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	<title>Kulturen &#187; Bühne</title>
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	<description>Das Online-Magazin der Kulturjournalisten an der UdK Berlin</description>
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		<title>„I like it when the red water comes out…!“</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Jun 2010 00:07:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Diana Ringelsiep</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[  Deutsch meets English. Comedy meets Tragödie. Joker meets Hamlet…   
How spooky is that then?!

In Kooperation mit Studierenden der „Hochschule für Schauspielkunst  Ernst Busch“ inszeniert Hausregisseur Andreas Kriegenburg am Deutschen Theater einen Pop-Art Hamlet mit einem entschiedenen Hang zum Grotesken. Pop-Art definiert sich als künstlerische Reaktion auf ein den Massenmedien entnommenem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong> <strong>Deutsch meets English. Comedy meets Tragödie. Joker meets Hamlet… </strong> <strong> </strong></p>
<p><strong>How spooky is that then?!</strong></p>
<p><span id="more-1495"></span></p>
<p>In Kooperation mit Studierenden der „Hochschule für Schauspielkunst <img class="alignright size-medium wp-image-1496" title="Kriegenburgs &quot;Hamlet&quot; am Deutschen Theater" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2010/06/Hamlet_0343-300x199.jpg" alt="Kriegenburgs &quot;Hamlet&quot; am Deutschen Theater" width="270" height="187" /> Ernst Busch“ inszeniert Hausregisseur Andreas Kriegenburg am Deutschen Theater einen Pop-Art Hamlet mit einem entschiedenen Hang zum Grotesken. Pop-Art definiert sich als künstlerische Reaktion auf ein den Massenmedien entnommenem Motiv. Und genau hat Kriegenburg getan. Sofort fällt auf, dass die Protagonisten allesamt aussehen wie der Batman-Joker aus <em>„The Dark Knight“</em>. Als Heath Ledger 2008 verstarb, grinste einen jene Joker-Fratze an, sobald man die Zeitung aufschlug, den Fernseher anschaltete oder den Web-Browser öffnete. Ihr jedoch in einer Shakespeare Aufführung zu begegnen, damit hat wohl erst einmal niemand gerechnet. Doch damit nicht genug.</p>
<p>Im letzten Jahr machte im Internet ein mehrteiliger, englischsprachiger Comic-Film namens <em>„Salad Fingers“*</em> die Runde. Zu sehen ist eine verstörte Kreatur, die in Gesellschaft von drei Handpuppen in ihrer eigenen Welt lebt, Selbstgespräche führt und sich selbst verletzt, „<em>until the red water comes out“</em>. Kriegenburg hat etliche stilistische Elemente aus diesem Comic übernommen und lässt Guildenstern ganze Passagen in Salat Fingers’ Gruselstimme zitieren.  Überhaupt kommt Guildenstern und Rosencrantz eine ganz besondere Rolle in dieser Inszenierung zu. Am vorderen Bühnenrand sitzend moderieren und kommentieren sie wie zwei Außenstehende das gesamte Stück auf die psychopathische Art und Weise ihres Comic-Vorbildes. Dabei reden sie größtenteils Englisch, gern auch mit Deutsch vermischt: <em>„I’ve lost the roten Faden!“</em>, sagt Guildenstern einmal. <em>„Me too, me too…“</em>, ist Rosencrantz’ Standardantwort.</p>
<p>Der melancholische Hamlet selbst scheint in Kriegenburgs Darbietung die <em>normalste</em> Figur von allen zu sein, wenn er auch das gesamte Stück über auf Schritt und Tritt von einer symbolträchtigen schwarzen Luftballonwolke verfolgt wird. Denn als er kurz nach dem Tod seines Vaters heimkehrt, gleicht der dänische Hof einem Irrenhaus. Seine Mutter Gertrude, die Königin, hat sich offensichtlich um den Verstand gekokst und wenn sie nicht gerade mit den Tampons in ihrer Nase beschäftigt ist, um die Blutungen zu stoppen, fingert sie lüstern an ihrem neuen Gemahl Claudius herum. Die schöne Ophelia dagegen gleicht der Primaballerina aus einem Gruselkabinett. Die marionettenhaften Bewegungen und ihr umnachtetes Grinsen verleihen ihr etwas Irrsinniges. Auch Ophelias Vater Polonius, der nie mehr trägt als eine knappe Union-Jack-Boxershorts und in verschiedensten deutschen Dialekten spricht, macht einen äußerst konfusen Eindruck.</p>
<p>Dazu kommt das außergewöhnliche Bühnenbild, das komplett aus deckellosen Holzkisten besteht. Die Protagonisten sind daher gezwungen, unbeholfen von einer Kiste in die nächste zu steigen oder auf deren Außenwänden zu balancieren. Egal für welche der beiden Möglichkeiten sie sich entscheiden, es unterstreicht stets die Unsicherheit und Verletzlichkeit, die sich durch alle Charaktere zieht.  Neben all diesen exzentrischen Figuren rückt Hamlet selbst vollkommen in den Hintergrund. Hält er einen auch nur <em>etwas</em> längeren Monolog, verdrehen Guildenstein und Rosencrantz bereits gähnend die Augen: <em>„How boring… I have no bock more…“</em> und schlagen auf ihre <em>Halli Galli</em> Glocken, um eine neue Figur in ihrer Holzkiste zum Leben zu erwecken<em>. </em>Vielleicht liegt es auch daran, dass Thomas Halle als Hamlet keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Denn in Kriegenburgs Inszenierung gehen die Hauptrollen eindeutig an die Damen. Die Studentin Maria Wardzinska ist als Ophelia, trotz der Rolle innewohnenden apathischen Abwesenheit, das gesamte Stück über so präsent, dass man den Blick nicht von ihr lassen kann. Auch Aenne Schwarz zieht den Zuschauer in ihren Bann, wenn sie als Rosencrantz in ihrem gruseligen Deutsch-Englisch-Kauderwelsch die Handlung kommentiert: <em>„I love this play!“</em>, murmelt sie verschwörerisch dem Publikum zu, bevor es an die Schlussszene geht, <em>„Everybody will die now… he he he… Enjoooy it!“. </em></p>
<p>Doch das erwartete Gemetzel bleibt aus. Zwei der Schauspieler ziehen sich riesige Masken auf und schlüpfen in die verschiedenen Rollen, um die begangenen Morde lediglich anzudeuten.  Kriegenburgs Hamlet Interpretation ist plakativ, skurril und provozierend. Wer sich darauf einlässt wird einen unterhaltsamen Abend verleben. Wer nicht, wird mit ausreichend Stoff versorgt, um sich zumindest den Rest des Tages darüber aufregen zu können. Guildenstern sagt an einer Stelle kopfschüttelnd: <em>„I don’t like this play. </em><em>It is shit!“</em>, woraufhin Rosencrantz ihm wie üblich zustimmt, <em>„Yes, that’s true, me too, me too… </em><em>It’s shit!“</em>. Doch dann schaut sie noch einmal kurz zur Bühne, das wahnsinnige Grinsen kehrt zurück und man kann sie voller Begeisterung flüstern hören: <em>„…but I like shit!“.</em></p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">*Salat Fingers: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=M3iOROuTuMA">http://www.youtube.com/watch?v=M3iOROuTuMA</a></p>
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		<title>Hamlet sagt „Äh“</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Jun 2010 23:48:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anna Mayrhauser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Kriegenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsches Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Ernst Busch]]></category>
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		<description><![CDATA[Andreas Kriegenburg befreit „Hamlet“ am Deutschen Theater lustvoll von der Hochkultur. Und belastet das Stück umso schwerer mit Popkultur. 

„Sein oder nicht sein“ heute auf irgendeiner Theaterbühne zu sagen ist ein bisschen peinlich. Regisseure und Schauspieler setzen sich damit einer Liste möglicher Vorwürfe aus: Lächerlich. Pathetisch. Bildungsbürgerlich. Warum das Ganze? Langweilig. Andreas Kriegenburg, seit der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Andreas Kriegenburg befreit „Hamlet“ am Deutschen Theater lustvoll von der Hochkultur. Und belastet das Stück umso schwerer mit Popkultur. </em></p>
<p><em><span id="more-1408"></span></em></p>
<p>„Sein oder nicht sein“ heute auf irgendeiner Theaterbühne zu sagen ist ein bisschen peinlich. Regisseure und Schauspieler setzen sich damit einer Liste möglicher Vorwürfe aus: Lächerlich. Pathetisch. Bildungsbürgerlich. Warum das Ganze? Langweilig. Andreas Kriegenburg, seit der Spielzeit 2009/2010 Hausregisseur am Deutschen Theater, Theatertreffen-erfahren und mit einem Faible für Slapstick ausgestattet, findet eine eigentlich ganz elegante Lösung. Erst lässt er seinen König Claudius „Sein oder äh“ sagen. Falscher Text. Falsche Stelle. Und irgendwann, später, ganz unauffällig, wird Hamlet dann doch seinen Text los.</p>
<p>Elegant, aber unentschlossen. Am Ende werden doch nur übliche „Hamlet“ – Klischees bedient: Dänemark, Geister, ein verwirrter Prinz, ein Stück im Stück und am Schluss sind alle tot. Ophelia heißt eine Ikeakuscheldecke. Das Bühnenbild von Julia Kurzweg erinnert auch ein bisschen an Ikea: flexibel, wandelbar, viel Stauraum für Schauspieler, Holz, unlasiert, zum selbst gestalten, wächst mit. Ein Meer von Kisten, die Schauspieler darin verteilt. Je nach Einsatz springen sie heraus und ähneln dabei mit ihren clownartig geschminkten Gesichtern dem alten Kinderspielzeug: all die traurigen kleinen Schachtelteufelchen.</p>
<p>Mehr als Pädagoge denn als Regisseur bezeichnet sich Kriegenburg im Programmheft für dieses Stück, das er gemeinsam mit StudentInnen der Ernst Busch Schule, aber auch mit einigen festen Ensemblemitgliedern des DT inszeniert hat. Frei von eigenen Ambitionen und mit großer Lust am Spielen habe er versucht, das Stück von seiner Existenzlast und Rezeptionsgeschichte zu befreien. Die Konflikttiefe der Klassiker würde sich für junge Schauspieler besonders anbieten, um sich aus zu probieren.</p>
<p>Komisch ist nur, dass sich die Inszenierung vor genau dieser Konflikttiefe versteckt. Es ist eine Inszenierung ohne Vertrauen in den Text. Damit uns nicht langweilig wird, an diesem, ja, doch, sehr kurzweiligen, drei Stunden langen Theaterabend boxen sich die Schauspieler von Szenen zu Szene: Maria Wardzinskas Ophelia quäkt sich präsent und unglaublich energisch als überschminktes Papakind im Ballerinakostümchen durch alle Abgründe des Stücks und ein Kämmerer Polonius ohne Hosen setzt allerlei mögliche und unmögliche deutsche Dialekte ein. Vor allem aber Rosencrantz und Guildenstern kennen ihr Rezept gegen das Einschlafen. Verkleidet als absurde Referenzen an Comicfiguren oder vielleicht auch Kiss-Sänger läuten sie mit einer kleinen Klingel alle wichtigen Szenen ein und werden nicht müde dem Publikum auf Englisch zu vermitteln, worum es hier geht: so touching, so great, so spooky ist das gerade Gebotene. Enjoy! Vor allem Aenne Schwarz gibt ihren weiblichen Rosencrantz mit viel Mut zur Komik und Hässlichkeit. Dazwischen dürfen die anderen ihren Text aufsagen.</p>
<p>Die Lust am Slapstick, am Blödeln, an der Ästhetik der Peinlichkeit  &#8211; in den besten Momenten der Aufführung spürt man sie ganz deutlich. In den Schlechten bleibt ein verwässerter und schon oft da gewesener Versuch Shakespeare wieder zu dem zu machen, was er einmal war: Unterhaltung, Pulp Fiction, spooky. Dann wird die Popästhetik anbiedernd: Schauspieler mit Plüschtierköpfen? Das ist so schön Shakespeare, aber im Moment in jedem zweiten Indiepopmusikvideo zu finden.</p>
<p>Am potentiellen Zielpublikum geht dies ohnehin vorbei. Das an diesem Abend hauptsächlich aus 16jährigen Gymnasiasten auf Lehrausgang bestehende Publikum zeigt sich unbeeindruckt. „Ich habe auch schon normale „Hamlet“-Inszenierungen gesehen“, sagt eine wahrscheinlich Zehntklässlerin mit kritischen Blick zu ihrer ebenfalls nicht sehr begeistert wirkenden gleichaltrigen Kollegin. Was immer eine „normale“ „Hamlet“-Inszenierung auch ist, diese Unentschlossenheit ist es, die der Inszenierung den Atmen nimmt: Zu Pop für die, die einen hübschen Hamlet-Monolog hören wollen. Zu wenig radikal für alle anderen, weil „Hamlet“ eben schon besser dekonstruiert wurde. Eine fruchtbarere Verbindung von Hoch- und Popkultur gab es schon 1990, als die Einstürzenden Neubauten Heiner Müllers „Hamletmaschine“ vertonten. Sein oder nicht sein? Kommt darin nicht vor. Dennoch: Polonius ohne Hosen ist immer noch erträglicher als Polonius im Rüschenhemdchen.</p>
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		<title>Lärmen statt Leiden</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Jun 2010 23:46:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Magdalena Ulrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Ernst Busch]]></category>
		<category><![CDATA[Hamlet]]></category>
		<category><![CDATA[Kriegenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Quiet is the new loud]]></category>

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		<description><![CDATA[Andreas Kriegenburg und „Ernst Busch“-Studenten inszenieren „Hamlet“ in den Kammerspielen des Deutschen Theaters

„Quiet ist the new loud!“ prophezeiten vor einigen Jahren die Kings of Convenience mit dem Titel ihres Debüt-albums. Regisseur Andreas Kriegenburg und die Studenten der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ zeigen das Gegenteil: In ihrer Inszenierung am Deutschen Theater steht eine Gesellschaft aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Andreas Kriegenburg und „Ernst Busch“-Studenten inszenieren „Hamlet“ in den Kammerspielen des Deutschen Theaters</p>
<p><span id="more-1384"></span></p>
<p>„Quiet ist the new loud!“ prophezeiten vor einigen Jahren die Kings of Convenience mit dem Titel ihres Debüt-albums. Regisseur Andreas Kriegenburg und die Studenten der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ zeigen das Gegenteil: In ihrer Inszenierung am Deutschen Theater steht eine Gesellschaft aus Krach und Klamauk auf der Bühne, in der kein Raum für die leisen Töne eines melancholischen Hamlets bleibt. Weltschmerz und Trauer werden spaßig übertönt.</p>
<p>Wie ein Setzkasten aus überdimensionierten Weinkisten erscheint der Bühnenboden, jede gerade groß genug für einen Menschen (Bühne: Julia Kurzweg). Nur eine zarte Schnur mit schwarzen Luftballons ragt über den hölzernen Kistenpark.<br />
Zwei Joker-Fratzen schnellen aus ihren Kisten empor und rahmen das Bild am vorderen Bühnenrand: kreidebleiche Clownsbemalung, schwarz verlaufene Augenringe, strähniges Haar und rot verschmiertes Grinsen. Rosencrantz (Aenne Schwarz) und Guildenstern (Marco Portmann) zerren mit nervtötendem Geplärr und irrsinnigem Lachen von Anfang bis Ende der Vorstellung an den Nerven des Publikums. Die Narren sind die Stars des Abends, sie spielen die tragischen Figuren an die Wand.</p>
<p>Nach und nach schlüpft die clownsmaskiert Hofgesellschaft &#8211; ein jeder aus seiner Kiste: Gertrud, Claudius, Laertes, Polonius, Horatio. Man amüsiert sich, lärmt und lacht. Und wirkt dabei verloren.<br />
Ophelia (Maria Wardzinska) ist die Puppe zwischen den Clowns. Sie trägt Tutu, bewegt sich in versteinerter Anmut wie eine Ballerina auf der Spieluhr. Aufgezogen, fremdgesteuert hebt sie die Ärmchen, dreht sich, posiert und funktioniert.<br />
Die Hauptfigur bemerkt man kaum. Hamlet (Thomas Halle) trägt das Bündel schwarzer Luftballons wie eine Regenwolke über seinem Kopf &#8211; ein Ballonverkäufer auf dem Jahrmarkt, der auf der Trauer-Ware sitzen bleibt. Wer sollte daran auch Gefallen finden in einer ausgemachten Spaßgesellschaft?<br />
Gertrud (Natali Seelig), die aufgescheuchte Party-Mutti, hebt Champusgläser statt zu trauern und kokst bis ihr die Nase blutet. Für den sensiblen Sohnemann, den depressiven Zweifler Hamlet &#8211; den Leisen &#8211; fehlt jede Empathie. Claudius Hof ist eine hedonistische Legehennenbatterie. Effekt und Lust anstatt Gefühl. Betäubender Lärm verdeckt das Leiden. „Hey, Denmark, this is very funny!“</p>
<p>„Gott hat euch ein Gesicht gegeben und ihr macht euch ein anderes!“, verflucht Hamlet seine Mitmenschen, deren Masken wie aufgezwungene Fratzen wirken, die stets dem König nach dem Mund reden. Hamlet erkennt die Mitschuld am Mord seines Vaters an ihren rot verschmierten Mündern, die lächeln sollen, doch blutig anmuten &#8211; ein grausames Grinsen. Ein Leben als Maskenspiel. Wo sind ihre Gesichter?</p>
<p>Kriegenburg stellt Hamlet als ungehörten Depressiven dar, verloren in einer tosenden Welt. Er zeigt, dass stille Wasser nicht nur tief gründen, sondern vielleicht tief traurig sind und an Weltschmerz und persönlichem Leid zerbrechen.<br />
Welche Stimmen <em>um</em> uns und <em>in</em> uns übertönt ein Leben mit einem Lautstärkepegel am Anschlag? Nichts scheint schwerer zu ertragen als die Stille. Darin ruht tückisch der eigene Seelenschmerz. Drum lieber pauken und koksen.</p>
<p>In einer vergnügungssüchtigen Gesellschaft hat die persönliche Tragödie keinen Raum. Das Drama „Hamlet“ dient dabei nicht nur als beliebige Schablone. Vielmehr störte sich Shakespeare selbst an der Vergnügungssucht der elisabethanischen Zeit. Theater diente der Unterhaltung, dem plärrenden Vergnügen. Empfindungen dagegen tönen sanft.</p>
<p>Kriegenburgs Inszenierung klingt nach der Dauerbeschallung unseres Lebens, nach lärmendem Privatfernsehen und Hintergrundmusik als Lebensstrategie. Schneller, lauter, schriller. Und bloß keine Stille aufkommen lassen. „Liebe?! Spinnst du oder was? &#8211; Und jetzt sei lustig!“</p>
<p>Hamlet und Ophelia dagegen erleben im Streit authentische Gefühle, die sonderbar wirken in dem Tumult an Maskenspielen und Verstellung. Die Liebenden schreien die ehrlichen, inneren Stimmen heraus, die sonst verschanzt bleiben und stumm. Zuletzt verzweifelt Ophelia am lärmenden Fake ihrer Umwelt. Sie nimmt ein Mikrofon zur Hilfe und flüstert: „Das ist doch krank! Denen muss man doch helfen!“</p>
<p>Slapstick, Klamauk und akustischer Stress durchziehen die Inszenierung. Sie machen auch vor dem Grab nicht halt. Kriegenburg lässt die Totengräber (Henning Bosse und Sergej Lubic) vor Ophelias Grab ein schändliches Leichen-Medley grölen. „Who wants to live forever?“ Sterben als Show, zum Mitklatschen.</p>
<p>Die hysterische Atmosphäre der Inszenierung nervt gewaltig. Doch sie hält klug den Spiegel vor und fragt nach dem Verbleib der leisen Töne. Sie ermutigt, auch trauerndes Wimmern mal klingen zu lassen und nicht verkrampft drauf los zu lärmen.<br />
Hamlet wirkt wie in einer Glassäule auf der Bühne, er steht blöd rum, als wenn er nicht so recht dazu gehöre. Wie auf einer Party, auf der sich alle zu amüsieren scheinen &#8211; außer man selbst. Die Party übertönt den Schmerz. Doch wer hört Hamlet? „Quiet“ lag wohl noch nie so recht im Trend.</p>
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		<title>Broilers &#8211; The Anti Archives (dvd)</title>
		<link>http://kulturen.b3at.de/archives/1213</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 20:24:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Diana Ringelsiep</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[(People Like You Records/VÖ: 23.10.2009)
Warum die Broilers Angst vor Skinheads hatten und selber welche werden wollten und was das Christkind mit der Gründung der damals jüngsten oi! Band Deutschlands zu tun hatte…

Die Broilers haben ein Baby bekommen. Einen ganz schön dicken Brocken, aber wunderschön anzusehen. Die &#62;&#62;Broilers – The Anti Archives&#60;&#60; Doppel DVD kommt in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(People Like You Records/VÖ: 23.10.2009)</p>
<p><strong><em>Warum die Broilers Angst vor Skinheads hatten und selber welche werden wollten und was das Christkind mit der Gründung der damals jüngsten oi! Band Deutschlands zu tun hatte…</em></strong></p>
<p><span id="more-1213"></span></p>
<div id="attachment_1215" class="wp-caption alignright" style="width: 229px"><img class="size-medium wp-image-1215" title="broilersdvd" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2010/04/broilersdvd-219x300.jpg" alt="Doppel DVD &quot;The Anti Archives&quot; zum 16-jährigen Jubiläum" width="219" height="300" /><p class="wp-caption-text">Doppel DVD &quot;The Anti Archives&quot; zum 16-jährigen Jubiläum</p></div>
<p>Die Broilers haben ein Baby bekommen. Einen ganz schön dicken Brocken, aber wunderschön anzusehen. Die &gt;&gt;Broilers – The Anti Archives&lt;&lt; Doppel DVD kommt in einer limitierten Edition mit über sechs Stunden Videomaterial, 44 Seiten Booklet und einer 3D Brille im schicken Pappschuber daher.</p>
<p><strong>Drei Stunden Live-Material </strong></p>
<p>Was darauf zu sehen ist, übertrifft alle Erwartungen. Das fast 3-stündige live Material schlägt einem mit voller Wucht um die Ohren und wird fast zur Qual, wenn man spätestens beim zweiten Lied lieber mittendrin stehen würde als auf dem Sofa zu hängen. Die Aufnahmen stammen aus dem <em>Conne Island</em> in Leipzig, das die Band im Mai 2008 beinahe zum Platzen brachte und natürlich aus der Heimatstadt Düsseldorf, wo sie einen Tag später vor 2000 Leuten das <em>Stahlwerk</em> überkochen ließen. Einziges Manko: DVD 1 hängt bei Song Nr. 26 „Meine Sache“. Deshalb muss über diese Stelle hinweg geskippt werden.</p>
<p><strong>Die Band Doku – Plaudern aus dem Nähkästchen</strong></p>
<p>Die zweite DVD überrascht mit einer 90-minütigen Band Dokumentation, die einen so nah dabei sein lässt, dass man am Ende glaubt, selbst dazuzugehören. Rotwein trinkend plaudern die Bandmitglieder aus dem Nähkästchen, schwelgen in Erinnerungen und charakterisieren sich gegenseitig, während Freunde (u.a. von Loikaemie, Volxsturm und The Generators) einzelne Epochen aus ihrer Sicht schildern.</p>
<p><strong>Unterwegs nach Disneyland und andere Anekdoten</strong></p>
<p>Doch es kommt noch besser, denn als hätten sie geahnt, dass es irgendwann einmal jemanden interessieren könnte,</p>
<div id="attachment_1214" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-1214" title="Broilers_2" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2010/04/Broilers_2-300x225.jpg" alt="Broilers - Punkrock aus Düsseldorf" width="300" height="225" /><p class="wp-caption-text">Broilers - Punkrock aus Düsseldorf</p></div>
<p>wurden bereits die frühesten Anfänge auf Video festgehalten. So kann man die damals 11 und 12 Jahre alten Freunde Andi und Sammy nach Disneyland begleiten und erfährt, dass „Monchichi Skinhead“ Sammy sich bereits im zarten Alter von 14 für „den geistigen Kopf der Band“ hielt. Die Freude am Filmen ging ihnen zum Glück nie verloren, so dass dem Zuschauer nichts, aber auch gar nichts verborgen bleibt! Wer also wissen will, warum alle Bandmitglieder Tussis sind, außer Ines, wo genau die Verbindung der Broilers zur Mafia liegt und weshalb Christians Gehirn manchmal aussetzt, der kaufe das gute Stück und mache sich selbst ein Bild!</p>
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		<title>Organisierte Kreativität</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 19:34:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick Schirmer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Beim „Kreuzberg Slam“ treffen Profis auf Amateure. Es geht um Worte, Lacher und ein Megaphon. Applaus ist quasi garantiert.

Am Ende gab es dann ein Megaphon als Preis. Auf dass die Worte nicht verstummen mögen, die an dem Abend so zahlreich und in verschiedenster Form erklungen waren. Schreit es hinaus in die Welt, scheint der Preis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><strong>Beim „Kreuzberg Slam“ treffen Profis auf Amateure. Es geht um Worte, Lacher und ein Megaphon. Applaus ist quasi garantiert.</strong></strong></p>
<p><strong><span id="more-1023"></span></strong></p>
<p>Am Ende gab es dann ein Megaphon als Preis. Auf dass die Worte nicht verstummen mögen, die an dem Abend so zahlreich und in verschiedenster Form erklungen waren. Schreit es hinaus in die Welt, scheint der Preis zu sagen.  Oder etwa nicht?</p>
<p>Ein Abend im Lido in Kreuzberg. Kreuzberg Slam heißt die Veranstaltung, einer von etwa siebzig regelmäßig stattfindenden Poetry Slams in Deutschland. Kreativer Vorleseabend meist junger Dichter. „ Eine Mischung aus Lesung und Rockkonzert“, beschreibt Sebastian Lehmann, einer der Organisatoren des wortreichen Spektakels, die Idee der Slams.</p>
<p><strong>Ein Bier, eine Bühne und ein Haufen Worte</strong></p>
<p>Tatsächlich. Statt wie bei altbackenen Lesungen einen Tisch mit einem Glas Wasser als Bühnendeko, bekommen die Wagemutigen hier allein ein Mikrophon als Waffe. Und fünf Minuten Zeit, um ihre teils lyrischen, teils prosaischen Texte dem Publikum zu präsentieren. Wer etwas trinken will, kann sich an der Bar ein Astra holen. Poesie in Clubatmosphäre. Poesie als Wettbewerb.</p>
<p>Denn ob der inhaltlichen Freiheit, die den Künstlern zusteht, funktioniert der Slam nach strengen Regeln. Drei Runden à fünf Autoren. Nur Selbstgeschriebenes, keine Requisiten. Jeder hat fünf Minuten Zeit für seinen Text, überschreitet er sie, wird er mit Musik unterbrochen. Am Ende jeder Runde wird per Applaus abgestimmt, wer am besten war. Die drei Gruppenersten kommen ins Finale. Dort dürfen sie einen zweiten Text vortragen. Der Applaus wiederum bestimmt den Sieger des Abends.</p>
<p>Und dementsprechend laut geht das Ganze auch vor sich. „Es ist schon so, dass der, der die meisten Lacher drin hat, gewinnt. Melancholische Texte hört man eher selten“, erzählt Paul, Student und regelmäßiger Besucher von Poetry Slams. Wer die worthungrige Meute belustigt, erntet mehr Applaus, hat also mehr Chancen aufs Finale und den Sieg. So die einfache Regel, die die meisten der Vortragenden tunlichst befolgen.</p>
<p><strong>Wirtschaftskrise, Alkoholiker und die Liebe</strong></p>
<p>Dabei kann alles <span style="color: #000000;">herhalten.</span> Ob die Folgen der Wirtschaftskrise oder der Dienstwagenvorfall der Gesundheitsministerin in Spanien. Ob die Erlebnisse als Vegetarier beim Grillen oder die eines Möchtegernpunks bei den Chaostagen in Hannover. Bemerkenswert häufig erscheint das Motiv des Gesprächs mit arbeitslosen Alkoholikern. Und selbstverständlich die Liebe, die analysiert, seziert, angeklagt, angefleht oder einfach nur beschrieben wird.</p>
<p>„Das Tolle am Poetry Slam ist die Prägnanz, die dadurch entsteht, seinen Text in kürzester Zeit vortragen zu müssen“, erklärt Sebastian Lehmann. Seit zwei Jahren organisiert er mit drei Freunden <span style="color: #000000;">der </span>Kreuzberg Slam. „Damals gab es kaum <span style="color: #000000;">einen richtigen Slam i</span>n Berlin.“ Sie entschlossen sich, selbst einen ins Leben zu rufen. Bis vor kurzem fand er im Kato statt, bis der Erfolg der Veranstaltung den Slam ins größere Lido ziehen ließ.</p>
<p><strong>Dichten, Entscheiden und Fahrtkosten teilen</strong></p>
<p>Nachdem die erste Runde mit Philipp einen eindeutigen Sieger hervorgebracht hatte, steht Moderator Kolja nach Ende der zweiten Runde vor einem Problem. Es gibt fünf Autoren, die alle vom Publikum etwa gleich laut und gleich lang beklatscht werden. Er geht die Namen noch einmal einzeln durch, mit einer kurzen Zusammenfassung des vorgetragenen Textes. Keine Chance. Das Publikum applaudiert bei jedem Namen frenetisch.</p>
<p>„Ich gehe zwar gerne hin, aber selbst könnte ich das nicht. Einen Text schreiben vielleicht, aber ich könnte mich nicht da hinstellen und vortragen“, gesteht Paul. Vielen im Publikum dürfte es ähnlich gehen. Damit sich nicht zu wenige Leute für die fünf Minuten Rampenlicht melden, wird etwa die Hälfte der Auftretenden vorher von den Organisatoren eingeladen. So genannte Profi-Slammer, die mit ihrer Kunst auf Tour sind und in der Szene einen Namen haben. „Großes Geld verdienen sie aber nicht damit. Wenn etwas am Ende von den Einnahmen übrig bleibt, versuchen wir, sie bei den Fahrtkosten zu unterstützen, “ sagt Sebastian Lehmann.</p>
<p>Moderator Kolja versucht es noch einmal. Diesmal werden nur die Namen genannt, der Applaus darf zwei Sekunden pro Künstler dauern. Am Ende entscheiden Kolja und sein Co-Moderator Sebastian, dass der lauteste Applaus Bas Böttcher, einem Star der Szene, galt. Eine zweifelhafte Entscheidung. Seinen Text „Alles in allem“, habe er schon beim letzten Slam vorgetragen, wird im Publikum geraunt. Groß protestiert wird aber nicht. Publikum und Künstler erheben sich zur Pause.</p>
<p><strong>Zittern, Routine und &#8220;eigentlich alles schon mal gehört&#8221;<br />
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<p>Kommt es denn häufiger vor, dass sich Texte wiederholen? „ Von den Profi-Slammern, also von denen, die wir im Vorfeld eingeladen haben, habe ich alles eigentlich schon mal gehört“, erzählt Sebastian Lehmann. „ Aber es gibt ja auch immer neue, die ich noch nie gesehen habe, wie zum Beispiel Philipp, der die erste Runde gewonnen hat.“</p>
<p>Am ganzen Körper zitternd hatte der junge Mann seine fünf Minuten auf der Bühne gestanden, und dennoch mit fester Stimme und charmantem Witz sein Können präsentiert. Zunächst, in Anspielung auf Hemingway und Tolstoi, zwei sechs Wörter lange Kurzgeschichten. Daraufhin ein Gedicht über die Lügen der Liebe als Abschluss. Spielend hatte er damit die erste Runde gewonnen, die ausschließlich aus Nicht-Profis bestand.</p>
<p>Denn neben den großen Namen, soll sich dem Ur-Prinzip der Poetry Slams nicht verweigert werden: Dass jeder, der möchte, seine Kunst präsentieren darf. Einfach beim Einlass Bescheid geben. So das Verfahren. <span style="color: #000000;">Nach den ersten Slams in Chicago in den achtziger Jahren hat es die Dichtkunstwettbewerbe im Fernsehen gegeben, es wurden Weltmeisterschaften ausgetragen. </span>Wie alles Gute und Spontane, wurde versucht, es zu kommerzialisieren. Dass in  Kreuzberg nicht an Szenegrößen gespart wird, ist sicherlich symbolisch dafür.</p>
<p><strong>Ein &#8220;Rockstar&#8221;, ein Publikum und keine Buh-Rufe</strong></p>
<p>Auch die dritte Runde hat mit Felix Römer einen bekannten Slammer als Sieger hervorgebracht. In dem Wissen, dass sein Text bereits bekannt war, hatte er das Publikum gebeten, prägnante Zeilen doch bitte mitzusprechen. Er wolle das Gefühl eines Sängers haben, bei dem das Publikum die Lieder mitsingt, hatte er mitgeteilt. Das Publikum hatte brav pariert. Kann es sein, dass Philipp die erste Runde nur gewonnen hatte, weil dort keine Profis  in der Gruppe waren?</p>
<p>Paul erläutert die Bedeutung von Erfahrung bei Poetry Slams. „Ich würde nicht bei so einem großen Slam wie dem hier anfangen. Weil das Publikum hier groß und sehr kritisch ist. Ich würde bei ein paar kleineren Slams beginnen, um zu sehen, was ankommt und was nicht.“ Damit aber keiner verletzt nach Hause geht, ist auch hier vorgesorgt. Der Kreuzberg Slam ist kein Apollo Theatre, wo keine Buh-Rufe schon ein Lob sind. Im schlimmsten Fall gibt es hier wohlwollenden Applaus.</p>
<p><strong>Applaus, Frauen</strong><strong> und ein kühles Getränk </strong></p>
<p>Das Finale zeigt schnell die Differenzen auf. Philipp präsentiert dem vollen Saal eine diffuse Geschichte über ein Gespräch mit einem „Alki am Spreeufer“, woraufhin Felix Römer das Konzept des interaktiven Liebesgedichts gegen die Wand fährt. Bas Böttcher ist als Letzter dran. Er übt sich in gekonnter, wenn auch nicht sonderlich kreativer Wortakrobatik, indem er in zwölf Punkten die verschiedenen Bedeutungen des Wortes Punkt darlegt.</p>
<p>Ein letztes Mal darf der bis in die letzte Ecke gefüllte Saal des Lido um die Wette applaudieren. Es wird gejohlt, es wird geschrien. Am Ende darf Bas Böttcher das Megaphon entgegennehmen. Umarmungen für die Mitstreiter, dann ein kühles Getränk und sich in weiblicher Gesellschaft in den Pavillon verziehen. Der Routinier<span style="color: #ff0000;"> <span style="color: #000000;">hatte</span> </span>sich durchgesetzt.</p>
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