<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Kulturen &#187; Film</title>
	<atom:link href="http://kulturen.b3at.de/archives/tag/film/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://kulturen.b3at.de</link>
	<description>Das Online-Magazin der Kulturjournalisten an der UdK Berlin</description>
	<lastBuildDate>Tue, 20 Jul 2010 16:49:27 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.8.5</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Quälender Alltag</title>
		<link>http://kulturen.b3at.de/archives/714</link>
		<comments>http://kulturen.b3at.de/archives/714#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 03 Sep 2009 20:11:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicola Schwarzmaier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[DVD]]></category>
		<category><![CDATA[Filmkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Hundstage]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrich Seidl]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kulturen.b3at.de/?p=714</guid>
		<description><![CDATA[Was tut man, wenn die Hitze im Sommer unerträglich wird? Man legt sich auf den noch heißeren Beton und grillt sich in der Sonne… Oder man leiht sich die DVD „Hundstage“ aus und legt sich ins abgedunkelte Zimmer und lässt die anderen schwitzen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignright size-medium wp-image-819" src="http://kulturen.b3at.de/wp-content/uploads/2009/09/hundstage_1-300x181.jpg" alt="Mit der Hitze geht jeder anders um" width="300" height="181" />Es ist heiß. Furchtbar heiß. Die Hundstage sind angebrochen in Österreich, und Regisseur Ulrich Seidel begleitet seine Protagonisten durch ihren trägen Alltag. Der ist so zähflüssig wie frischer Asphalt, quälend langweilig und zermürbend zeitlos. </strong></p>
<p><span id="more-714"></span>Seidel gelingt es, das alltägliche Leben in einer Wiener Vorstadt so detailgenau darzustellen, dass es schmerzt. Nur durch Laiendarsteller ist diese unerträgliche Nähe zu den Figuren zu erreichen, nur durch improvisierte Dialoge wirkt dieser Episodenfilm wie das Ergebnis einer Überwachungskamera.<br />
Sechs scheinbar willkürliche Schicksale werden unabhängig voneinander erzählt, erst gegen Ende gibt es leichte Berührungspunkte. Da gibt es Anna, die nervtötende Tramperin, die sich im Niemandsland zwischen Supermärkten und trostlosen Vorstadtsiedlungen herumkutschieren lässt. Ohne Zweck und Ziel. Sie geht mit ihren Fahrern radikal um, wühlt  in deren Privatleben und Handtaschen herum, bis sie irgendwann aus dem Auto geworfen wird.</p>
<p>Da gibt es die nicht mehr ganz junge Lehrerin, die sich devot ihrem herablassenden und gewalttätigen Lover hingibt. Der Film zeigt viel welkes Fleisch. Die Aufnahmen sind mit solch einer Intensität durchtränkt, dass man fast meint, die Ausdünstungen der Darsteller riechen zu können.</p>
<p><strong>Spielfilm mit Dokumentarcharakter</strong></p>
<p>„Hundstage“ ist Ulrich Seidels erster Spielfilm. Sein eigentliches Metier sind Dokumentarfilme – das merkt man „Hundstage“ deutlich an. Furchtbar nah sind die Einstellungen, als wolle der Kameramann die Schweißtropfen der Darsteller aus den Poren treten sehen. Gleichzeitig sind die Einstellungen ruhig und lang gezogen wie bei einer Naturreportage. Und eigentlich ist es das auch: Eine Dokumentation der Spezies Mensch, die mit der Natur und ihren Widrigkeiten umzugehen versucht.</p>
<p><strong>Nicht immer schön anzusehen</strong></p>
<p>Als Zuschauer ist man froh, sich abgrenzen zu können, denn so, wie auf der Leinwand, verhalten sich ja höchstens die anderen. Diese banale Normalität, diese gewaltschwangere Unfähigkeit, diese grenzenlose Naivität: All das wird einem wie eine Warnung vor Augen geführt. Der Film ist grandios und schrecklich zugleich, unerträglich und doch unverzichtbar. Genau wie die große Hitze während der Hundstage.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kulturen.b3at.de/archives/714/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wie ein Licht am Ende des Tunnels</title>
		<link>http://kulturen.b3at.de/archives/249</link>
		<comments>http://kulturen.b3at.de/archives/249#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 08 Feb 2009 23:37:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maria Selchow</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kulturen.b3at.de/?p=249</guid>
		<description><![CDATA[  Tarek will sich mitten auf einem belebten Marktplatz in Tel Aviv in die Luft sprengen. Doch der Zünder versagt und der junge palästinensische Selbstmordattentäter muss 48 Stunden warten, bis der ahnungslose Elektriker Katz ihm Ersatz liefert. Statt den Tod findet der junge Mann in diesen zwei Tagen das Leben und die Liebe. 
Kein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><!--[if gte mso 9]&gt;  Normal 0 21       MicrosoftInternetExplorer4  &lt;![endif]--> <!--[if gte mso 9]&gt;  Normal 0 21       MicrosoftInternetExplorer4  &lt;![endif]--> <strong>Tarek will sich mitten auf einem belebten Marktplatz in Tel Aviv in die Luft sprengen. Doch der Zünder versagt und der junge palästinensische Selbstmordattentäter muss 48 Stunden warten, bis der ahnungslose Elektriker Katz ihm Ersatz liefert. Statt den Tod findet der junge Mann in diesen zwei Tagen das Leben und die Liebe. <span id="more-249"></span></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Kein anderer Zeitpunkt erscheint passender als der Jetzige für den neuen Film vom israelischen Filmemacher Dror Zahavi (49). „Alles für meinen Vater“ wurde aber bereits vor anderthalb Jahren gedreht und sollte laut Regisseur primär eine ungewöhnliche Liebesgeschichte erzählen. Dass der Film durch die jüngsten Kämpfe in Gaza und den sich dramatisch zuspitzenden Nahostkonflikt dennoch eine enorme politische Bedeutung erfährt, sieht Zahavi positiv. Er sagt, sein neuestes Werk könnte „wie ein Licht am Ende des Tunnels“ wahrgenommen werden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Zwei Außenseiter finden sich</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Tarek will so gar nicht der weit verbreiteten Vorstellung eines Selbstmordattentäters entsprechen. Die Zuschauer lernen einen jungen Mann kennen, der weder nach Rache dürstet und gefühlskalt zum Märtyrer werden will, noch die Israelis aufs Tiefste hasst. Während sein ernster Blick sein markantes Gesicht dominiert, wirkt Tarek geradezu schüchtern, als er das erste Mal lächelt. Dieser Spagat zwischen der Darstellung einer durch und durch bösen Figur, die letztendlich nichts anderes vorhat, als so viele Menschen wie möglich mit in den Tod zu reißen, und der Herausforderung, dabei gleichzeitig eine warme und herzliche Ausstrahlung zu haben, gelingt dem Hauptdarsteller Shredy Jabarin (27) auf beeindruckende Art und Weise.</p>
<p style="text-align: justify;">Auch Hili Yalon (22), die Keren spielt, besticht durch ihr intensives Schauspiel. Für den Regisseur ist sie die „Reinkarnation von Freiheit“. Keren ist eine junge Frau, die trotz Schicksalsschlägen vor Optimismus und Lebensfreude sprüht und nicht nur Tarek, sondern auch die Zuschauer damit in den Bann zieht. Während Tarek die Ehre seines Vaters wiederherstellen muss, weil dieser einst mit den Israelis kollaborierte und eine Schande für das Dorf darstellt, muss auch Keren die schwere Bürde einer Aussetzigen tragen, nachdem sie mit ihrem strengen, jüdischen Elternhaus gebrochen hat.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Auf Kitsch wird verzichtet</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Zwischen Tarek und Keren bahnt sich eine Liebesgeschichte an, die nicht pathetisch versucht, die sich immer wieder stellende Frage in den Vordergrund zu stellen, warum Israelis und Palästinenser nicht einfach in Frieden zusammenleben können. Stattdessen beschränkt sich die Darstellung ihrer Zuneigung auf eine sehr vorsichtige Annäherung, ohne große Gefühlsausbrüche und stürmische Liebesszenen. Der Film zeigt fernab jedes Hollywood-Clichées, dass große Emotionen auch anders widergespiegelt werden können. Trotzdem kann der Film nicht unpolitisch sein, stellt doch die Herkunft der beiden einen scheinbar unüberwindbarer Graben dar. Es sind jedoch die Umstände, die Tareks und Kerens Liebe verkomplizieren, nicht sie selbst.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Ein Spiegel der Juden in Israel</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die intensiven Figurenstudien beschränken sich nicht nur auf Tarek und Keren, sondern widmen sich ganz unterschiedlichen Menschen auf Tel Avivs Straßen. Katz zum Beispiel, der kauzige Elektriker, ist meistens zu Scherzen aufgelegt. Erst allmählich erfährt der Zuschauer, woher seine latente Traurigkeit stammt: Er kann den Tod seines Sohnes in der israelischen Armee nicht überwinden. Dass Shlomo Vishinski, der Katz spielt, seinen Sohn tatsächlich vor einigen Jahren verloren hat, gibt seiner Filmfigur einen unvergleichlich starken, fast dokumentarischen Ausdruck.</p>
<p style="text-align: justify;">Die provokante Darstellung der israelischen Armee und der orthodoxen Juden führten sogar zu anfänglichen Boykotten des Films. „Alles für meinen Vater“ macht jedoch deutlich, dass Regisseur Zahavi die Israelis nicht diffamieren, ihnen jedoch den Spiegel vorhalten will. Dabei schwingt stets ein ganz spezifischer Humor mit, der trotz der allgegenwärtigen Gefahr und des Konfliktes die Menschlichkeit hervorheben möchte. All die kleinen Geschichten, die Zahavi in seinem Film erzählt, bringen dem Zuschauer Tel Aviv in seiner Alltäglichkeit nahe, die weit entfernt erscheint von Bombenangriffen und Attentaten.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Ende gut, alles gut?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Nur Tarek bleibt während des ganzen Films der Todesengel. Schließlich ist er mit einem eindeutigen Auftrag in die Stadt gekommen. Auch bei der Umsetzung des Filmendes legte Zahavi viel Wert auf Wahrhaftigkeit. Denn das ist ein Aspekt, der „Alles für meinen Vater“ am meisten auszeichnet: Es ist ein Film, der gerade durch seine starken Darsteller immer authentisch  und glaubwürdig bleibt.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p>- „Alles für meinen Vater“ (2008, 100 Min.) läuft in folgenden Berliner Kinos: Kino in der Kulturbrauerei, Moviemento, Filmkunst 66, Cinemaxx Potsdamer Platz.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="margin-left: 279pt; text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kulturen.b3at.de/archives/249/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
