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	<title>Kulturen &#187; Bühne</title>
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	<description>Das Online-Magazin der Kulturjournalisten an der UdK Berlin</description>
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		<title>Die Gerechtigkeit siegt</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jan 2012 22:59:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rebecca Schindler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>

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		<description><![CDATA[Hastig bewegen sich die bunten Lichtstrahler durch die gesamte Arena. Der Beat der Musik wummst im Brustkorb. Und dann kommt er: Batman. Gewohnt mit Flatterumhang, stählerner Brust und schwarzer Fledermausmaske fliegt er über die Bühne der Berliner O2 World.
Es ist Batmans erster Auftritt in Deutschland, doch keine Anzeichen von Lampenfieber. Gekonnt landet der Retter von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hastig bewegen sich die bunten Lichtstrahler durch die gesamte Arena. Der Beat der Musik wummst im Brustkorb. Und dann kommt er: Batman. Gewohnt mit Flatterumhang, stählerner Brust und schwarzer Fledermausmaske fliegt er über die Bühne der Berliner O2 World.</strong><span id="more-2567"></span></p>
<p><a href="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2012/01/batman-foto2.jpeg"><img class="alignleft size-medium wp-image-2568" title="batman foto2" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2012/01/batman-foto2-300x200.jpg" alt="batman foto2" width="300" height="200" /></a>Es ist Batmans erster Auftritt in Deutschland, doch keine Anzeichen von Lampenfieber. Gekonnt landet der Retter von Gotham City auf der Bühne und beginnt gegen das Böse zu kämpfen. Mit einem völlig neuem Konzept kommt die „Batman Live Tour“ nun auf Deutschlandtournee. Dabei gibt sie vor kein Musical und keine Theateraufführung zu sein, sondern eine angepriesene 3D-Live-Show. Ersehnte Lichtinszenierungen, die durch das Publikum hinweg die Specialeffekts erzeugen, lassen jedoch leider auf sich warten. Dafür aber eine große elektronische Leinwand, die im Sekundentakt neue Bühnenbilder erzeugt. So wird das Publikum binnen kürzester Zeit von einer Szenerie in die nächste gerissen: vom Zirkuszelt in Haly&#8217;s Circus bis in die dunklen Regionen von Arkham Asylum, von der glitzernden Eisberg-Lounge des Pinguins zu den unterirdischen Wundern im Batcave.</p>
<p>Wie in den erfolgreichen DC Comics auch, werden Bruce Waynes Eltern nach einem Kinobesuch von einem Räuber überfallen und ermordet. Nur der kleine Bruce bleibt zurück und entwickelt sich im Laufe der Zeit zum Phantom der Gerechtigkeit. Während eines von ihm organisierten Zirkusauftrittes kommen Jahre später bei einem Anschlag auch die Eltern des 15 jährigen Dick Graysons um. Anfangs noch auf der Suche nach Rache, später dann nach Gerechtigkeit, schließt er sich Batman an und gibt sich den Vornamen seines Idols Robin Hood.</p>
<p><a href="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2012/01/Batman_Catwoman.jpeg"><img class="alignright size-medium wp-image-2570" title="Batman_Catwoman" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2012/01/Batman_Catwoman-300x300.jpg" alt="Batman_Catwoman" width="300" height="300" /></a>Gemeinsam kämpfen die Beiden nun gegen das Böse, die in Gestalt von Catwoman, dem Joker, Penguin, Two-Face und The Riddler auftreten. Den Zuschauer erwartet dabei weder Hally Barry noch Heath Ledger. Trotzdem kommt es immer wieder zu spannenden Kampfszenen, die aufwendig dargestellt sind und immer mit der passenden Musik unterlegt sind. Zuständig hierfür ist James Brett – bekannt durch seine Musik im X-Men-Film. Außerdem müssen an dieser Stelle die aufwendig designten Bühnenoutfits von Jack Galloway erwähnt werden. Farbenfroh und detailgetreu schimmern sie in den Lichteffekten von Patrick Woodroffe – der schon für Konzerte von ABBA und Phil Colins das Licht kreierte.</p>
<p>Enttäuschend hingegen das hoch gelobte Batmobil, das von Formel 1-Designer Gordon Murray eigens für die Show angefertigt wurde und auf Grund von sämtlichen Extras einem James Bond Wagen ähnelt. Erzählt wurde von einem Düsenantrieb, Scheinwerfern die per Knopfdruck zu Raketen werden können – doch gesehen hat das Publikum nur ein schwarzes windschnittiges Auto, das sich auf einer gesteuerten Plattform drehen kann. Die Actionszenen hingegen wurden im Comic-Stil auf der schon erwähnten Leinwand abgespielt.</p>
<p>Das anspruchsvolle Berliner Publikum war trotzdem zufrieden. Durch einige Zwischenrufe, viele Lacher und tosenden Applaus zum Schluss des Stückes zeigten sie der Neuinszenierung von Batman ihre Anerkennung.</p>
<p>Bis zum 15. Januar sind Batman und Robin noch in der Berliner O2 World. Anschließend kämpfen sie in Frankfurt, Wien, Hamburg und Köln noch gegen das Böse. Alle Infos zu den kommenden Veranstaltungen und Tickets gibt es unter www.batmanlive.de</p>
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		<title>Sind wir nicht alle ein bisschen Meese?</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 13:00:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laura Marie Hamdorf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Gruppe Dreißigjähriger flieht vor der Gesellschaft in ein dunkles Kinderzimmer und beschließt, Stipendiengelder in Dosenravioli zu investieren. Im bläulichen Schein des Fernsehers begibt sie sich auf eine Fantasiereise. 
 

 
Der durchschnittliche Anhänger der Generation Meese entspricht dem Klischee eines Versagers: Er ist Langzeitstudent, jobbt in Zeitarbeitsfirmen, seine Freizeit verbringt er vor dem Fernseher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Eine Gruppe Dreißigjähriger flieht vor der Gesellschaft in ein dunkles Kinderzimmer und beschließt, Stipendiengelder in Dosenravioli zu investieren. Im bläulichen Schein des Fernsehers begibt sie sich auf eine Fantasiereise. </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><span id="more-2531"></span></p>
<p><em> </em></p>
<div id="attachment_2533" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-medium wp-image-2533" title="Anika Baumann und Michael Klammer als Mitglieder der Generation Meese: Fantasieexplosion im dunklen Zimmer" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2012/01/pr_meese304-200x300.jpg" alt="Anika Baumann und Michael Klammer als Mitglieder der Generation Meese: Fantasieexplosion im dunklen Zimmer" width="200" height="300" /><p class="wp-caption-text">Anika Baumann und Michael Klammer als Mitglieder der Generation Meese: Fantasieexplosion im dunklen Zimmer</p></div>
<p>Der durchschnittliche Anhänger der Generation Meese entspricht dem Klischee eines Versagers: Er ist Langzeitstudent, jobbt in Zeitarbeitsfirmen, seine Freizeit verbringt er vor dem Fernseher – der einzigen Lichtquelle in seinem Zimmer. Aber: Die Generation Meese ist überdurchschnittlich intelligent. Sie spricht fünf Sprachen, hat beste Noten und wird überhäuft von Stipendien. Nutzen tut sie diese Vorteile nicht &#8211; der Wettbewerb der Gesellschaft um Ehrgeiz und Erfolg stößt sie ab, genauso wie die hochnäsige Attitüde der Bildungselite. Statt laut zu protestieren, bleibt die Generation Meese aber unauffällig. Sie fühlt sich sicher auf einer warmen Matratze in einem abgedunkelten Zimmer.</p>
<p>Oliver Kluck hat in seinem Stück das psychologische Protokoll einer Anti-Subkultur niedergeschrieben. Namensgeber der Generation Meese ist Jonathan Meese, der sagte: „Man muss nur die Worte umdrehen und die Vorzeichen ändern, dann geht’s ab“. So irrational wie dieser Satz des Konzeptkünstlers ist, so eindeutig ist seine Botschaft: Die größte Befriedigung ist für ihn die Umkehrung des konventionellen Wertesystems. Es ist der gemeinsame Nenner der Generation Meese.</p>
<p>Klucks Text gleicht einem Stream of Consciousness. Er ist ein Sammelsurium aus Zitaten, Geschichten und Philosophien, die mal als Plädoyer vorgetragen werden, mal dialogisch aneinandergeraten. „Ich möchte den Regisseuren die Freiheit geben, ein Maximum aus dem Text, der Aussage, der Stimmung herausholen zu können“, sagt Kluck, der bekennende Feind von Regieanweisungen. Es bedarf eines ausgeprägten eigenen Standpunkts des Regisseurs, um eine sinnhafte Balance zwischen Fiktion und Realität des Textes zu finden.</p>
<p><strong>Zwangsneurose statt Tageslicht</strong></p>
<p>Der Regisseur Antú Romero Nunes, der das Stück am 8. Februar 2010 im Studio des Gorki Theaters uraufführte, hat sämtliche Szenen in einen dunklen Raum verlegt. Der Bühnenboden ist mit Schaumstoffmatratzen ausgelegt, ein Haufen bunter Decken und Kissen türmt sich in der Mitte. Alles wird berührt vom bläulichen Flackerlicht des Fernsehers.</p>
<div id="attachment_2535" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-2535" title="Schutz vor der Realität: Eine Matratzenhöhle wird zur Existenzgrundlage" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2012/01/pr_meese205-300x199.jpg" alt="Schutz vor der Realität: Eine Matratzenhöhle wird zur Existenzgrundlage" width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">Schutz vor der Realität: Eine Matratzenhöhle wird zur Existenzgrundlage</p></div>
<p>Für Nunes ist das Prinzip Meese keine Collage von Absurditäten, sondern der übersteigerte  Drang nach Rückzug und Passivität, der sich in der Ellenbogengesellschaft bei jedem bemerkbar macht. Anika Baumann und Michael Klammer verkörpern zwei Meesianer im Schlabberlook. Sie gehören jedoch nicht zu den Menschen, die diesen Drang in gesundem Maße verspüren: Sie sind die personifizierte Passivität, deren psychische Störung an neurotischem Armkratzen abzulesen ist.</p>
<p>Plötzlich agil werden die beiden Protagonisten, wenn sie in kindliche Rollenspiele verfallen. Sie werden zum hochnäsigen Professor, der sich im tief bayerischen Akzent über die Sitten- und Antriebslosigkeit der Jugend beklagt, zur nach Selbstverwirklichung strebenden Lehrerin oder zu Marcel Reich-Ranicki, der sich über die jämmerlichen Versuche junger Autoren amüsiert. Sie zitieren alle Absurditäten der Welt da draußen – und jagen sich im nächsten Moment über den weichen Untergrund. Sie lassen sich fallen, sie kuscheln sich ein, sie sind unverletzlich. Einzig die karge Bühnenbeleuchtung und der Nebel, der manchmal über die Matratzen wabert, lassen keinen Zweifel daran, dass es sich nicht um eine Kinderzimmer-Idylle handelt, sondern um den surrealen Lebenszustand eines erwachsenen Menschen, der vom Tageslicht nichts wissen will.</p>
<p><strong>Tuba gegen Taubheit</strong></p>
<p>Als Schuldige an der Unfähigkeit, sich mit der Welt zu arrangieren, werden die Eltern der Meese-Generation angeprangert. Nunes konkretisiert die Taubheit der Eltern, indem er Michael Klammer „Mutter!“ in eine Tuba brüllen lässt. Ein Hilferuf ohne Antwort. Statt liebevoller Erziehung haben die Eltern die wahren Probleme ihrer Kinder nie wahrgenommen, ließen sie dagegen mit teuren Instrumenten alleine – Musikunterricht gegen das schlechte Gewissen.</p>
<div id="attachment_2537" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-2537" title="Schrei nach der Mutter: Tuba statt Elternliebe" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2012/01/pr_meese301-300x199.jpg" alt="Schrei nach der Mutter: Tuba statt Elternliebe" width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">Schrei nach der Mutter: Tuba statt Elternliebe</p></div>
<p>„Es ist das Finden der eigenen Verwirrung“ sagt Oliver Kluck über sein Stück. Verwirrend ist in erster Linie die Inkonsequenz des Prinzips, eine Definition ist unmöglich. Nunes gelingt eine Zuspitzung dieser Inkonsequenz: er hat Klucks Stream of Consciousness in Sinneinheiten gegliedert und die unzähligen Sprecher aus dem Text auf zwei Münder verteilt. Die beiden Schauspieler werden so mit einer Masse an Eigenschaften beladen, die sich oft widersprechen. Das Rätsel um die Meese-Persönlichkeit wird nicht aufgeschlüsselt, sondern verkompliziert. Obendrein fragen die Schauspieler ihr Publikum anfangs provokativ: „Woher wisst ihr, ob wir nicht zum Beispiel genau jetzt anfange, zu lügen?“ Die Verwirrung ist perfekt – niemand weiß, ob sie gerade improvisieren oder geprobte Sätze aufsagen.</p>
<p>Das Publikum spielt überhaupt eine entscheidende Rolle &#8211; denn es dient zur Legitimation des Meese-Prinzips. „Welche Serien habt ihr denn in den 90ern geguckt?“ wird es von den Schauspielern gefragt – so hartnäckig und so lange, bis alle einschlägigen Sendungstitel gefallen sind. Blamabel &#8211; Theatergänger geben nicht gerne zu, fernzusehen &#8211; sich einmal aus der hektischen Welt zurückzuziehen und einer Beschäftigung nachzugehen, die jedes Denken abstellt und neue Welten eröffnet. Ihnen allen wird in diesem Moment der Spiegel vorgehalten, ihnen wird beigebracht, dass das Prinzip Meese ihnen mehr entspricht, als geahnt.</p>
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		<title>Die Hölle ist aus Gold</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Sep 2011 18:58:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laura Marie Hamdorf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Thomas Ostermeier bringt Shakespeare zum Glitzern: „Maß für Maß“ versprüht unter seiner Regie in der Schaubühne ein Feuerwerk aus Allegorien

In Wien regiert das Chaos &#8211; in Gestalt von Herzog Vincentino. Ein Herzog der „auch an Fastentagen Fleisch genießt“, der die Feier- und Fleischeslust seiner Untertanen toleriert, da er selbst das exzessivste Leben führt. Was daraus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Thomas Ostermeier bringt Shakespeare zum Glitzern: „Maß für Maß“ versprüht unter seiner Regie in der Schaubühne ein Feuerwerk aus Allegorien</em></p>
<p><span id="more-2481"></span></p>
<p>In Wien regiert das Chaos &#8211; in Gestalt von Herzog Vincentino. Ein Herzog der „auch an Fastentagen Fleisch genießt“, der die Feier- und Fleischeslust seiner Untertanen toleriert, da er selbst das exzessivste Leben führt. Was daraus folgt, zeigt das Bühnenbild zu Beginn des Stückes: Ein gewaltiger Kronenleuchter ist zu Boden gekracht und liegt mitten auf der vergoldeten Bühne.</p>
<div id="attachment_2485" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-2485" title="Lars Eidinger als Angelo im Golden Cube: smart, moralisch, sündig" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2011/09/eidinger-gold-300x199.jpg" alt="Lars Eidinger als Angelo im Golden Cube: smart, moralisch, sündig" width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">Lars Eidinger als Angelo im Golden Cube: smart, moralisch, sündig</p></div>
<p>Thomas Ostermeiers Inszenierung von Shakespeare‘ s „Maß für Maß“ ist ein Feuerwerk der Symbole, Allegorien und Metaphern: Das goldene Wien ist nur noch Fassade, im Inneren tut sich ein Abgrund aus Korruption, Trieben und Vergnügungssucht aus. Die Bewohner stehen ratlos zwischen den Wänden des Golden Cubes, unterhalten sich leise, hier und da ein Kichern. Versammelt haben sich hier neben dem Herzog &#8211; gespielt von dem wunderbaren Gert Voss, der mit 70 Jahren weder an Spitzbübigkeit, noch an Temperament verloren hat &#8211; der verkommene Adel in der Gestalt des metrosexuellen bunten Vogels Lucio, Anhänger des Klerus, gewöhnliche Bürger und der Mustermensch Angelo. Letzterer ist die letzte Hoffnung des Herzogs, dem bewusst wird, dass ihm die Fäden entglitten sind: Der Thron wird zum Beichtstuhl, in dem er seine eigenen Laster zugibt und in bemerkenswerter Selbstreflexion damit den Zustand der Stadt begründet. Als alle einen gregorianischen Choral anstimmen, gebührt dem Herzog nicht einmal mehr die Rolle des Dirigenten, er steht mit allen in einer Reihe und singt ins Publikum.</p>
<p>Angelo soll ihm dazu verhelfen, wieder den Taktstock in die Hand zu nehmen. Der Plan des Herzogs ist genial: Er verlässt vorübergehend die Stadt und legt sein Amt in Angelos Hände. Angelo, verkörpert von Lars Eidinger, scheint der perfekte Stellvertreter zu sein, denn er hat sein Leben der Moral verschrieben. Doch der Herzog ahnt das Scheitern Angelos in der Machtposition voraus: „Er hat mehr Appetiet auf Brot, als auf Steine“, sagt er hinter vorgehaltener Hand über seinen Schützling.</p>
<div id="attachment_2487" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-2487" title="Gert Voss als Herzog Vincentino, hier verkleidet als Mönch: Er will zurück zum Dirigentenpult" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2011/09/Voss-300x199.jpg" alt="Gert Voss als Herzog Vincentino, hier verkleidet als Mönch: Er will zurück zum Dirigentenpult" width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">Gert Voss als Herzog Vincentino, hier verkleidet als Mönch: Er will zurück zum Dirigentenpult</p></div>
<p><strong>Gesetzgebung per Spritzpistole</strong></p>
<p>Zunächst stürzt sich sein Stellvertreter mit geschwollener Brust in sein Amt, in die Aufräumarbeiten, die nötig sind, um Wien wieder in Ordnung zu bringen. Alle Zeichen stehen auf Neuanfang: Der  Kronenleuchter leuchtet wieder von hoch oben auf das Geschehen herab, Wien erstrahlt. Mit einem Hochdruckreiniger und starrer Miene reinigt Eidinger – smart im schwarzen Anzug und mit weißen Handschuhen &#8211; den Boden und die Wände. Er richtet Chaos an, denn seine Mitspieler müssen vor ihm flüchten, um nicht nass zu werden &#8211; um nicht Opfer seiner harten Gesetze zu werden. Einem gelingt die Rettung nicht: Claudio begeht eine Straftat, die zur Todesstrafe führt: er hat seine Freundin geschwängert, mit der er noch nicht verheiratet, wohl aber verlobt war. Dennoch zeigt sich an seinem Beispiel die Unerbittlichkeit Angelos, genauso sein Hang zur Tyrannei. Denn sein Motto lautet: Aus dem Gesetz keine Vogelscheuche machen: Das Gesetz soll kein harmloses Monster sein, an dessen Anblick sich mit der Zeit alle gewöhnen und sich bequem darauf niederlassen, wie es Vögel auf Vogelscheuchen tun.  Ein Schweine-Kadaver, der während Claudios Haft am Kronenleuchter aufgehängt wird, macht aus Wien eine Metzgerei, demonstriert gleichsam das Machtgefüge der Stadt: Die Schuld der Sündiger dient als Schmuck der Macht, als Dekorationsartikel. Gleichzeitig ist das tote Schwein aber auch eine Vorausschau auf Angelos eigenes Schicksal: Denn seine Unerbittlichkeit gerät ins Wanken, als die Schwester des Verurteilten, die junge Novizin Isabella, bei ihm vorstellig wird, um die Freilassung Claudios zu erbitten. Bei ihrem Anblick rutscht Angelo in einer Wasserlache aus. Er fällt seinen eigenen Säuberungsmaßnamen zum Opfer, denn er verliebt sich und spürt die Versuchung einer Straftat. Nach Isabellas Zurückweisung macht er ihr einen unmoralischen Vorschlag: Für eine Nacht mit ihr ließe er ihren Bruder frei. „Sünden, zu denen man gezwungen ist, werden bei der Bilanz nicht angerechnet“, haucht er ihr ins Ohr, doch sie verneint, sie will die Kirche nicht verleugnen – auch nicht um das Opfer ihres eigenen Bruders. Angelo, der Schuldige, ist tief verzweifelt und hängt sich neben das tote Schwein ebenfalls kopfüber an den Kronenleuchter. Er droht, als Opfer seiner eigenen Gesetzgebung aufzufliegen.</p>
<div id="attachment_2489" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-2489" title="nasskalte Gesetzgebung: Angelo verurteilt Claudio zum Tode" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2011/09/eidinger-wasser-300x198.jpg" alt="nasskalte Gesetzgebung: Angelo verurteilt Claudio zum Tode" width="300" height="198" /><p class="wp-caption-text">nasskalte Gesetzgebung: Angelo verurteilt Claudio zum Tode</p></div>
<p>Claudio ist der menschlichste Charakter des Stücks: Als Jesus-Kopie mit wirren dunklen Locken, langem Bart, den dürren Körper in eine weiße Unterhose gehüllt, vegetiert er in einem imaginären Kerker vor sich hin. Dabei schwankt er zwischen Resignation, Zorn und Angst, seine Kommentare sind mal dümmlich, mal voll von todschwarzem Sarkasmus. Das macht aus ihm eher einen Komiker, als eine tragische Gestalt. Genau das ist notwendig, denn sein Schicksal steht nicht im Vordergrund des Stückes. Als Isabella ihm im Gefängnis von dem Angebot Angelos berichtet, schöpft Claudio Hoffnung und versucht sie einschmeichelnd von dem Deal zu überzeugen.  Isabella ist schockiert, dass auch ihr eigener Bruder den Schutz ihrer Jungfräulichkeit nicht anerkennt und verflucht ihn, wird gar zur Cholerikerin, ungewohnt unheilig.</p>
<p><strong>Hochdosierte Allegorien</strong></p>
<p>Als Mönch verkleidet, tritt der Herzog wieder auf. Er überzeugt Isabella von einem Plan, ihren Bruder zu retten: sie soll in Angelos Forderung einwilligen, statt ihrer würde aber eine frühere Verlobte Angelos auftauchen und die Nacht mit ihm verbringen. So geschieht es und Angelo erkennt im Dunkeln nicht, mit welcher Frau er schläft. Als er am nächsten Tage dennoch an dem Todesurteil festhält, gibt sich der Herzog zu erkennen, rettet Claudio und stellt Angelo an den Pranger: Maß für Maß lautet sein Urteilsspruch – Gleiches mit Gleichem. Der einstmalige Thron und Beichtstuhl ist zum Richtstuhl geworden, dieses Mal wird das Todesurteil über Angelo verhängt. Der Herzog darf am Ende wieder dirigieren, durch das Scheitern seines Vertreters ist seine Macht legitimiert worden.</p>
<div id="attachment_2491" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-2491" title="der Herzog überzeugt Isabella von seinem Plan. Im Hintergrund: totes Schwein am Kronenleuchter" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2011/09/voss-isabella-300x168.jpg" alt="der Herzog überzeugt Isabella von seinem Plan. Im Hintergrund: totes Schwein am Kronenleuchter" width="300" height="168" /><p class="wp-caption-text">der Herzog überzeugt Isabella von seinem Plan. Im Hintergrund: totes Schwein am Kronenleuchter</p></div>
<p>Hochdosiert sind die Allegorien, mit denen Ostermeier sein Stück in Spannung versetzt. Überall drängen sich dem Publikum Deutungsmöglichkeiten auf, überdrüssig wird man ihnen allerdings nicht: Die Allegorien sind spannende Rätsel und fallen erst auf den zweiten Blick auf. Wie auch der Einsatz der drei Live-Musiker auf der Bühne, die immer Teil des Geschehens bleiben, jedoch einzig die Rolle des Volkes spielen und die Handlung mit fast trotzig klerikalen Klängen untermalen. Auch sie müssen vor den Wasserattacken Angelos fliehen, gleichzeitig gehören sie zur Ausstattung: Sie verschmelzen durch vereinzelte goldene Akzente in ihrer Kleidung mit dem Bühnenbild.</p>
<p>Gibt es in diesem Stück überhaupt gute Menschen? Angelo und der Herzog haben beide gesündigt. Und Isabella, die unschuldige Novizin? Sie vergibt zwar die unbedachte Leidenschaft ihres Bruders, nicht aber die des Angelo. Ein Paradoxon. Und sie stellt das Gesetz Gottes über das Leben ihres Bruders, denn sie ist nicht bereit,  für ihn das kirchliche Gebot der Jungfräulichkeit zu brechen. Welches Gesetz wiegt höher: das Gesetz Gottes oder das Gesetz eines menschlichen Machthabers?</p>
<p>Als Eidinger kopfüber vom Kronenleuchter hängend die Arme von sich streckt, wird er zum umgedrehten Kreuz – das Symbol für den Teufel. Es ist das stärkste Bild des Abends, denn es zeigt die Essenz aus Shakespeare&#8217;s Stück und Ostermeiers vollste Zustimmung: Das Teuflische und das Gesetz liegen dicht beieinander. Denn erst das Gesetz definiert den Teufel.</p>
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		<title>Die Eldani Media Night 2011</title>
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		<pubDate>Sat, 28 May 2011 16:00:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rebecca Schindler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Countdown läuft: Nur noch wenige Tage bis zu einem der wichtigsten Medientreffs in Berlin, der Eldani Media Night. Am 8. Juni findet die Veranstaltung mit rund 800 geladenen Gästen aus der Musik-, Film- &#38; Fernsehbranche sowie Werbe- und Marketingentscheidern statt. Das Interesse dieses Jahr war größer als je zuvor.
Über 5.000 Leute wollten Teil der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2011/05/Logo_Eldani_Media_Night.jpg"><img class="size-medium wp-image-2274 alignright" title="Logo_Eldani_Media_Night" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2011/05/Logo_Eldani_Media_Night-300x100.jpg" alt="Logo_Eldani_Media_Night" width="243" height="81" /></a><strong>Der Countdown läuft: Nur noch wenige Tage bis zu einem der wichtigsten Medientreffs in Berlin, der Eldani Media Night. Am 8. Juni findet die Veranstaltung mit rund 800 geladenen Gästen aus der Musik-, Film- &amp; Fernsehbranche sowie Werbe- und Marketingentscheidern statt. Das Interesse dieses Jahr war größer als je zuvor.</strong><span id="more-2273"></span></p>
<p>Über 5.000 Leute wollten Teil der Eldani Media Night sein. Doch wer sich über eine der limitierten Einladungen freuen darf, entscheidet wie immer ein Gremium. Dieses Jahr residiert das Topevent in Berlins schönster Sommer-In-Location, dem Traumstrand direkt am Berliner Hauptbahnhof. Die schönste Oase Berlins bietet auf ca. 3000 qm Strand- und Gastronomiefläche ein Ambiente, das sowohl zum Entspannen als auch zum Erleben einlädt.</p>
<p>Perfekt für die Eldani Media Night. Denn die Showacts des Abends lassen einiges erhoffen. Mit dabei sind diesmal Nina Kristin, Annemarie Eilfeld, BL Diamond sowie Miguel Francisco:</p>
<p>Bekannt wurde Nina Kristin durch zahlreiche Auftritte in Boulevardmagazinen, ihrer eigenen 10-teiligen Casting-Show <em>Der coolste Job der Welt </em>sowie durch zweifaches Ausziehen im Playboy. Seitdem ist die deutsche Paris Hilton nicht mehr vom Bildschirm wegzudenken. Aber auch musikalisch hat Nina einiges zu bieten. Mit ihrer mittlerweile 8. Single „Rush“ (VÖ: im Juli 2011) tritt Nina als erster Showact um 22 Uhr am Traumstrand auf.</p>
<p><a href="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2011/05/Annemarie_Eilfeld-Seele-Unter-Eis.jpg"><img class="size-medium wp-image-2275 alignleft" title="Annemarie_Eilfeld - Seele Unter Eis" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2011/05/Annemarie_Eilfeld-Seele-Unter-Eis-300x257.jpg" alt="Annemarie_Eilfeld - Seele Unter Eis" width="184" height="157" /></a>Anschließend wird DSDS Liebling Annemarie Eilfeld mit ihrer neuen Single „Seele Unter Eis“ die Bühne stürmen. Die 21jährige Blondine wurde 2009 bei der sechsten Staffel der Castingshow zwar zur Super-Zicke abgestempelt, ergatterte aber immerhin noch den 3. Platz. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit ihrem ehemaligen Management plant Annemie, so ihr letzter Künstlername, einen neuen Durchbruch mit ausschließlich neuen Texten.</p>
<p>Im Anschluss an die zwei Ladies treten noch BL Diamond mit seiner neuen Single „If You Wanna Ride“ (VÖ: Juni 2011) und Migual Francisco mit seiner Single „Incomplete“ (VÖ: Juni 2011) auf. Erst Ende letzten Jahres haben die beiden Jungs die gemeinsame Single „Lean with it“ herausgebracht, welche sich wochenlang in den deutschen Top 10 hielt.</p>
<p>Außerdem soll in diesem Jahr erstmalig der Charity-Gedanke nicht zu kurz kommen. Darum unterstützt Organisator und Gründer der Eldani Media Night, Daniel Thauer, zusammen mit der Schirmherrin Pisei La und dem Verein „Kinderhilfe in Kambodscha e.V“ den Aufbau einer Schule in Kambodscha für Waisenkinder.</p>
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		<title>Der berühmteste Clown geht auf Tournee</title>
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		<pubDate>Tue, 24 May 2011 09:22:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rebecca Schindler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Tanz]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Ratte, die mit Hilfe eines Fallschirms durch die Lüfte schwebt. Fünf Motorradfahrer, die in einer engen Eisenkugel ihre Runden drehen. Ein Clown, der zwar in die Jahre gekommen ist, aber seinen Job trotzdem noch mehr als gekonnt ausübt. All das bietet der Russische Staatszirkus in seinem derzeitigen Programm.
Gewidmet ist die aktuelle Tour einem der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eine Ratte, die mit Hilfe eines Fallschirms durch die Lüfte schwebt. Fünf Motorradfahrer, die in einer engen Eisenkugel ihre Runden drehen. Ein Clown, der zwar in die Jahre gekommen ist, aber seinen Job trotzdem noch mehr als gekonnt ausübt. All das bietet der Russische Staatszirkus in seinem derzeitigen Programm.<span id="more-2256"></span></strong></p>
<p><a href="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2011/05/Oleg-Hund-3.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-2257" title="Oleg &amp; Hund 3" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2011/05/Oleg-Hund-3-300x200.jpg" alt="Oleg &amp; Hund 3" width="281" height="184" /></a>Gewidmet ist die aktuelle Tour einem der berühmtesten Clowns, Oleg-Popov. Anlässlich seines 80. Geburtstags hat er so viele Auftritte innerhalb einer Vorstellung, wie kein anderer Clown. Seit seinem 20. Lebensjahr steht Oleg auf der Bühne des Russischen Staatszirkus. Schon in jungen Jahren wusste er, dass er als Clown sein Geld verdienen will und besuchte schon früh die Zirkusschule. Seither ist er dem Russischen Staatszirkus treu geblieben und zaubert Kindern wie Erwachsenen mit seinen lustigen Nummern ein Lächeln aufs Gesicht.</p>
<p>Neben viel Humor kommen die für Russland typischen Akrobatiknummern nicht zu kurz. Elegant schwebt das Paar Rodion und Juliette Girgenov durch das Zirkuszelt. Nur mit Hilfe eines dünnen Seils fliegen sie durch die Lüfte und verrenken sich dabei auf eindrucksvolle Arte und Weise. Aber auch am Boden machen die beiden eine gute Figur. So führen sie mehrere Zaubertricks à la David Copperfield vor und verbiegen sich dermaßen, dass sie in eine winzige Box passen.</p>
<p>Aber auch Tiernummern hat der Russische Staatszirkus zu bieten. So wird der Auftakt der Show von vielen, kleinen, frechen Pudeln übernommen. Einige erweisen sich als perfekte Fahrradfahrer, andere als Sprungkünstler, indem sie wie ein Floh über die Rücken ihrer Artgenossen hüpfen. Weiteres Highlight ist Yuri<strong> </strong>Volodchenkov, ein junger Gipsy-Reiter. Mit seinem braunen Pferd bringt er Temperament und Grazie in die Manege.</p>
<p><a href="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2011/05/splitting-globe-of-death-in-action.JPG"><img class="alignright size-medium wp-image-2259" title="splitting globe of death in action" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2011/05/splitting-globe-of-death-in-action-200x300.jpg" alt="splitting globe of death in action" width="200" height="300" /></a>Höhepunkt der Show ist jedoch ganz klar der Splitting Globe of Death. In einer eisernen Kugel fahren fünf Stuntfahrer aus Brasilien auf ihren Motorrädern und vereinen Mut und Todesverachtung mit Fahrkunst in höchster Präzision. Geometrisch genau berechnete Bahnen und präzise Einhaltung der Geschwindigkeit sind unabdingbar &#8211; nur wenige Zentimeter Abweichung, ausgelaufenes Öl oder ein falscher Zug am Gashebel können schwere Crashs zur Folge haben. Da blieb den Zuschauern aus Angst und Respekt schon mal in vielen Situationen der Atem stehen.</p>
<p>Man merkte dem Zirkus an, dass er – genau wie seine Hauptattraktion, der 80 Jährige Clown Oleg – etwas in die Jahre gekommen ist. Der sonst so leuchtende Schriftzug flimmerte an manchen Stellen, einige Glühbirnen funktionierten gar nicht mehr. Auch die Kostüme der Künstler strahlten nicht in ihrem eigentlichen Glanz. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, ist der Russische Staatszirkus jedoch einer der sympathischsten. Ohne viele Tiere, dafür mit vielen akrobatischen Tricks und lustigen Nummern hat sich der Russische Staatszirkus in die Herzen der sonst eher humorlosen Berliner gespielt.</p>
<p>Wer die Oleg-Popov-Jubiläumstour 2011 auch einmal live erleben will, hat dafür noch bis zum 13. Juni Zeit. So lange gastiert der Russische Staatszirkus noch in Berlin, auf dem Parkplatz der O2-World am Ostbahnhof.</p>
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