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	<title>Kulturen &#187; Leben</title>
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	<description>Das Online-Magazin der Kulturjournalisten an der UdK Berlin</description>
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		<title>Für mehr Menschlichkeit</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Jun 2010 23:49:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick Schirmer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[Deutschland diskutiert mal wieder über Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit. Leider immer nur unter negativen Gesichtspunkten. Es wird Zeit, endlich mal die Vorteile zu sehen.
Jetzt tun sie wieder so, als  ob es hier Probleme gäbe. Regen sich auf, wenn ein paar 13-jährige  Idioten nach einer schnell ge-exten Flasche Wodka nicht mehr ansprechbar   [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Deutschland diskutiert mal wieder über Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit. Leider immer nur unter negativen Gesichtspunkten. Es wird Zeit, endlich mal die Vorteile zu sehen.</strong></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;">Jetzt tun sie wieder so, als  ob es hier Probleme gäbe. Regen sich auf, wenn ein paar 13-jährige  Idioten nach einer schnell ge-exten Flasche Wodka nicht mehr ansprechbar   auf der Straße liegen. Tun so, als ob es die Sicherheit gefährden  würde, wenn an der U-Bahn oder im Park die Alkoholiker rumhängen.  Und erfinden die fadenscheinigsten Argumente, um neue Verbote zu  erlassen.  „Müll“, sagen sie? Dann müssen sie auch McDonalds verbieten, oder  Zigaretten, Zeitungen und praktisch jede volkswirtschaftliche Einheit,  die Bons und Quittungen ausstellen.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;">Die Realität sieht doch ganz  anders aus. In Deutschland ist der Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit  konservativer und beschaulicher als der schlimmste Heimatfilm. Es liegt  nicht in unserem Naturell, die Öffentlichkeit als Ort des Suffs zu  erwählen. Wir bevorzugen die Gaststätten. Die sind unser Revier.</span></p>
<p><strong>Trunk und Gesang als deutsches Kulturgut</strong></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;">Wir lieben Trunk und Gesang.  In dieser Reihenfolge. Hätte Gott gewollt, dass wir das auf der Straße  veranstalten, hätte er uns zu Briten gemacht.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;">Es gibt kulturhistorische  Belege  für diese These. In „Casablanca“ kommen die Wehrmachtssoldaten  in die Kneipe, besetzen das Klavier und singen deutsches Liedgut.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;">Nicht unähnlich, wenn eine  deutscher Fußballverein im europäischen Wettbewerb ein anderes Land  bereist. Wir gehen in die Kneipen, saufen und singen unsere  Schlachtlieder.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;">Das kommt ein bisschen  martialisch  rüber, denn dafür taugt die deutsche Sprache immer noch, die anderen  kriegen Angst und wir gewinnen das Spiel. Man führt sich ein bisschen  wie ein Nazi auf, ist es aber doch nicht und kann beruhigt schlafen  gehen.</span></p>
<p><strong>Zunehmender Werteverfall</strong></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;">Dass in Deutschland nicht  gemeinsam  auf der Straße getrunken wird, veranschaulicht nur den Werteverfall  und die zunehmende Individualisierung in unserer Gesellschaft. </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;">Schaut nach Spanien oder  Frankreich!  Die „botellones“ in Sevilla, die „apéro géant“ in Paris!</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;">Hier wird Gemeinschaftsgefühl  mit einer kleinen Geste symbolisiert. Statt zuhause zu sitzen und vor  dem Fernseher vor sich hin zu trinken – denn man braucht ja nicht  so zu tun, als ob hier nichts getrunken würde -, trifft man sich da  auf einem ausreichend großen Platz, um das Gelage gemeinsam zu  zelebrieren.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;">Hier in Deutschland braucht  man schon ein albernes Straßen- oder Volksfest oder ein sportliches  Großereignis, damit sich die Damen und Herren bequemen, mal mit Fremden  eine gemeinsame Zeit zu verbringen.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"><strong>Die soziale Schere bremsen</strong><br />
</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;">Zwar ist es schön und für  die deutsche Wirtschaft und Kultur von Vorteil, dass es eine  Kneipenvielfalt  gibt. Und das soll auch so bleiben. Das Problem ist aber, dass eine  Kneipe auch immer jemanden ausschließt, weil man kein Geld hat, weil  man die falschen Klamotten hat und des Weiteren mehr.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;">Öffentliche Treffen, bei denen  Alkohol konsumiert wird, könnten diesem Wachstum der sozialen Schere  entgegenwirken. Man teilt miteinander, man lernt Leute kennen und das  alles zu dem Preis und dem Ausmaß, auf das man gerade Lust hat.  Gemeinschaft  würde erzeugt werden und der demographische Wandel könnte in seiner  Kraft erheblich geschwächt werden.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"><strong>Deutsche Spontanität</strong><br />
</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;">Jetzt stellt sich die  berechtigte  Frage, ob das denn in Deutschland überhaupt möglich ist. Sowas, wie  in Spanien und Frankreich. Würden wir nicht leicht dazu tendieren,  es wieder zu reglementieren, zu sagen: Jeden ersten und dritten Freitag  im Monat öffentliches Besäufnis, bei Regen werden Zelte bereitgestellt?  Können wir überhaupt so spontan sein?</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;">Wir können nicht nur, wir  sollten es auch endlich lernen. Natürlich ist es schwer, wie jeder  Anfang, aber die WM 2006 war ein Beispiel, wo es gelungen ist. Das  sollten  wir fortsetzen.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;">Es auch mal ohne Großleinwand  probieren. Ein bisschen Gesellschaft üben. Den Einsamen die Möglichkeit  geben, abseits von Wallfahrten nach Taizé und ähnlichem Hokus-Pokus,  wieder Leute kennen zu lernen. Die Behinderten integrieren. Wieder ein  bisschen solidarischer, ein bisschen menschlicher sein.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;">Und natürlich wird da mal  einer umfallen. Aber würde er es nicht auch sowieso?</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"><strong>Keine Zwänge, nur Gemeinschaft</strong><br />
</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;">Wir müssen das öffentliche  Trinken nicht eindämmen, wir müssen es fördern. Sozusagen den Geist  aus dem Jahr 2006, in dem unser Land ein paar Wochen lang Schland hieß,  in neue Dimensionen befördern. Ohne Fußball, denn auch Fußball schließt  aus. Eine öffentliche Anlage tut das nicht. Denn wer keinen Alkohol  mag oder darf, muss ja auch nicht. Abstinenzler und Muslime dürfen  sich auch willkommen fühlen.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;">Wie wäre das schön, was würde  es alles über unser Land aussagen, wenn so was möglich wäre? Wenn  sich die Menschen, abseits von Anlässen und Konsumierpflicht treffen  und ein paar Stunden gemeinsam verbringen? Uns selbst und die Welt  überraschen  könnten. Die Deutschen: entspannt und locker. Wer hätte das gedacht?</span></p>
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		<title>Märchnschloss geplant, Luftschloss gebaut</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Jun 2010 23:48:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frederike Ebert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer Luftschlösser baut, muss sich nicht wundern, wenn sie zerplatzen. Dem Berliner Stadtschloss scheint dieses Schicksal gleich doppelt zu widerfahren: Erst ließ Walter Ulbricht den Originalbau 1950 als Symbol des preußischen Absolutismus sprengen und nun scheinen auch die Pläne für eine Rekonstruktion des Schlosses zu Schutt und Asche zu zerfallen, noch bevor überhaupt der Grundstein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer Luftschlösser baut, muss sich nicht wundern, wenn sie zerplatzen. Dem Berliner Stadtschloss scheint dieses Schicksal gleich doppelt zu widerfahren: Erst ließ Walter Ulbricht den Originalbau 1950 als Symbol des preußischen Absolutismus sprengen und nun scheinen auch die Pläne für eine Rekonstruktion des Schlosses zu Schutt und Asche zu zerfallen, noch bevor überhaupt der Grundstein gelegt werden konnte. Anders als Ulbricht muss die Stadt Berlin daher zumindest keine Trümmer abtragen, auch wenn das städtische Selbstbewusstsein in selbigen daniederliegt.<span id="more-1445"></span></p>
<p>2002 traf der Bundestag den Entschluss, auf dem Schlossplatz, der derzeit eher einer Wiese gleicht, einen Mammutbau zu errichten, dessen äußeres Erscheinungsbild der Barockfassade des historischen Stadtschlosses entsprechen sollte. Seither wollten die Diskussion über Sinn und Zweck des Projekts nicht verstummen, bis die Bundesregierung Kritikern wie Befürwortern am gestrigen Montag ein Maulkorb verpasste. Oder sollte man besser von einer Maulschelle sprechen?</p>
<p>Nach zweitägiger Sparklausur des Kabinetts kam man zu dem Entschluss, das Bauvorhaben sei unter Berücksichtigung der aktuellen Finanzlage „nicht vermittelbar“. 552 Millionen Euro Kosten, so die Schätzung, kämen auf den Bund, die Stadt Berlin und einen privaten Förderverein zu, sollte der Schlossplatz inmitten der Museumsinsel wieder in seinem ursprünglichen Glanz erstrahlen – den finanziellen Aufwand für die spätere Nutzung des Gebäudes einmal außer Acht lassend. Während die Aufteilung der Finanzierung zumindest schon einmal unter den drei Förderern abgeklärt war, so war die Aufteilung der entstehenden Räumlichkeiten weiter unklar.</p>
<p>Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz sah dort die Sammlung des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst aus Dahlem künftig beheimatet, die Humboldt-Universität wollte Stücke ihrer wissenschaftlichen Sammlung präsentieren. Auch Teile der Landesbibliothek hofften auf  ein neues Obdach. Somit hätte sich die Anwohnerliste des künftigen Stadtschlosses ähnlich gelesen, wie ein Neuköllner Klingelschild: ein heilloses kulturelles Durcheinander.</p>
<p>Für ein ebensolches sorgte der gestrige Entschluss der Bundesregierung nicht nur in lokalen Medien. Das Projekt Stadtschloss ist damit noch nicht endgültig zerstört, allerdings kreist Abrissbirne bedrohlich nah über den Köpfen der Verantwortlichen. Bis 2014 rollt jedoch definitiv kein Bagger auf dem Gelände in Berlin-Mitte an. Allerdings wird untertage schon einmal fleißig gebuddelt: Der Ausbau der U-Bahnlinie 5 bis zum Pariser Platz bleibt von dem Entschluss unbeeinträchtigt. Ob die Haltestelle am ehemaligen Standort des Palastes der Republik dann zu einem Stadtschloss oder zu einem Stadtpark führt, bleibt abzuwarten.</p>
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		<title>Die Lena-Endlosschleife</title>
		<link>http://kulturen.b3at.de/archives/1412</link>
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		<pubDate>Wed, 16 Jun 2010 20:41:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carolina Machhaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Eurovision-Songcontest und ein Volk das Lena ist. Eigentlich wunderbar, aber leider nur eigentlich.




Viele Menschen haben sich Samstagabend getroffen um den Eurovision-Song-Contest gemeinsam anzusehen. Ein Trend der bei der WM 2006 in Deutschland entstanden ist. Eine Zeit, in der fast jede Kneipe mit einem Flatscreen ausgestattet wurde und man sich traf um fern zu sehen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Eurovision-Songcontest und ein Volk das Lena ist. Eigentlich wunderbar, aber leider nur eigentlich.</strong></p>
<p><strong><span id="more-1412"></span><br />
</strong></p>
<p><strong><img class="alignnone size-full wp-image-1422" title="Lena" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2010/06/Lena.JPG" alt="Lena" width="552" height="381" /><br />
</strong></p>
<p><strong></strong>Viele Menschen haben sich Samstagabend getroffen um den Eurovision-Song-Contest gemeinsam anzusehen. Ein Trend der bei der WM 2006 in Deutschland entstanden ist. Eine Zeit, in der fast jede Kneipe mit einem Flatscreen ausgestattet wurde und man sich traf um fern zu sehen. Man trifft sich, fühlt gemeinsam und erfreut sich am medialen Spektakel. Aus Fußball wurde mit der Zeit Germanys Next Topmodel und am diesen Samstag war es eben der Eurovision-Song-Contest, der die Menschen in Scharen vor den Fernsehern der Republik versammelte. Deutschland ist an dem Abend Lena, man steht gemeinschaftlich hinter ihr und kriegt beim Betrachten der Sendung auch noch ein gutes Stück europäische Trashkultur mit. Unterhaltung pur, also. Nicht mehr und nicht weniger. Es geht los, die Punkte steigen und Lena holt den Sieg. Man freut sich mit ihr und vor Allem gemeinsam. Getreu dem diesjährigen Eurovision-Motto „Share the moment“. Den Sieg hat Deutschland am Samstagabend schon mal geholt und zurück bleibt eine fröhliche, zufriedene und vor allem große und junge Zuschauerschaft.</p>
<p><strong>Und es geht weiter.</strong></p>
<p>Nur leider hört es dort nicht auf. Die Berichterstattung infiziert sich bereitwillig mit dem Lena-Virus. Endlich kriegt man so viel Aufmerksamkeit geschenkt und der Schlüssel dazu ist Lena und der wird an jeder möglichen Tür benutzt. An erster Stelle in allen Nachrichten tauchen immer wieder ihr Gesicht, Raabs-Riesengrinser, Interviewausschnitte und dann dieses Lied auf. Wem da mittlerweile nicht die Augen ausfallen und die Ohren bluten, ist wahrlich  Fan und hat Lenas Album „My Cassette Player“ garantiert schon seit Wochen zu Hause liegen. Alle anderen, spontanen Public-Eurovision-Zuschauer sollten mittlerweile auf jeden Fall angefangen haben zu leiden.</p>
<p><strong>Aus Freud wird Leid.</strong></p>
<p>Und so ist der Alltag bei einem Großteil der Konsumenten spätestens montags wieder eingetroffen, als Köhler seinen Rücktritt bekannt gab und das anhaltende, mediale Getrampel auf der jungen Lena und ihrem Erfolg nur noch nervte und überflüssig erschien. Wichtigen Nachrichten wurde in den letzten Tagen ihre Bedeutung genommen und stattdessen immer wieder die Lena-Endlosschleife ausgepackt. Es ist ein Jammer, dass man nicht dann aufhört wenns am Schönsten ist. Samstagabend war ein Abend der leichten Unterhaltung, an dem ein Moment des Hochgefühls auf der Bühne und vor den Fernsehern stattfand. Dabei hätte man es belassen sollen. Denn mittlerweile fühlt man sich, wie ein Kind das zu viel Zuckerwatte hatte. Es tut einfach nur noch weh.</p>
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		<title>Blättern, Lesen, Spüren</title>
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		<pubDate>Wed, 19 May 2010 13:07:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Magdalena Ulrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Magazinladen &#8220;do you read me?!&#8221; in Berlin Mitte verkauft anspruchsvolle Designlektüre.

Musik: Brill
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Magazinladen &#8220;do you read me?!&#8221; in Berlin Mitte verkauft anspruchsvolle Designlektüre.</p>
<p><span id="more-1356"></span></p>

<p>Musik: Brill</p>
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		<title>Avatar &#8211; Keine Tiefe trotz 3D</title>
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		<pubDate>Thu, 06 May 2010 12:29:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Diana Ringelsiep</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[James Cameron, Regisseur der Superlative, dreht nach Titanic erneut den teuersten Blockbuster aller Zeiten und verfilmt mit atemberaubender 3D-Technik die langweiligste Story des Jahres.
 
 
 
So beeindruckend es in den ersten Minuten auch ist, den Schauspielern in den realen 3D-Szenen durch ihr futuristisches Büro zu folgen, so schnell ist die Begeisterung darüber auch wieder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>James Cameron, Regisseur der Superlative, dreht nach Titanic erneut den teuersten Blockbuster aller Zeiten und verfilmt mit atemberaubender 3D-Technik die langweiligste Story des Jahres.</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong><span id="more-1331"></span></strong><img class="size-medium wp-image-1332 alignright" title="hr_Avatar_27" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2010/05/hr_Avatar_27-300x168.jpg" alt="hr_Avatar_27" width="300" height="168" />So beeindruckend es in den ersten Minuten auch ist, den Schauspielern in den realen 3D-Szenen durch ihr futuristisches Büro zu folgen, so schnell ist die Begeisterung darüber auch wieder verflogen. Das ist schade, da man deshalb schnell beginnt, sich auf die Geschichte zu konzentrieren und die ist nicht nur bereits <em>tausendfach</em> erzählt worden, sondern wird in diesem Fall noch nicht einmal besonders <em>gut</em> erzählt.</p>
<p><strong>2nd life</strong></p>
<p>Die Menschheit schreibt das Jahr 2154. Die Rohstoffe der Erde sind verbraucht. Ihre Natur zerstört. Auf der Suche nach Alternativen stoßen die Menschen auf einen Planeten namens Pandora, der über ein großes Vorkommen an <em>Unobtanium</em> verfügt. Zu Deutsch müsste dieser kostbare Rohstoff <em>Unbeschaffbarum</em> heißen und genau das ist er auch, da sich die heiligste Stätte des Volkes der Na’vi, genau darüber befindet. Der ehemalige Marine Jake Sully (Sam Worthington) wird schließlich im Zuge eines Avatar-Programms nach Pandora geschickt. Er soll die Einheimischen dort zum Umsiedeln bewegen, um den Weg für den Unobtanium-Abbau zu räumen. Er schlüpft dazu gedanklich in seinen Avatar, eine durch DNA-Kreuzung erschaffene Kreatur, die wie ein Einheimischer der Na’vi aussieht und ohne Sauerstoffmaske auf Pandora atmen kann. Jake, der im wahren Leben im Rollstuhl sitzt, beginnt daraufhin schnell, Gefallen an seinem Avatar-Dasein zu finden.</p>
<p><strong>Farbliche Zumutung </strong></p>
<p>Die dann folgenden animierten Sequenzen im Dschungel von Pandora sind so farbenfroh, dass dem Zuschauer die Augen schmerzen. Neonpinke Blumen, die von orangefarbenen Faltern umflattert werden und bunt aufleuchtender Boden, wann immer die Füße der blauen Na’vi ihn berühren. Bei den 3D-Effekten setzten die Macher, wie bereits bei „Ice Age III“ und „Oben“, hauptsächlich auf Höhen und Tiefen, das Tänzeln am Abgrund und schnelle Verfolgungsszenen. Die schimmernden und fluoreszierenden Landschaftselemente erinnern dabei mehr an das Airbrush-Gemälde eines kanarischen Straßenkünstlers als dass sie den Zuschauer in eine andere Welt entführen. Schwebende Gebirge, von denen unzählige Wasserfälle ins Nichts stürzen, eine Fauna, die einem karibischen Riff gleicht und Lebewesen, die am ehesten einer Mischung aus „Findet Nemo“ und „Jurassic Park“ entsprechen. Und ausgerechnet in dieser neonfarbenen Kitschwelt leben die naturverbundenen Na’vi, bei deren Erschaffung sich Cameron offensichtlich stark an den afrikanischen Massais orientiert hat. Denn zwischen den beiden Naturvölkern gibt es verblüffende Ähnlichkeiten: Beides sind im Einklang mit ihrer Umwelt lebende Stämme, bestehend aus stolzen, großgewachsenen Kriegern und spirituellen Frauen. Geflochtene, mit roter Erde gefärbte Zöpfe, geweitete Ohrlöcher und Lendenschutz. Zwei Völker, die für ihre Art zu leben von der zivilisierten Welt  belächelt werden. Eine bereits unzählige Male am Bespiel der Indianer verfilmte Kolonial-Geschichte.</p>
<p><strong>Wo die Liebe hinfällt </strong></p>
<p>Die Na’vi sehen in Jake etwas Besonderes, bilden ihn zum Krieger aus und nehmen ihn schon bald in der Gemeinschaft auf. Natürlich kommt es wie es kommen muss. Jake gewöhnt sich an dieses „Second Life“, in dem er laufen kann. Er lernt von den Na’vi, worauf es im Leben wirklich ankommt und verliebt sich zudem auch noch in Neytiri, die bereits einem Anderen versprochene Häuptlingstochter (Zoe Saldana). Natürlich lassen sich das Militär und der Minenboss nicht von ihrem Vorhaben abbringen und rücken schließlich mit Bulldozern an, um diesen paradiesischen Ort der Erde gleich zu machen. Wie einst bei Tarzan und Jane, ist das ungleiche Liebespaar gezwungen, gemeinsam für das zu kämpfen, was die Wissenschaftler nicht zu sehen scheinen. Doch im entscheidenden Moment wacht Jake im echten Leben auf und sein Avatar fällt leblos zu Boden. Die Na’vi sind enttäuscht und sehen in ihm einen Verräter.</p>
<p><strong>Der theatralische Höhepunkt</strong></p>
<p>Ihren Höhepunkt findet die triviale Geschichte als Jake nach Pandora zurückkehrt, die Einheimischen in einer heroischen Rede wieder für sich gewinnt und zum Gegenangriff auffordert. Begleitet von immer lauter werdender Gänsehautmusik überzeugt er nicht nur das Volk und seine geliebte Häuptlingstochter von seinem Vorhaben, sondern auch deren Ex-Verlobten, seinen Erzfeind, der ihn von da an nur noch „Bruder“ nennt und an seiner Seite kämpft. Das Ganze erinnert stark an die Präsidentenrede in „Independence Day“, nur dass hier die Menschen die Aliens sind.</p>
<p><strong> Krieg der Welten</strong></p>
<p>Es folgt eine gigantische Schlacht um das heilige Land. Wie in der griechischen Mythologie um Pandora, bricht das Übel über den sonst so friedlichen Ort herein. Das Aufeinandertreffen der grauen und  schroffen Welt der Menschen mit der bunten und friedlichen Welt der Na’vi. Maschinengewehre gegen Pfeil und Bogen. Soldaten in futuristischen Kampfhubschraubern gegen die auf Flugdinosauriern reitende <em>Blue Men Group</em>. Doch damit nicht genug. Der von Narben entstellte Oberbösewicht Colonel Miles Quaritch (Stephen Lang) setzt dem Ganzen mit Macker-Sprüchen wie: „Kommt zu Daddy!“ und „Ladies, macht ihnen die Hölle heiß, Papa will zum Abendessen zu Hause sein!“, immer wieder die Krone auf und strapaziert die Geduld der Zuschauer.</p>
<p><strong>Klischeehaftester  Blockbuster aller Zeiten</strong></p>
<p>Die offensichtlichen Anspielungen auf die Militäreinsätze im nahen Osten und auf die Klimakatastrophe, die der Ausbeutung unseres Planeten folgen wird, können die Story leider  auch nicht retten. Die klischeehaften Charaktere treiben die vollen 161 Minuten an der Oberfläche. Jede ihrer Taten und jede Wendung der Geschichte ist vorhersehbar. Der Film kritisiert den „Höher-Schneller-Weiter-Größenwahn“ unserer Gesellschaft, bricht aber selbst alle Rekorde. Avatar ist eine visuelle Sensation, die großartig vermarktet wurde. Sie richtet sich an Blockbuster Fans und schafft es, durch die gesellschaftspolitischen Anspielungen auch die ins Kino zu locken, deren Genre normalerweise ein anderes ist. Allerdings werden diese enttäuscht. Denn was soll man davon halten, wenn es ausgerechnet der teuerste Film aller Zeiten ist, der die Profit-Gier der Menschheit anprangert?</p>
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