weithin unbekannte zehnteilige Werkgruppe Sigmar Polkes aus den Jahren 1972 – 1976, die den Namen „<em>Wir Kleinbürger! Zeitgenossen und</em> <em>Zeitgenossinnen.“ </em>trägt. Ermöglicht durch die Susanne Liebelt Stiftung wird das Dauer-Ensemble von drei <span style="color: #333300;">aufeinander folgenden</span>, sich ergänzenden Wechselausstellungen mit den Themenakzenten <em>„Clique“</em>, <em>„Pop“ </em>und <em>„Politik“ </em>gezeigt, was eine stete Neukontextualisierung der <em>Kleinbürger</em>-Serie fordert.</p>
<p><strong>Die Klasse dazwischen</strong></p>
<p>Den Titel verdankt die großformatige Bildergruppe dem vieldiskutierten Aufsatz „<em>Von der</em> <em>Unaufhaltsamkeit des Kleinbürgertums“ </em>von Hans Magnus Enzensberger aus dem Jahr 1976, der <span style="color: #000000;">die Kleinbürger als die sich selbst negierende und verleugnende Klasse, als die Klasse dazwischen, definiert. Wie der Name der</span> Werkgruppe schon verrät, zählt auch Polke sich zur kleinen Bourgeoisie, zeigt dabei aber stets ein uneingeschränktes Interesse an Grenzüberschreitung und Provokation. Das wird bei Betrachtung <span style="color: #000000;">der Herzstücke auch </span>sehr schnell deutlich.</p>
<div id="attachment_1039" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-1039" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2010/02/CIMG06721-300x200.jpg" alt="Sigmar Polke: Can you always believe your eyes?" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Sigmar Polke: Can you always believe your eyes?</p></div>
<p>Die zehn „<em>Kleinbürger“ </em>zeigen Stereotypen und tradierte Sichtweisen der siebziger Jahre, die Polke in<em> </em>seinen Bildern hinterfragt und demontieren möchte. In Zeiten der sexuellen<em> </em>Revolution und der Hippie-Kultur nimmt er das Kleinbürgertum aufs Korn, spielt mit<em> </em>Geschlechterrollen, changiert zwischen Nähe und Distanz. Polke bricht stets aus und<em> </em>ermahnt uns, nicht zuletzt durch die konkrete Formulierung des Bildes <em>„Can you always believe your eyes?“ </em>(1976), unseren Augen nicht immer zu trauen. Gewarnt schreitet man in den nächsten Raum dieser ersten Schau.</p>
<p><strong>„Polke im Plural“</strong></p>
<p>Polke lebte zur Zeit der Entstehung der <em>„Kleinbürger-Gruppe“ </em>mit<em> </em>befreundeten Künstlern wie Achim Duchow, Candida Höfer und Katharina Sieverding<em> </em>auf einem niederrheinischen Bauernhof, dem Gaspelhof in Willich, zusammen. Die<em> </em>folgenden Räume gewähren tiefe Einblicke in diese Form des alternativen<em> </em>Zusammenlebens und deren künstlerischen Ertrag – „Polke im Plural“, wie es die Kuratoren nennen. Stets mit einem Pentax-<em> </em>Fotoapparat um den Hals folgte Polke während dieser Jahre <span style="color: #000000;">dem Grundsatz, das<em> </em>Leben z</span>ur Kunst zu machen. <em>„Es scheint die Sonne, also scheint es Kunst, der Wind weht aus der und der Richtung, also weht es auch Kunst aus der und der Richtung“</em>,<em> </em>begriff Polke das Leben in den Siebzigern.<em> </em>Diese Maxime zeigt sich auch in den<strong> </strong><em>Telefonzeichnungen, </em>großformatige Papierbögen mit alltäglichen Kritzeleien, Botschaften und Zeichnungen der Besucher des Gaspelhofs. <em> </em></p>
<p><strong>Flucht aus dem bürgerlichen Alltag</strong></p>
<div id="attachment_1040" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-1040" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2010/02/CIMG06551-300x200.jpg" alt="Klaus-Mettig: Andromeda-Magazin und Projektion auf Zucker" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Klaus-Mettig: Andromeda-Magazin und Projektion auf Zucker</p></div>
<p>Ein Raum weiter mischt sich das <em>„Falari, falara“ </em>mit dem Klicken eines Diaprojektors. Dort wird <span style="color: #000000;">Klaus-Mettigs D</span>ia-Installation <em>Andromeda-Magazin </em>mit Bildern aus der Düsseldorfer Szene kombiniert und wird seiner <em>Projektion auf Zucker </em>mit anonymen Amateurfotos einer kleinbürgerlichen Silvesterfeier gegenübergestellt. Diese zweite Arbeit wird auf den Boden <span style="color: #ff0000;"><span style="color: #000000;">projiziert</span> </span>und die Flucht aus dem zuckersüßen Spießertum ordnet sich so, zumindest räumlich, dem Leben von Transvestiten, Prostituierten, Dealern und Polke &amp; Co, unter.</p>
<p><strong>Im Drogenrausch für die Kunst</strong></p>
<p>Im letzten Raum angekommen, kann man nun das Wanderlied zuordnen: Es ist Teil des Filmes<em> Shit</em> (1968/75), der das Bauen eines Joints zelebriert. Ein Wandersmann war auch Polke, der in den siebziger Jahren Reisen unter anderem nach Brasilien und Afghanistan unternommen hat. Drogen spielten dabei immer eine große Rolle. Die psychedelischen „Fliegenpilz-Bilder“ können dies nicht verschleiern. Polke nutzte die Substanzen jedoch nicht nur für die Flucht aus der kleinbürgerlichen Welt, sondern mischte sie auch seinen Werken bei, wodurch einmalige Farbmengungen entstanden. Jeder Rausch diente also auch der Kunst und Polke würde vielleicht sagen: Wir rauchten, schnupften und schluckten, also rauchten, schnupften und schluckten wir Kunst.</p>
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