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	<title>Kulturen &#187; Kunst</title>
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	<description>Das Online-Magazin der Kulturjournalisten an der UdK Berlin</description>
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		<title>„I like it when the red water comes out…!“</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Jun 2010 00:07:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Diana Ringelsiep</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[  Deutsch meets English. Comedy meets Tragödie. Joker meets Hamlet…   
How spooky is that then?!

In Kooperation mit Studierenden der „Hochschule für Schauspielkunst  Ernst Busch“ inszeniert Hausregisseur Andreas Kriegenburg am Deutschen Theater einen Pop-Art Hamlet mit einem entschiedenen Hang zum Grotesken. Pop-Art definiert sich als künstlerische Reaktion auf ein den Massenmedien entnommenem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong> <strong>Deutsch meets English. Comedy meets Tragödie. Joker meets Hamlet… </strong> <strong> </strong></p>
<p><strong>How spooky is that then?!</strong></p>
<p><span id="more-1495"></span></p>
<p>In Kooperation mit Studierenden der „Hochschule für Schauspielkunst <img class="alignright size-medium wp-image-1496" title="Kriegenburgs &quot;Hamlet&quot; am Deutschen Theater" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2010/06/Hamlet_0343-300x199.jpg" alt="Kriegenburgs &quot;Hamlet&quot; am Deutschen Theater" width="270" height="187" /> Ernst Busch“ inszeniert Hausregisseur Andreas Kriegenburg am Deutschen Theater einen Pop-Art Hamlet mit einem entschiedenen Hang zum Grotesken. Pop-Art definiert sich als künstlerische Reaktion auf ein den Massenmedien entnommenem Motiv. Und genau hat Kriegenburg getan. Sofort fällt auf, dass die Protagonisten allesamt aussehen wie der Batman-Joker aus <em>„The Dark Knight“</em>. Als Heath Ledger 2008 verstarb, grinste einen jene Joker-Fratze an, sobald man die Zeitung aufschlug, den Fernseher anschaltete oder den Web-Browser öffnete. Ihr jedoch in einer Shakespeare Aufführung zu begegnen, damit hat wohl erst einmal niemand gerechnet. Doch damit nicht genug.</p>
<p>Im letzten Jahr machte im Internet ein mehrteiliger, englischsprachiger Comic-Film namens <em>„Salad Fingers“*</em> die Runde. Zu sehen ist eine verstörte Kreatur, die in Gesellschaft von drei Handpuppen in ihrer eigenen Welt lebt, Selbstgespräche führt und sich selbst verletzt, „<em>until the red water comes out“</em>. Kriegenburg hat etliche stilistische Elemente aus diesem Comic übernommen und lässt Guildenstern ganze Passagen in Salat Fingers’ Gruselstimme zitieren.  Überhaupt kommt Guildenstern und Rosencrantz eine ganz besondere Rolle in dieser Inszenierung zu. Am vorderen Bühnenrand sitzend moderieren und kommentieren sie wie zwei Außenstehende das gesamte Stück auf die psychopathische Art und Weise ihres Comic-Vorbildes. Dabei reden sie größtenteils Englisch, gern auch mit Deutsch vermischt: <em>„I’ve lost the roten Faden!“</em>, sagt Guildenstern einmal. <em>„Me too, me too…“</em>, ist Rosencrantz’ Standardantwort.</p>
<p>Der melancholische Hamlet selbst scheint in Kriegenburgs Darbietung die <em>normalste</em> Figur von allen zu sein, wenn er auch das gesamte Stück über auf Schritt und Tritt von einer symbolträchtigen schwarzen Luftballonwolke verfolgt wird. Denn als er kurz nach dem Tod seines Vaters heimkehrt, gleicht der dänische Hof einem Irrenhaus. Seine Mutter Gertrude, die Königin, hat sich offensichtlich um den Verstand gekokst und wenn sie nicht gerade mit den Tampons in ihrer Nase beschäftigt ist, um die Blutungen zu stoppen, fingert sie lüstern an ihrem neuen Gemahl Claudius herum. Die schöne Ophelia dagegen gleicht der Primaballerina aus einem Gruselkabinett. Die marionettenhaften Bewegungen und ihr umnachtetes Grinsen verleihen ihr etwas Irrsinniges. Auch Ophelias Vater Polonius, der nie mehr trägt als eine knappe Union-Jack-Boxershorts und in verschiedensten deutschen Dialekten spricht, macht einen äußerst konfusen Eindruck.</p>
<p>Dazu kommt das außergewöhnliche Bühnenbild, das komplett aus deckellosen Holzkisten besteht. Die Protagonisten sind daher gezwungen, unbeholfen von einer Kiste in die nächste zu steigen oder auf deren Außenwänden zu balancieren. Egal für welche der beiden Möglichkeiten sie sich entscheiden, es unterstreicht stets die Unsicherheit und Verletzlichkeit, die sich durch alle Charaktere zieht.  Neben all diesen exzentrischen Figuren rückt Hamlet selbst vollkommen in den Hintergrund. Hält er einen auch nur <em>etwas</em> längeren Monolog, verdrehen Guildenstein und Rosencrantz bereits gähnend die Augen: <em>„How boring… I have no bock more…“</em> und schlagen auf ihre <em>Halli Galli</em> Glocken, um eine neue Figur in ihrer Holzkiste zum Leben zu erwecken<em>. </em>Vielleicht liegt es auch daran, dass Thomas Halle als Hamlet keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Denn in Kriegenburgs Inszenierung gehen die Hauptrollen eindeutig an die Damen. Die Studentin Maria Wardzinska ist als Ophelia, trotz der Rolle innewohnenden apathischen Abwesenheit, das gesamte Stück über so präsent, dass man den Blick nicht von ihr lassen kann. Auch Aenne Schwarz zieht den Zuschauer in ihren Bann, wenn sie als Rosencrantz in ihrem gruseligen Deutsch-Englisch-Kauderwelsch die Handlung kommentiert: <em>„I love this play!“</em>, murmelt sie verschwörerisch dem Publikum zu, bevor es an die Schlussszene geht, <em>„Everybody will die now… he he he… Enjoooy it!“. </em></p>
<p>Doch das erwartete Gemetzel bleibt aus. Zwei der Schauspieler ziehen sich riesige Masken auf und schlüpfen in die verschiedenen Rollen, um die begangenen Morde lediglich anzudeuten.  Kriegenburgs Hamlet Interpretation ist plakativ, skurril und provozierend. Wer sich darauf einlässt wird einen unterhaltsamen Abend verleben. Wer nicht, wird mit ausreichend Stoff versorgt, um sich zumindest den Rest des Tages darüber aufregen zu können. Guildenstern sagt an einer Stelle kopfschüttelnd: <em>„I don’t like this play. </em><em>It is shit!“</em>, woraufhin Rosencrantz ihm wie üblich zustimmt, <em>„Yes, that’s true, me too, me too… </em><em>It’s shit!“</em>. Doch dann schaut sie noch einmal kurz zur Bühne, das wahnsinnige Grinsen kehrt zurück und man kann sie voller Begeisterung flüstern hören: <em>„…but I like shit!“.</em></p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">*Salat Fingers: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=M3iOROuTuMA">http://www.youtube.com/watch?v=M3iOROuTuMA</a></p>
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		<title>Der Kunstverein &#8211; Avantgarde in Marburg</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Jun 2010 23:50:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabrina Waffenschmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Marburger Kunstverein liegt im Herzen der hessischen Stadt Marburg. Seit über 50 Jahren werden verschiedene Künstler aus der gesamten Bundesrepublik ausgestellt. Heute ist er ein wichtiger Teil der kulturellen Identität Marburgs.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Marburger Kunstverein liegt im Herzen der hessischen Stadt Marburg. Seit über 50 Jahren werden verschiedene Künstler aus der gesamten Bundesrepublik ausgestellt. Heute ist er ein wichtiger Teil der kulturellen Identität Marburgs.</p>

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		<title>Frida Kahlo &#8211; Starke Augenbrauen, wie ein weit schwingender Vogel im Flug</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 20:25:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carolina Machhaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 30. April wird die Retrospektive der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo im Martin-Gropius-Bau in Berlin eröffnet.
 
 
Frida Kahlo gilt als eine der wichtigsten Künstlerinnen des frühen 20. Jahrhunderts. In ihren Bildern beschreibt sie die Kultur ihrer Heimat Mexiko und ihre innersten Gefühle und Gedanken. Dabei entstanden meist kleinformatige, surreal-wirkende Selbstportraits, welche in ihrer Kraft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Am 30. April wird die Retrospektive der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo im Martin-Gropius-Bau in Berlin eröffnet.</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_1207" class="wp-caption alignnone" style="width: 286px"><strong><strong><a href="http://www.berlinerfestspiele.de/de/aktuell/festivals/11_gropiusbau/mgb_04_programm/mgb_04_kommende_ausstellungen/mgb_04_komm_Ausstell_ProgrammlisteDetailSeite_14081.php"><img class="size-full wp-image-1207" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2010/04/fridabild3.JPG" alt="Frida Kahlo, Quelle: Berliner Festspiele" width="276" height="353" /></a></strong></strong><p class="wp-caption-text">Frida Kahlo, Quelle: Berliner Festspiele</p></div>
<p><strong> </strong></p>
<p>Frida Kahlo gilt als eine der wichtigsten Künstlerinnen des frühen 20. Jahrhunderts. In ihren Bildern beschreibt sie die Kultur ihrer Heimat Mexiko und ihre innersten Gefühle und Gedanken. Dabei entstanden meist kleinformatige, surreal-wirkende Selbstportraits, welche in ihrer Kraft und inneren Größe noch heute jeden Rahmen sprengen. Wie keine Andere transportierte Frida Kahlo ihr Leben und ihre Emotionen in ihrer Kunst. Ihre Bilder scheinen stets  koloriert von einer Mischung aus Ölfarbe und ihrem Seelenblut. Dabei waren drei Momente und Passagen ihres Lebens für ihr künstlerisches Schaffen wichtige Quellen der Inspiration.</p>
<p><strong>Ein farbenfroher Kampf gegen den Schmerz</strong></p>
<p>Die als auffallend, bezaubernd und fröhlich beschriebene Frida Kahlo erkrankt mit elf Jahren an Polio und lebt als Folge der Erkrankung mit einem verkürzten und schwachen rechten Bein. Es folgt mit 19 Jahren ein schwerer Busunfall, wobei sie sich am Rücken und am Uterus verletzt. Von diesem Tag an war die Künstlerin häufig an ihr Bett gefesselt. Gedrängt in enge Korsagen hatte sich ein Leben ohne Schmerzen weit von ihr entfernt. Zusätzlich prägte sie ihre turbulente und leidenschaftliche Liebe zu dem mexikanischen Künstler Diego Rivera. Während dieser Achterbahn der Gefühle, nahm die sonst so starke Frau oft die Rolle der Unterlegenen ein. Im Laufe ihres Lebens lernt  sie mit ihrer Liebe umzugehen, wie mit den Leiden: „All is all and also one. Pain and anguish and pleasure and death are only a process for existing. Revolutionary struggle in this process is an open door to intelligence.”</p>
<p><strong>Retrospektive einer großen Künstlerin</strong></p>
<p>So trotzt die Künstlerin auch bis kurz vor ihrem Tod, mit 47 Jahren, ihren Leiden. Sie weigerte sich, sich der Bettlägerigkeit weiter zu ergeben und demonstrierte lieber im Sinne ihrer politischen Gesinnung und dem Frieden. Sie stirbt als starke und sichere Persönlichkeit und hinterlässt ein großes Werk. Im Gedenken an das Leben der Frida Kahlo wird ihr Werk ab dem 30. April im Martin-Gropius-Bau in Berlin der Öffentlichkeit gezeigt. Circa 150 Arbeiten machen aus dieser Retrospektive die umfassendste Werkschau Frida Kahlos. Die zwei größten Kahlo Sammlungen, werden durch wertvolle Leihgaben aus mexikanischen und nordamerikanischen Privatsammlungen und Museen ergänzt.  So kann man in der Ausstellung mit bekannten Meisterwerken der Künstlerin rechnen, aber es wird auch unbekannte Stücke zu sehen geben, welche bisher fast unbekannte Facetten der Frida Kahlo offenlegen.</p>
<p><strong>Frida Kahlo – Retrospektive</strong></p>
<p><strong>Martin-Gropius-Bau, Berlin</strong></p>
<p><strong>30. April bis 9. August 2010</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
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		<title>Die Frau des Zeitreisenden</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 23:51:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Diana Ringelsiep</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Erstlingswerk von Audrey Niffenegger machte die amerikanische Kunstprofessorin über Nacht zu einer gefeierten Bestseller-Autorin. Seit der Erstveröffentlichung 2003 wurde ihr Roman bereits in 20 Sprachen übersetzt. Doch was ist das für eine Geschichte, die wie aus dem Nichts kam und eingeschlagen ist wie eine Bombe?

Aus dem Nichts scheint auch Hauptprotagonist Henry De Tamble zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Erstlingswerk von Audrey Niffenegger machte die amerikanische Kunstprofessorin über Nacht zu einer gefeierten Bestseller-Autorin. Seit der Erstveröffentlichung 2003 wurde ihr Roman bereits in 20 Sprachen übersetzt. Doch was ist das für eine Geschichte, die wie aus dem Nichts kam und eingeschlagen ist wie eine Bombe?</strong></p>
<p><span id="more-1104"></span></p>
<p><img class="alignright size-medium wp-image-1105" title="Audrey Niffeneggers Erstlingswerk" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2010/02/Niffenegger_FraudesZeitreisenden-196x300.jpg" alt="Audrey Niffeneggers Erstlingswerk" width="196" height="300" />Aus dem Nichts scheint auch Hauptprotagonist Henry De Tamble zu kommen, wenn er plötzlich splitternackt irgendwo auftaucht und nicht weiß, in welcher Zeit er sich befindet. Er leidet an einem seltenen Gen-Defekt, dem „Chrono-Syndrom“, das ihn urplötzlich verschwinden und zu einem anderen Zeitpunkt in seinem Leben wieder zu sich kommen lässt. Als die Liebe seines Lebens, Clare Abshire, ihm in genau einem solchen Moment erstmals begegnet, ist sie sechs und Henry 36 Jahre alt.</p>
<p><strong>Eine Schicksalhafte Begegnung</strong></p>
<p>Nach anfänglicher Skepsis gegenüber dem fremden, nackten Mann im Gebüsch, wirft sie ihm ihr Badehandtuch zu und lässt sich seine Geschichte erzählen. Henry kennt Clare bereits, denn in der Zeit, aus der er kommt, ist sie 28 Jahre alt und seine Frau. Doch das behält er für sich. Von diesem Tag an ist Clares Schicksal bestimmt. Sie wartet. Immer wieder kehrt er zu ihr zurück, um wieder zu verschwinden. Aus Warten wird Vermissen. Vermissen wird zur Sehnsucht. Zwischen dem Mädchen und dem Mann entsteht eine Freundschaft, die einer Seelenverwandtschaft gleicht.</p>
<p>Vierzehn Jahre später kommt es zu einer zweiten „ersten Begegnung“, als die 20-jährige Clare in einer Bücherei plötzlich dem 28-jährigen Henry gegenübersteht. Er sieht sie im chronologischen Verlauf seines Lebens dort zum ersten Mal und weiß nicht, wen er vor sich hat. Von nun an aber haben sie sich in der echten Zeit gefunden und sind ein Paar. Eine Beziehung die, besonders für Clare, nicht immer einfach ist.</p>
<p><strong>Wunderbar verwirrende Unterhaltung</strong></p>
<p>Was hier wahrscheinlich eher verwirrend als unterhaltsam klingt, ist in Wahrheit eine Geschichte, die den Leser in sich hineinzieht und nicht wieder loslässt. Die Erzählperspektive wechselt von Kapitel zu Kapitel zwischen den beiden Hauptprotagonisten und auch die Reihenfolge ist nicht chronologisch aufgebaut. So passiert es hin und wieder, dass eine Szene in ein völlig neues Licht gerückt wird, wenn man zu einem späteren Zeitpunkt die Wahrnehmung und die derzeitigen Umstände des anderen erfährt.</p>
<p>Während des Lesens kommt es immer wieder zu Überraschungen und Aha-Erlebnissen. Damit das Ganze nicht zu verwirrend wird, besteht eine Kapitelüberschrift stets aus Datum und derzeitigem Alter der beiden Hauptakteure. Der darunter stehende Name kündigt außerdem an, aus wessen Perspektive man die folgenden Ereignisse erleben wird.</p>
<p><strong>Fern von jedem Genre</strong></p>
<p>Trotz allem gibt es zwei Gründe, die zu Fehlkäufen und enttäuschten Lesern führen könnten, denn zum einen ist der sehr an Science Fiction erinnernde Titel etwas irreführend, zum anderen handelt es sich bei der Geschichte von Henry und Clare auch nicht um die „sehnsüchtigste Liebesgeschichte des Jahres“ wie es auf der Rückseite des Buches verkündet wird.</p>
<p>„Die Frau des Zeitreisenden“ ist <em>anders</em>, doch weder das Eine noch das Andere. So nimmt der Leser zum Beispiel schnell hin, dass manche Menschen durch die Zeit reisen müssen. Raum für Unheimliches und Spekulationen über die Ursache bleibt kaum. Auch Fans der klassischen Liebesromane werden wahrscheinlich eher nicht auf ihre Kosten kommen.</p>
<p>Audrey Niffenegger hat es geschafft, dem Leser durch die ständigen Zeitsprünge und Perspektivwechsel selbst das Gefühl gegeben, durch die Zeit zu reisen. Denn er muss sich vor jedem neuen Kapitel wieder kurz ins Gedächtnis rufen, was zu dem folgenden Zeitpunkt bereits geschehen ist, was noch geschehen wird und welcher Protagonist was bereits weiß.</p>
<p><strong>Die Liebe zum Detail</strong></p>
<p>„Die Frau des Zeitreisenden“ ist ein so gut durchdachter Roman, dass ich manches Mal kopfschüttelnd da saß und nicht fassen konnte, dass ein zuerst selbst noch so belanglos erscheinendes Detail zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgegriffen und wie ein Puzzleteil zum großen Ganzen hinzugefügt wird. Außerdem bekommt man durch den Wechsel der Sichtweisen einen tollen Einblick in die Hauptcharaktere, ihre innersten Ängste, Sorgen und Bedürfnisse.</p>
<p>Der Schleier von Melancholie, der die Geschichte von der ersten Seite an begleitet, lässt sich mit dem Buch kaum weglegen. Es gehört zu der Sorte, die man am Ende mit Tränen in den Augen zur Seite legt. Zum einen weil es so traurig ist, zum anderen weil es zu Ende ist.</p>
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		<title>Olafur Eliasson &#8211; ein Wettergott?</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 23:39:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carolin Petersen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Porträt über den klimapolitisch hoch brisanten Künstler
Olafur Eliasson ist einer der populärsten und erfolgreichsten Künstler der Gegenwart. Mit seinen 42 Jahren blickt der symphatische Däne mit isländischen Wurzeln auf eine rasante Karriere mit unzähligen Ausstellungen &#8211; unter anderem in der Londoner Tate Gallery und dem New Yorker MoMA &#8211; zurück. In seinem Werk beschäftigt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein Porträt über den klimapolitisch hoch brisanten Künstler</strong><span id="more-1101"></span></p>
<p>Olafur Eliasson ist einer der populärsten und erfolgreichsten Künstler der Gegenwart. Mit seinen 42 Jahren blickt der symphatische Däne mit isländischen Wurzeln auf eine rasante Karriere mit unzähligen Ausstellungen &#8211; unter anderem in der Londoner Tate Gallery und dem New Yorker MoMA &#8211; zurück. In seinem Werk beschäftigt sich der Installationskünstler hauptsächlich mit physikalischen Naturphänomenen. Er erschafft Nebelfelder, zaubert leuchtende Regenbögen, versetzt Eisberge in geschlossene Räumlichkeiten und verändert spielerisch die Tageszeiten. Er ist Bastler, Forscher, Poet und Konstrukteur.<br />
Oft bestehen seine Installationen nur aus Wasser, Licht und ein paar Spiegeln. Sie sind verblüffend einfach und doch kompliziert. Optische Täuschungen und atemberaubende Effekte ziehen den Zuschauer in den Bann. Dabei sind die Reaktionen der Betrachter oft Teil des Kunstwerkes.<br />
Zu seinen Meisterwerken zählt ‚The Weather Project‘ &#8211; Ein artifizieller Sonnenaufgang, der 200 Millionen Menschen in das Tate Modern Museum in London gelockt hat. Die Besucher konnten auf dem Boden liegend durch schwere Nebelmassen  den „Sonnenaufgang“ und sich selbt in einem über die ganze Decke reichenden Spiegel betrachten. Die Menschen genossen die angenehme Stimmung, die durch die &#8211; wenn auch künstlich &#8211; aufgehende Sonne verbreitet wurde. Das Projekt war ein riesiger Erfolg und lockte viele Menschen an, die nicht zum eingesessenen Museumspublikum gehören.</p>
<p><strong>Spektakuläre Fälle</strong></p>
<p>Olafur Eliasson möchte, dass die Kunst etwas mit dem Leben zu tun hat und über die elitäre Kunstszene hinaus Menschen ansprechen. Manchmal holt er dafür die Kunst aus dem konservativen Gebilde ‚Museum‘, wie bei ‚The New York City Waterfalls‘.<br />
2008 ließ Eliasson 110 Tage lang 4 künstliche Wasserfälle rund um die Südspitze von Manhattan installieren und Unmengen von Wasser in den East River fallen. Das von der Stadt und Sponsoren finanzierte Projekt diente einerseits als touristische Attraktion, sollte aber auch Denkanstöße zu Umweltschutz und Stadtplanung geben.<br />
Ein weiteres Kunstwerk entstand in Zusammenarbeit mit dem Münchner Automobilhersteller BMW. Als reine Promotion-Aktion geplant, erwartete der Konzern von Eliasson ein bunt gestaltetes Auto, wie von seinen Vorgängern Andy Warhol und Roy Lichtenstein. Das Ergebnis von ‚Your Mobile Expectations: BMW H2R Project‘ war eine von einer futuristischen Eishülle überzogene und verdeckte Karosserie. Die von Kühlaggregaten und Eismaschinen am Leben gehaltene gefrorene Hülle erinnerte an ein Iglu. Das Wasserstoff-Auto setzte ein Statement zu Ökologie, der Öl-Industrie, fossilen Kraftstoffen und der globalen Erwärmung.</p>
<p><strong>Der Künstler als Unternehmer</strong></p>
<p>Eliasson ist gut im Geschäft. Seine kleinen Kaleidoskope werden für um die 100.000 Euro versteigert. Größere Objekte erzielen ein Vielfaches an Gewinn oder kommen gar nicht erst auf den Markt, da sie schon während ihrer Entwicklung von Sammlern und Museen gekauft werden.<br />
In seinem Atelier auf dem Pfefferberg in Berlin, umgeben von stark befahrenen Straßen und abseits vom Trubel, arbeitet der Aktions- und Installationskünstler an bis zu 50 Projekten gleichzeitig. Wie in einem Designstudio werden neben den eigenen Projekten unterschiedlichste Auftragsarbeiten gefertigt; es entstehen Produkte wie Mode oder architektionische Werke. Für Eliasson ist die Herausforderung wichtig, „künstlerische Ideen in den Unterschiedlichsten Formaten zu testen“.<br />
Sein internationales Team besteht aus ca. 35 Mitarbeitern. Er beschäftigt neben Künstlern Ingenieure, Elektriker, Möbelbauer, Physiker, Wissenschaftler, Architekten und Modellbauer. Das Studio ist wie ein mittelständisches Unternehmen organisiert. Es gibt eine PR-Abteilung, die Buchhaltung, ein Archiv, Projektmanager  und nicht zuletzt Köche. Denn jeden Mittag wird zusammen an einem großen Tisch gegessen. Die Arbeit ist klar organisiert und hierarchisch aufgebaut.<br />
<strong><br />
Die Privatsphäre</strong></p>
<p>Olafur Eliasson beschäftigt sich nicht nur beruflich mit Nachhaltigkeit. Der Künstler ist Philanthrop.Ein Teil der Einnahmen des Studios gehen an eine selbst gegründete Hilforganisation, die ein ostafrikanisches Weisenhaus unterstützt.<br />
Privat ist er mit diesem Land durch seine beiden äthiopischen Adoptivkinder verbunden. Er lebt mit ihnen und seiner Frau zusammen in Hellerup bei Kopenhagen. Er hält sich aus der Glamourwelt fern und widmet sich ganz seiner Arbeit und dem Privatleben.<br />
Seine künstlerische Laufbahn begann an der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen. Hier verbrachte er auch seine Kindheit mit der Mutter, einer Näherin, und dem Vater, der selber Künstler war. Zu seinen Vorbildern gehörte Robert Irwin. Seine pragmatischen Vorstellungen von Körper und Raum entsprechen Eliassons Vostellungen von der Realität.</p>
<p><strong>Eliassons Traum &#8211; ein Raumexperiment</strong></p>
<p>Seit April dieses Jahres leitet Olafur Eliasson als Professor das Institut für Raumexperimente an der UdK Berlin. Seit langem hegte er den Wunsch, ein eigenes Museum mit integrierter Kunstschule und Hotel zu erbauen. Die Menschen sollen dort leben und Zeit verbringen. Das Gebäude gäbe die Form vor, die Räume wären die Kunstwerke und die Besucher, Studenten und Hotelgäste die Performance-Künstler.<br />
Diesem Traum ist er durch das Institut für Raumexperimente ein Stück näher gekommen. Die Kurse finden inmitten des Eliasson-Komplexes statt, zwischen und im Austausch mit seinen Mitarbeitern und Besuchern der Kunstschmiede. Der Künstler versteht sich als Mitstudent. Er möchte „einen Dialog führen, der Inspiration für alle eröffnet.“<br />
Gerade in der heutigen Zeit mit unserer klimatpolitischen Situation sind Eliassons Kunstwerke aktueller und brisanter denn je. Auch wenn seine Werke &#8211; wie zum Beispiel die Wasserfälle, der künstliche Sonnenaufgang oder das ständig zu frostende Auto &#8211; selbst Energieschlucker sind und somit Beschleuniger der Klimakatastrophe, so sind doch 2 Millionen Autofahrer, die nach der Betrachtung darüber nachdenken, ob sie selbst nicht eine große Schuld tragen und ihr Verhalten ändern, ein paar ausgelastete Kühlaggregate wert.</p>
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